Montag, 08. Juli 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:58 Uhr

Deutsche-Bank-Drama hält Börse in Atem

Der Dax bewegte sich über den gesamten Handelstag hinweg nicht viel. Er schloss am Ende 0,2 Prozent im Minus bei 12.544 Punkten.

Den Händlern zufolge war die Müdigkeit die Folge der lange eingepreisten und seit vergangenem Freitag wieder verflogenen Hoffnung auf eine kräftige Zinssenkung in den USA. Trotz eines Hoffnungsschimmers bei den aktuellen Exportzahlen ist zudem die Stimmung deutscher Anleger ausweislich des Sentix-Index so schlecht wie seit Jahren nicht.

Dax
Dax 12.468,01

Drama gab es dennoch - bei der Deutschen Bank. Obwohl die groben Umrisse des massiven Restrukturierungsprogramms schon länger bekannt waren, legte die Aktie eine veritable Achterbahnfahrt hin. Zunächst schoss der Kurs in die Höhe. Zeitweise wurde gar von einem Short-Squeeze geredet. Die ersten Analysten rieten sofort, die Chance zum Verkauf des seit Jahren gebeutelten Wertpapiers zu nutzen. Und das taten die Anleger dann auch: Zeitweilig rutschen Deutsche Bank sieben Prozent ins Minus - angeblich das Werk von Leerverkäufern.

17:36 Uhr

US-Dollar zeigt Stärke - türkische Lira fällt

Am Devisenmarkt hält der Dollar die Freitagsgewinne, die wegen des starken Jobberichts erzielt worden waren. Der Euro krebst weiter etwas oberhalb der 1,12er Marke. Derweil steht die türkische Lira unter Druck. Sie fällt zum Euro um knapp 1 Prozent, für einen Euro müssen 6,42 Lira bezahlt werden nach 6,32 Lira am Freitag. Grund ist der Angriff des türkischen Präsidenten Recep Erdogan auf die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank.

Kleine Aufschläge verbuchen die Ölpreise, die zwischen Gewinnen und Verlusten hin und her pendeln. Belastend wirkt die Perspektive, dass ein schwächelndes Wirtschaftswachstum die Nachfrage dämpfen wird. Dagegen stützen geopolitische Konflikte wie aktuell um den Iran die Preise. Nachdem der Iran das Atomabkommen nun verletzt hat, könnten auch von europäischer Seite Sanktionen gegen das Land kommen. Der Preis für die US-Sorte WTI steigt um 0,3 Prozent auf 57,69 Dollar, Brent gewinnt 0,4 Prozent auf 64,48 Dollar.

17:08 Uhr

Goldpreis im Aufwind

Der Goldpreis erholt sich von seinen Verlusten am Freitag, als die starken Arbeitsmarktdaten die Zinsen nach oben gebracht hatten und auch der feste Dollar gelastet hatte. Hohe Zinsen sind ungünstig für das zinslose Edelmetall. Übergeordnet bleibt jedoch die Perspektive auf ein fortdauernd niedriges Zinsumfeld gewahrt. Die Feinunze steht nun bei 1.402 Dollar nach 1.399 am späten Freitag.

17:01 Uhr

Apple vor "fundamentaler Kurserosion"

Aktuell ist Apple zwar an der Börse keine Billion Dollar mehr wert wie letztes Jahr. Dennoch gehört der Konzern nach wie vor zu den wertvollsten der Welt. Das könnte sich in den kommenden zwölf Monaten ändern, glaubt ein Analyst.

  • Aktuell geben die Aktien des US-Computerkonzerns um 2,5 Prozent nach auf 199,07 Dollar und reagieren damit auf eine Verkaufsempfehlung des Rosenblatt-Securities-Analysten Jun Zhang. Er hatte den Titel von Neutral auf Sell gesenkt. Nach dem Kursaufschwung durch Aktienrückkäufe und die stabile Prognose für das zweite Quartal sei nun mit weniger Kursanstieg zu rechnen, stellt Zhang fest.
  • Zum Aufbau von Shortpositionen werde allerdings nicht geraten angesichts der Barmittelbestände und des entschlossenen Aktienrückkaufprogramms. Trotzdem sei über die bevorstehenden sechs bis zwölf Monate eine fundamentale Kurserosion bei Apple wahrscheinlich.
  • Laut Analyst Zhang ist das iPhone XS eines der am schwächsten verkäuflichen iPhone-Modelle in der Geschichte von Apple, und auch die Gesamtverkaufszahlen der iPhones schienen im Mai und im Juni zum Vorjahr stagniert zu haben.
16:50 Uhr

Konjunktur und Konflikte lassen Ölpreis pendeln

Kleine Aufschläge verbuchen die Ölpreise, die zwischen Gewinnen und Verlusten hin und her pendeln. Belastend wirkt die Perspektive, dass ein schwächelndes Wirtschaftswachstum die Nachfrage dämpfen wird. Dagegen stützen geopolitische Konflikte wie aktuell um den Iran die Preise. Nachdem der Iran das Atomabkommen nun verletzt hat, könnten auch von europäischer Seite Sanktionen gegen das Land kommen.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 64,45

Der Preis für die US-Sorte WTI steigt um 0,3 Prozent auf 57,69 Dollar, Brent gewinnt 0,4 Prozent auf 64,48 Dollar.

16:24 Uhr

Deutsche Bank im Crash-Modus: Rache der Ex-Mitarbeiter?

*Datenschutz

Und hier schon die nächste Folge des heutigen Deutsche-Bank-Dramas:

Der Kurs der Aktie stürzt zeitweise um rund 7 Prozent ab. Und das, obwohl Vorstandschef Christian Sewing öffentlich bekannt gibt, einen Anteil seines persönlichen Fixgehalts in die Deutsche Bank zu investieren. "Ich möchte einen persönlichen Anteil an diesem Unternehmen halten", so der Manager. Oder wirkt gerade diese Geste so verzweifelt, dass sie auch das letzte Vertrauen in die Bank zerstört?

Unterdessen kursieren auf Twitter Gerüchte, dass gekündigte Mitarbeiter mit Leerverkäufen gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber wetten - und dabei viel Geld verdienen.

15:55 Uhr

Wall Street startet im Minus

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 2.989,93

Die US-Aktien geben wie erwartet nochmals nach, weil der starke US-Arbeitsmarktbericht am Freitag der überschäumenden Zinsfantasie einen Dämpfer versetzt hat.

Kurz nach Handelsstart verliert der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent auf 26.759 Punkte, der S&P-500 gibt 0,5 Prozent nach und der Nasdaq-Composite 0,8 Prozent.

Der Dax handelt am Nachmittag unterdessen 0,4 Prozent leichter bei 12.522 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 büßt 0,3 Prozent auf 3.516 Zähler ein.

15:37 Uhr

Weinende Mitarbeiter verlassen Deutsche Bank

Die Entlassungswelle bei der Deutschen Bank hat bereits begonnen: In Asien sei ersten betroffenen Mitarbeitern bereits die Kündigung ausgehändigt worden, hieß es bei der Bank. Auch in London, wo die vor der Auflösung stehende Investmentsparte ihren Sitz hat, hätten die Angestellten schon einzeln bei der Personalabteilung vortreten müssen und seien über ihr Schicksal informiert worden, berichtet Bloomberg. Teilweise weinende Mitarbeiter hätten das Gebäude mit großen weißen Umschlägen verlassen, in denen sich die Unterlagen zu ihrer Kündigung und Abfindung befänden.

Auch in New York sollen die Entlassungen noch heute verkündet werden. Berichten zufolge haben viele Mitarbeiter in sicherer Erwartung ihrer Kündigung dort bereits ihre Schreibtische aufgeräumt und ihre Sachen gepackt.

15:16 Uhr

Verkaufsgerücht lässt Thyssenkrupp springen

Die Aktie von Thyssenkrupp springt am frühen Nachmittag plötzlich um bis zu fünf Prozent. Grund sind nach Händlerangaben Meldungen, wonach der Konzern bereits im Herbst Gespräche über den Verkauf seiner Aufzugssparte führen will.

Aktuell liegen Thyssenkrupp noch rund zwei Prozent im Plus. 

14:47 Uhr

Betrug eingestanden: Diess' Talkshow-Auftritt holt VW ein

Seit Jahr und Tag wiederholt VW offiziell gegenüber den Medien und den Gerichten dasselbe Mantra: Beim Diesel habe der Konzern nicht "betrogen". Die Konzernführung habe nichts gewusst und sowieso sei den Kunden kein Schaden entstanden.

Im vergangenen Monat aber sagte der VW-Chef Herbert Diess in der Talkshow von Markus Lanz folgenden Satz: "Das, was wir gemacht haben, war Betrug."

Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat diese Aussage bei Lanz nun Folgen zumindest in einem der vielen Dieselverfahren. Ein Richter in Oldenburg fordert demzufolge VW nun auf, die aus seiner Sicht konkret für den "Betrug" Verantwortlichen zu benennen. Die bisherige Argumentation von VW sei nach Diess' Äußerung nicht haltbar.

Da der Kläger-Anwalt in Oldenburg mit seiner Kanzlei insgesamt mehrere tausend VW-Besitzer in ähnlichen Verfahren vertritt und auch für die Verbraucherzentrale bei deren Musterfeststellungsklage arbeitet, könnte die Angelegenheit auch die anderen Prozesse beeinflussen. 

Update: VW bleibt bei seiner Argumentation und teilt mit: "Die Aussage von Herrn Diess ist nicht im rechtstechnischen Sinne zu verstehen. Sie ändert deswegen nichts an der rechtlichen Position von Volkswagen. In den USA hat Volkswagen zugestanden, ein unzulässiges Defeat Device verwendet zu haben. Die in Deutschland und der EU verwendete Umschaltlogik ist hingegen nach unserer Rechtsauffassung legal."

14:25 Uhr

Warum Anleger in Athen nicht (mehr) feiern

Der Wahlsieg der Opposition und der damit einhergehende zu erwartende Regierungswechsel in Griechenland sorgt am dortigen Aktienmarkt für keine Euphorie. Der FTSE/Athex büßt 1,3 Prozent ein. Aber...

FTSE Athex 20 (UBS)
FTSE Athex 20 (UBS) 2,14

... die griechische Börse gehört mit einem Plus von sage und schreibe fast 40 Prozent in diesem Jahr dennoch zu den größten Gewinnern weltweit.

Der Wahlsieg der als wirtschaftsfreundlicher geltenden Konservativen sei erwartet worden und dürfte damit weitgehend schon eingepreist gewesen sein, heißt es nun. Getreu dem Börsenmotto, bei Gerüchten zu kaufen und bei Fakten zu verkaufen.

13:39 Uhr

Wall Street wartet auf nächsten Fed-Hinweis

Die US-Aktien dürften nochmals nachgeben, weil der starke US-Arbeitsmarktbericht am Freitag der überschäumenden Zinsfantasie einen Dämpfer versetzt hat.

Am Mittwoch könnte es mit der Veröffentlichung des Fed-Protokolls der jüngsten Sitzung neue Hinweise auf die gegenwärtige Sichtweise der Notenbank geben. Zudem wird Fed-Chef Jerome Powell Mittwoch und Donnerstag vom Kongress zu seinem halbjährlichen Bericht angehört werden. "Beides könnte die Anleger daran erinnern, dass die USA eine sachte geldpolitische Unterstützung benötigen, um die Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits auf das Wirtschaftswachstum abzufedern", sagt Ipek Ozkardeskaya von London Capital Group. Die asiatischen Börsen haben bereits schwach tendiert.

Bei den Einzelwerten dürften Boeing in den Blick geraten. Am Sonntag hat das Unternehmen einen Großauftrag der saudischen Flyadeal verloren. Statt der Problem-Maschine 737 Max von Boeing werden Flugzeuge vom Rivalen Airbus im Volumen von gut 5,5 Milliarden Dollar geliefert werden. Die Titel verlieren vorbörslich 1,7 Prozent.

13:19 Uhr

"Bedeutender" Ölfund in Baden-Württemberg

Vom "deutschen Texas" träumten schon einige, als Rhein Petroleum vor etwa drei Jahren bei Karlsruhe begann nach Öl zu bohren. Nachdem sich mehrere Probebohrungen als Fehlschläge erwiesen hatten, meldet das Unternehmen nun einen ersten Erfolg.

Rhein Petroleum, eine Tochter der niederländischen Tulip Oil und der Deutschen Rohstoff AG, ist im Bohrloch Steig-1 im Örtchen Weingarten auf Öl gestoßen. Wie Tulip  und die Rohstoff AG in Pressemitteilungen bekannt geben, handelt es sich um einen "bedeutenden Ölfund", dessen Größe und Wert aber noch bestimmt werden müsse.

Texanische Verhältnisse sind am Oberrhein aber nicht zu erwarten. Bei dem Vorkommen soll es sich um Öl hervorragender Qualität handeln, das etwa zur Verarbeitung für die Kosmetikindustrie geeignet sei. Im internationalen Maßstab handelt es sich aber eher um kleine Mengen.

*Datenschutz

 

12:56 Uhr

DHL erhöht während Hochsaison die Frachtpreise

Die Kunden der DHL-Frachtsparte werden in der Hochsaison von September bis Dezember einen Aufschlag für Straßentransporte in Europa zahlen müssen.

Deutsche Post
Deutsche Post 30,18

Wie die Deutsche Post mitteilt, wird DHL Freight einen Aufschlag auf Voll- und Teil-Lkw-Ladungen sowie sogenannte Less-than-Truck Sendungen erheben, der im Schnitt 4 Prozent betrage.

Es heißt, so sollte die Servicequalität sichergestellt werden, auch wenn die Nachfrage die Kapazitäten übersteige. Denn auch für DHL erhöhten sich beim Einkauf von Transportkapazität die Preise, erklärt ein Sprecher. Unter anderem aufgrund akuten Fahrermangels erwartet das Logistikunternehmen in der Hochsaison 2019 "vergleichbare Kapazitätsengpässe" wie 2018.

Als Antwort auf die zunehmenden Kapazitätsengpässe im Landtransport hat DHL Freight eine Fahrerinitiative gestartet. Aktuell laufe ein Pilotprojekt an fünf Standorten in Deutschland. Darüber seien bereits mehr als 50 Lkw-Fahrer eingestellt und 30 Lkw erworben worden.

11:55 Uhr

Vorbild Trump - CDU-Chefin mischt sich in EZB-Zinspolitik ein

Politiker, die sich in die Geldpolitik der eigentlich unabhängigen Zentralbanken einmischen, sind derzeit ja vielerorts zu beobachten. Am krassesten treibt es Erdogan in der Türkei. Aber auch US-Präsident Trump mischt sich ständig in die Angelegenheiten der Fed ein. Deutsche Spitzenpolitiker würden das nicht tun? Die CDU-Chefin schon. In der "FAZ" fordert sie unter anderem "wir" müssten "die Geldpolitik nachhaltig und sehr sensibel anpassen". Explizit nennt AKK dabei die Zinsdebatte in den USA als ein Vorbild!

11:21 Uhr

Während der Chef spricht - Deutsche Bank stürzen an Dax-Ende

Zunächst schießen Deutsche Bank mit einem Plus von mehr als 3,5 Prozent in die Höhe, doch dann -während CEO Sewing in einer Telefonkonferenz seine Umbau- und Stellenstreichungspläne erläutert - geht es für die Aktie steil nach unten. Mehrere Experten und Analysten hatten die Pläne bereits skeptisch beurteilt und die Kurssteigerungen am Morgen als Chance zum Verkauf bezeichnet.

11:12 Uhr

Nebenwerte: Waschanlagen-Aktie schmiert ab

Während die Deutsche Bank unter den Dax-Werten alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist auch bei den Nebenwerten einiges los:

  • Im MDax dämmen Fuchs-Petrolub-Papiere ihre deutlichen Anfangsverluste ein, landen mit einem Minus von zuletzt 3,49 Prozent aber immer noch am Index-Ende. Der Schmierstoffhersteller kassierte seine Jahresprognose wegen der schlechten Wirtschaftslage in der Autoindustrie ein.
  • Im Nebenwerte-Index SDax brichten Washtec-Aktien um 13 Prozent ein, nachdem der Hersteller von Autowaschanlagen seine Ziele gesenkt hatte.
  • Zalando-Aktien profitierten mit einem Plus von 1,63 Prozent von einem erhöhten Kursziel der Schweizer Bank Credit Suisse.
  • Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies verhalf den Deutsche-Wohnen-Aktien zudem zu einem Plus von 1,49 Prozent. Mit dem möglichen Mietendeckel in Berlin sei das schlimmstmögliche Szenario mittlerweile in den stark gefallenen Aktienkurs eingepreist, begründete Analyst Thomas Rothäusler sein neues Anlagevotum. Entsprechend empfahl er auch die Papiere von Ado Properties zum Kauf, die in der Folge mit plus 4,40 Prozent an die SDax-Spitze kletterten.
10:57 Uhr

Sentix: Rezession in Deutschland unausweichlich

Das war's dann auch schon wieder mit den guten Nachrichten: Stand Juni wird die Stimmung in der deutschen und europäischen Wirtschaft immer düsterer.

Die von Sentix ermittelten Konjunkturindizes sind im Juni auf mehrjährige Tiefs gefallen. Für Deutschland scheint nach Einschätzung des Instituts eine Rezession unausweichlich. Dort ist der Gesamtindex mit minus 4,8 nach minus 0,7 im Juni noch tiefer in die Minuszone gerutscht und damit auf das niedrigste Niveau seit November 2009.

Der Konjunkturindex für Euroland ist ebenfalls weiter unter die Nullmarke gefallen und hat mit minus 5,8 den tiefsten Stand seit November 2014 verbucht.

Im Inland mache sich die hohe Abhängigkeit vom Export und dem Absatzmarkt China zunehmend als Bürde bemerkbar, so Sentix. Dazu schwebe der Zollstreit wie ein Damoklesschwert über Deutschland, wo die Schlüsselbranche des Landes, die Automobilindustrie, nicht aus der Krise komme.

10:42 Uhr

Wende auf Chinas Automarkt

Noch eine positive Konjunkturnachricht, diemals aus Fernost: Chinas Automarkt hat zum ersten Mal seit Beginn der Absatzflaute vor einem Jahr wieder zugelegt.

Im Juni seien mit 1,8 Millionen Fahrzeugen 4,9 Prozent mehr Pkw an Kunden verkauft worden als im Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband China Passenger Car Association mit. Zuvor war der Markt laut PCA-Daten zwölf Monate lang auf dem Rückzug gewesen. Das Plus im Juni liegt auch an den schwachen Vergleichswerten.

China ist für die deutschen Autobauer BMW, Daimler sowie Volkswagen und dessen Tochter Audi der wichtigste Einzelmarkt.

10:08 Uhr

Airline storniert Milliardenorder für Boeing-Todesmodell

Ein Einzelfall der Anfang der befürchteten Stornierungswelle?

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat eine Bestellung von 737-Max-Flugzeugen an Airbus verloren. Der Auftragsverlust ist eines der ersten konkreten Anzeichen dafür, dass die Krise rund um die Max-Maschinen dem europäischen Konkurrenten Airbus in die Hände spielen könnte.

Die saudische Fluglinie Flyadeal hat am Sonntag mitgeteilt, dass das Unternehmen bis zu 50 Airbus A320neo-Flugzeuge kaufen wird. Der Flugzeugtyp ist der direkte Konkurrent zur Boeings Max-Maschinen, welche nach zwei Abstürzen innerhalb kurzer Zeit mit einem globalen Flugverbot belegt sind.

Das Geschäft zwischen der Billigflug-Tochter von Saudi Arabian Airlines und Airbus hat ein Volumen nach Listenpreisen von rund 5,5 Milliarden US-Dollar.

09:19 Uhr

Dax startet mit kleinem Minus - Analyst: Deutsche Bank "verkaufen"

Schwindende Hoffnungen auf eine aggressive US-Zinssenkung machen wie zuvor den asiatischen auch dem deutschen Aktienmarkt zu schaffen.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 7,28

Der deutsche Leitindex verliert zur Eröffnung 0,2 Prozent auf 12.540 Punkte.

Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag machten eine Zinssenkung der Notenbank Fed um einen halben Prozentpunkt unwahrscheinlich, sagten Börsianer.

Deutsche Bank schießen dagegen 3,7 Prozent nach oben. Das Vertrauen der Anleger in den Konzern und seien Führung ist allerdings gering:

"Der jüngste Restrukturierungsversuch der Deutschen Bank ist radikaler als frühere Bemühungen", sagte Analyst Eoin Mullany von der Berenberg Bank. "Aber wir würden jeden Kursanstieg zum Verkauf der Aktie nutzen, weil es bei der Strategie erhebliche Umsetzungsrisiken gibt und beim Kapital wenig Spielraum für Fehler." Entsprechend lautet die Berenbergeinstufung für die Deutsche Bank: "Sell" - verkaufen!

 

09:12 Uhr

Exporte ziehen wieder kräftig an

Die deutsche Wirtschaft kann auch noch gute Nachrichten produzieren!

  • Die deutschen Exporte haben sich im Mai kräftig erholt. Anders als im Vormonat war keine Bremswirkung durch die schwelenden Handelskonflikte und die anhaltenden Brexit-Sorgen spürbar. Die Ausfuhren kletterten kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im April war noch ein Minus von revidiert 3,4 Prozent verbucht worden.

  • Die Importe fielen im Mai um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Kalender- und saisonbereinigt betrug der Außenhandelsüberschuss 18,7 Milliarden Euro. Der Überschuss in der Leistungsbilanz betrug nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank 16,5 Milliarden Euro.
  • Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands hat sich im Mai immerhin auf niedrigem Niveau stabilisiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg die Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent und lag arbeitstäglich bereinigt um 3,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der ursprünglich für April gemeldete Rückgang gegenüber dem Vormonat von 1,9 Prozent wurde auf 2,0 Prozent revidiert.
08:49 Uhr

Anleger bejubeln Job-Kahlschlag bei Deutscher Bank

Dax
Dax 12.468,01

Der Dax zeigt sich vorbörslich matt - beflügelt dagegen die Deutsche-Bank-Aktie. Der deutschen Aktienindex Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten - ungefähr in der Nähe des Freitagstiefs von 12.522 Punkten.

Heraus sticht vorbörslich die Deutsche Bank. Während die ersten von zehntausenden Mitarbeitern bereits heute ihre Kündigung bekommen könnten, bewerten die Anleger Radikalumbau positiv. Das Geldhaus streicht weltweit 18.000 Jobs und damit jede fünfte Stelle. Das Investmentbanking soll weitgehend aufgegeben werden.

Im Interview mit n-tv rechtfertig Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing den Kahlschlag.

Ebenfalls in den Blick rücken Daten zur deutschen Industrieproduktion im Mai. Nach den schwachen Auftragszahlen vom Freitag könnten schlechte Daten die Hoffnung auf eine bessere Konjunktur weiter bremsen. Daneben könnte der Sentix-Konjunkturindikator Aufschluss geben, wie es um die Konjunkturerwartungen in Deutschland derzeit bestellt ist. Er gilt auch als Indikator für den wichtigen Ifo-Geschäftsklima-Index.

Am Freitag war der Dax 0,5 Prozent schwächer bei 12.568,53 Punkten aus dem Handel gegangen, nachdem ein überraschend starker Stellenaufbau in den USA die Spekulationen auf rasche und deutliche Zinssenkungen gedämpft hatte.

08:39 Uhr

Asien-Börsen verlieren langsam Zinssenkungs-Hoffnung

Nikkei
Nikkei 22.079,09

Nachlassende Spekulationen auf eine baldige drastische Zinssenkung der US-Notenbank Fed setzen den asiatischen Börsen zu. Der japanische Nikkei-Index verlor am Montag 1,1 Prozent auf 21.509 Punkte und die Börse Shanghai 2,6 Prozent auf 2.936 Zähler. Letztere leide zusätzlich unter mangelnden Fortschritten bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, sagten Börsianer. Vor diesem Hintergrund gerieten konjunkturabhängige japanische Werte unter Druck. Die Maschinenbauer Fanuc und Komatsu verloren jeweils etwa ein Prozent.

08:28 Uhr

Ölpreise können Gewinne halten

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,89

Die Ölpreise zeigen sich zunächst nahezu unverändert. Derzeit kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,25 US-Dollar. Das sind zwei Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt um einen Cent auf 57,50 Dollar. Die Ölpreise können damit die Gewinne vom Freitag vorerst halten. Nach wie vor bleibt die Sorge vor einer Eskalation der Lage im Nahen Osten ein bestimmender Faktor am Ölmarkt und stützt die Preise. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump dem Opec-Land Iran wegen dessen geplanten Erhöhung der Urananreicherung gedroht.

08:00 Uhr

Lira taumelt nach Notenbankchef-Entlassung, Euro erholt

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Der Euro stabilisiert sich vorerst nach den Kursverlusten vom Freitag. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1228 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1260 Dollar festgesetzt.

Deutliche Kursverluste gibt es dagegen bei der türkischen Lira. Sie fällt zum Euro um gut 2 Prozent, für einen Euro müssen 6,46 Lire bezahlt werden nach 6,32 Lire am Freitag. Am Wochenende hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan unter Protest von Wirtschaftsexperten den Chef der Zentralbank abgesetzt und diesen durch dessen Stellvertreter ersetzt.

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,16

 

07:40 Uhr

Airline-Insolvenzen drücken Passagierzahlen im Osten

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Der Wegfall der Germania schlägt auch am Flughafen Erfurt-Weimar heftig ins Kontor.

(Foto: imago/Christoph Worsch)

Die Germania-Insolvenz hat die Passagierzahlen an zahlreichen Flughäfen einbrechen lassen - vor allem im Osten. Insgesamt zählten die 22 Verkehrsflughäfen in Deutschland laut neuesten Zahlen des Flughafenverbandes ADV von Januar bis Mai rund 93,6 Millionen Passagiere, gut vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch der Flughafen in Erfurt beispielsweise verbuchte von Januar bis Mai 45 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Dresden erwischte ein Minus von 9,5 Prozent. Am Regionalflughafen Rostock-Laage, der neben Germania auch den Wegfall von FlyBMI verkraften musste, rechnet die Geschäftsführung in diesem Jahr mit rund 150.000 Passagieren, was einem Rückgang um rund 50 Prozent entspräche.