Montag, 18. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
18:45 Uhr

Dax schließt über 11.000 Punkte

Der Dax hat einen spektakulären Wochenauftakt hingelegt. Mit besser als befürchtet ausgefallenen japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken gaben sich Anleger wieder optimistischer für einen Weg aus der Virus-Krise. Zusätzlich angetrieben von der sehr starken Wall Street durchbrach der deutsche Leitindex die lange umkämpfte Marke von 11.000 Punkten und schloss 5,6 Prozent höher bei 11.058 Punkten. Das Börsenbarometer machte damit seinen Verlust aus der Vorwoche komplett wett. Für den MDax ging es um 3,51 Prozent auf 24 087 Punkte bergauf.

16:57 Uhr

Pharma-Aktie startet wegen Impfstoff-Hoffnung durch

Die Aktie des US-Pharmaherstellers Moderna springt um 23 Prozent nach oben. Ein von dem Unternehmen entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus habe bei einigen gesunden Probanden eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen mit. Die Impfungen seien sicher und von den Testpersonen gut vertragen worden.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 59,73

Allerdings handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, die überdies nur bei einigen Teilnehmern der Studie festgestellt wurden. Viele Impfstoffe, die in ersten Tests vielversprechende Ergebnisse zeigen, erfüllen letztlich doch nicht die in sie gesetzten Erwartungen und fallen durch. Gleichwohl ist Moderna-Chef Stephane Bancel zuversichtlich, dass der Impfstoff mit der Bezeichnung mRNA-1273 eine Erkrankung an Covid-19, der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit, verhindern kann.

15:17 Uhr

Dax hebt ab

Der Dax legt einen starken Wochenauftakt hin. Der deutsche Leitindex baut seine Gewinne bis auf 4,1 Prozent aus und notiert bei 10.892 Punkten. Damit macht der Leitindex seine Verluste aus der Vorwoche fast komplett wett. Für den MDax geht es um 2 Prozent bergauf auf 23.748 Punkte. In New York steuert der Dow Jones Industrial vorbörslich auf einen etwa 3 Prozent höheren Start zu.

Aus der Konjunkturskepsis, die in der Vorwoche die Anleger hemmte, wird nun wieder mehr Optimismus, dass sich die Wirtschaft angesichts der Lockerungen in der Viruskrise auf den Erholungsweg begeben kann. Ein weiterer Grund für die steigenden Kurse: Wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen gewinnen Aktien als Anlageobjekt an Attraktivität.

14:44 Uhr

Spaniens Wirtschaft stürzt ab

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Spaniens Regierung hofft. dass die touristischen Aktivitäten Ende Juni wieder aufgenommen werden können.

imago images/ThomasReiner.pro

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie für die spanische Wirtschaft sind der Notenbank zufolge stärker als bislang angenommen. "Was sich in den letzten Wochen bestätigt hat ist, dass die Erholung nicht ohne Schwierigkeiten verlaufen wird", sagte deren Chef Pablo Hernandez de Cos. "Außerdem sind ungünstigere Szenarien nicht auszuschließen."

Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt bereits mit 5,2 Prozent so stark gesunken wie noch nie. Für das laufende zweite Quartal sagt De Cos einen Einbruch zwischen 9,5 und 12,4 Prozent voraus. Im kommenden Jahr solle sich die Wirtschaft wieder erholen und dann zwischen 6,1 und 8,5 Prozent wachsen.

Spanien ist eines der weltweit am schlimmsten vom Ausbruch der Epidemie betroffenen Länder. Bislang wurden 27.650 Todesfälle und 231.350 Infektionen registriert. Die Regierung beginnt deshalb nur sehr vorsichtig damit, die seit Mitte März geltenden strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu lockern

14:11 Uhr

Goldpreis erklimmt neue Höhen

US-Notenbankchef Jerome Powell sorgt für einen steigenden Goldpreis. Der Chef der US-Notenbank Fed sagte, dass er nicht mit einer schnellen Erholung der US-Wirtschaft rechne. Zugleich sprach er von einer Menge Munition der Notenbank, um die Rezession zu bekämpfen.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.900,91

Ein Profiteur der auf langfristig niedrige Zinsen hindeutenden Powell-Aussagen ist das Gold. Die Feinunze wird mit gut 1763 Dollar auf dem höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren gehandelt, in Euro gerechnet markiert sie mit gut 1630 Euro sogar einen neuen Rekord.

13:23 Uhr

Eurowings fliegt bald häufiger - auch nach Mallorca

Die Lufthansa-Tochter Eurowings weitet ihren Flugplan ab Juni deutlich aus. Bereits im Mai hat die Fluggesellschaft ihr Basisangebot erstmals seit der Corona-Krise vorsichtig erweitert, nun sollen 40 Ziele in Europa wieder ins Programm genommen werden. Die eingesetzte Flotte soll dabei bis Ende Juni auf bis zu 20 Airbus-Flugzeuge verdoppelt werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Lufthansa
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Ein Schwerpunkt bei der Ausweitung des Flugplans liege auf Verbindungen nach Mallorca, aber auch Sylt und Heringsdorf sowie Ferienländer wie Griechenland und Kroatien würden von Kunden verstärkt nachgefragt. Zusätzlich werden innerdeutsche Verbindungen aus Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München, Köln/Bonn und Stuttgart deutlich aufgestockt sowie Österreich und die Schweiz besser angebunden.

12:52 Uhr

WeWork-Debakel lässt Investor leiden

Milliardenschwere Abschreibungen auf Beteiligungen am angeschlagenen Bürovermittler WeWork und dem Fahrdienst Uber haben dem japanischen Technologieinvestor Softbank einen Rekordverlust beschert. Wegen stark geschrumpfter Werte der Investitionen des Vision Funds sei im abgelaufenen Geschäftsjahr ein operativer Fehlbetrag von umgerechnet fast 12,1 Milliarden Euro angefallen, teilte das hoch verschuldete Unternehmen des weltweit bekannten Gründers Masayoshi Son mit.

Nun sollen Verkäufe in der die Situation noch verschärfenden Coronakrise für dringend nötige Liquidität sorgen. Zum einen soll die Beteiligung am chinesischen Onlinehändler Alibaba um fast elf Milliarden Euro schrumpfen, zum anderen will sich Softbank wohl auch von Anteilen an der Telekom-Tochter T-Mobile US trennen.

11:35 Uhr

Billigflieger Norwegian muss Prügel einstecken 

Die Aktien des Billigfliegers Norwegian brechen nach dem Abschluss einer Kapitalerhöhung zu einem Niedrigpreis ein. Die Papiere kosteten zeitweise nur 2,51 Kronen, das ist noch die Hälfte des Kurses vom Freitag. Im Handelsverlauf grenzten sie aber einen großen Teil der Verluste wieder ein und liegen derzeit rund 17 Prozent im Minus.

Norwegian
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Das Unternehmen hatte 400 Millionen neue Aktien zum Preis von jeweils nur einer norwegischen Krone ausgegeben. Zudem sollen Anleihen in Eigenkapital umgewandelt werden. Mit diesen Schritten wird der Anteil der bisherigen Aktionäre stark verwässert - die Zahl der Aktien steigt so auf insgesamt 3,5 Milliarden von 163,6 Millionen.

Ziel ist es, Zugang zu weiteren staatlichen Garantien zu erhalten. Damit sichert sich das stark geschrumpfte Unternehmen, das von der Coronakrise zum Stillstand gezwungen wurde, das Überleben. Der im vergangenen Monat vorgelegte Rettungsplan sieht weitere Umbaumaßnahmen vor. 95 Prozent der Flugzeuge sollen zwölf Monate lang am Boden bleiben, lediglich sieben Maschinen sollen abheben. Erst 2021 sei ein langsames Hochfahren des Betriebs geplant.

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11:06 Uhr

Renault bekommt Milliarden-Garantie

Der Schutzschirm für die französische Autobranche lässt Anleger zu den Aktien von Renault greifen. Die Papiere legen knapp fünf Prozent zu. Die Regierung in Paris arbeitet an einem Paket staatlich garantierter Kredite in Höhe von rund fünf Milliarden Euro für den Autobauer, der zu 15 Prozent im Staatsbesitz ist.

10:36 Uhr

Anleger greifen munter zu

Der Dax gibt sich zuversichtlich. Er rückt um 2,5 Prozent auf 10.728 Punkte vor und knüpft so an seine Freitagserholung an. Für den MDax mit den dort enthaltenen mittelgroßen Werten geht es um 1,5 Prozent bergauf auf 23.631 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone steigt um 2,1 Prozent auf 2829 Zähler.

Dax
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Der Stimmung förderlich sind zumindest verhalten positive Signale der japanischen Wirtschaft. Japan war wegen der Corona-Krise im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht, die Wirtschaft schlug sich aber besser als von Ökonomen gedacht. Als hilfreich angesehen werden auch wieder anziehende Ölpreise.

Auf Unternehmensseite sorgte am Morgen ein Bericht über T-Mobile US für Gesprächsstoff. Der japanische Mischkonzern Softbank will offenbar einen bedeutenden Anteil am gerade fusionierten US-Mobilfunker an die Deutsche Telekom verkaufen, die ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen könnte. Die Telekom-Aktien hinken dem Markt als Dax-Schlusslicht mit einem Anstieg 0,4 Prozent hinterher. Sie gelten als defensiv - und rücken so in guten Börsenzeiten in der Gunst bei Investoren häufiger nach unten.

Wie üblich an guten Börsentagen, führen zyklische Industrieaktien umgekehrt den Dax an. Spitzenreiter sind MTU mit einem sechsprozentigen Anstieg. Für die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen geht es um bis zu vier Prozent hoch.

09:50 Uhr

Ryanair-Aktien gehen durch die Decke

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picture alliance/dpa

An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Da zeigt sich aktuell an der Aktie von Ryanair, die knapp sieben Prozent an Wert gewinnt.

Ryanair
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Europas größter Billigflieger gerät in der Coronavirus-Krise im ersten Geschäftsquartal zwar noch schwerer in Bedrängnis als bisher angekündigt. Ryanair wird der Konzernführung zufolge zwischen April und Juni mit mehr als 200 Millionen Euro einen doppelt so hohen Verlust einfliegen als bislang gedacht. Die Iren erwarten dieses Geschäftsjahr weniger als 80 Millionen Passagiere - und damit nur fast die Hälfte der ursprünglich angepeilten 154 Millionen Fluggäste.

Doch ein Nettogewinn von einer Milliarde Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr macht den Anlegern offenbar Hoffnung, dass sich Ryanair nach der Krise wieder kräftig erholt.

09:19 Uhr

Dax schießt nach oben

Das ist ein sehr optimistischer Start in die neue Woche: Der Dax geht mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 10.718 Punkte in den Handel. Börsianer führen das auf die schrittweise Aufhebung von Beschränkungen in der Corona-Krise zurück. Das lässt Anleger offenbar auf eine zügige Erholung der Wirtschaft hoffen.

Derweil geht US-Notenbank-Chef Jerome Powell davon aus, dass die US-Wirtschaft im laufenden Quartal um bis zu 30 Prozent einbricht. Allerdings erwartet er auch, dass die US-Wirtschaft bereits im dritten Quartal wieder etwas an Schwung gewinnt.

08:40 Uhr

BVB-Aktien profitieren vom Bundesliga-Neustart

BVB
BVB 4,52

Um sechs Prozent aufwärts geht es im Frankfurter Frühhandel für die Aktien von Borussia Dortmund. Der erste Spieltag der Fußball-Bundesliga nach der Corona-Zwangspause lief ohne wesentliche Verstöße gegen die Hygienevorschriften ab. Damit wächst die Hoffnung, die Saison wie geplant mit Geisterspielen abschließen zu können, was die - für einige Vereine lebensnotwendigen - Einnahmen aus den Fernseh-Übertragungsrechten garantieren würde. Borussia setzte sich im Ruhrderby mit 4:0 gegen Schalke durch.

08:21 Uhr

Lockerungen geben Dax Aufschwung

Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge dürfte der Dax zum Wochenauftakt höher starten. Die anhaltenden Lockerungen und die zurückgehenden Neuinfektionszahlen stützen die Stimmung etwas. Am Freitag war er 1,2 Prozent fester bei 10.465,17 Punkten aus dem Handel gegangen.

Dax
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Neben der Coronavirus-Pandemie stehen erneut einige Geschäftsergebnisse der Firmen im Blick. Unter anderem öffnen die Immobilienunternehmen Ado Properties und Grand City die Bücher. Im Ausland werden die Ergebnisse von Ryanair und Telecom Italia erwartet.

07:57 Uhr

Gold so teuer wie seit 2012 nicht mehr

Mit 1763,51 Dollar je Feinunze (31 Gramm) ist Gold so teuer wie seit Oktober 2012 nicht mehr. IG-Analyst Kyle Rodda verweist auf die jüngsten US-Daten: "Am Markt wird eingepreist, dass die wirtschaftliche Erholung etwas schleppender verläuft als zuvor angenommen, und das erfordert wahrscheinlich ein Umfeld mit niedrigen Zinsen."

07:36 Uhr

WTI-Preise knacken die 30-Dollar-Marke

Die Ölpreise setzen ihre Erholung zum Wochenstart fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im asiatischen Handel zuletzt 33,48 US-Dollar. Das waren 98 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,03 Cent auf 30,55 Dollar. Damit lag der Preis für US-Öl erstmals seit Mitte März wieder über der Marke von 30 US-Dollar.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 39,70

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,61

Die Preiserholung wurde neben der tendenziell steigenden Nachfrage zuletzt von weiteren Förderkürzungen der US-Erdölindustrie gestützt. Gemeinsam mit den von der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) vereinbarten Drosselungen der täglichen Produktion um fast 10 Millionen Barrel am Tag, macht dies einen Preissturz wie im Vormonat laut Marktbeobachtern unwahrscheinlich.

06:50 Uhr

Jack Ma verlässt Softbank-Vorstand

Der japanische Technologieinvestor Softbank gibt bekannt, dass Alibaba-Gründer Jack Ma von seinem Posten im Vorstand der Softbank zurücktreten wird. Ma galt als hochkarätiger Verbündeter des Softbank-Chefs Masayoshi Son. Softbank kündigte an, am 25. Juni dem Verwaltungsrat drei neue Vorstandsmitglieder vorzuschlagen.

06:30 Uhr

Japan stürzt in die Rezession

Die Corona-Pandemie stürzt die japanische Wirtschaft in die Rezession. Die Wirtschaftsleistung des Landes schrumpfte im ersten Quartal um 0,9 Prozent, wie die Regierung mitteilte. Bereits im letzten Quartal 2019 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) negativ entwickelt - Ursachen waren damals von Taifunen angerichtete Schäden sowie Steuererhöhungen. Volkswirtschaftler definieren eine Rezession als den Rückgang des BIP in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen. Das japanische BIP schrumpfte im ersten Jahresquartal allerdings nicht ganz so deutlich wie von Analysten erwartet. Sie hatten mit einem Minus von 1,1 Prozent gerechnet.

Nikkei
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Japan ist von der Pandemie laut den offiziellen Statistiken nicht so hart getroffen worden wie andere Industriestaaten. Verzeichnet wurden bislang rund 16.000 Infektions- und 750 Todesfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hob in der vergangenen Woche den Ausnahmezustand für die meisten Landesteile wieder auf. In der Hauptstadt Tokio und der Wirtschaftsmetropole Osaka blieb er jedoch in Kraft.