Montag, 09. Dezember 2019Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
17:52 Uhr

Dax baut Verluste im späten Handel aus

Dax
Dax 13.323,69

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Abgaben in die neue Woche gestartet. Bei einem sehr ruhigen Geschäft verliert der Dax 0,5 Prozent auf 13.106 Punkte. Die Anleger hielten sich zurück angesichts wichtiger Termine im weiteren Wochenverlauf. Am Donnerstag finden nicht nur Parlamentswahlen in Großbritannien statt. Auch gibt die EZB ihre geldpolitische Entscheidung bekannt mit anschließender Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Am Sonntag läuft zudem die Frist für weitere US-Strafzölle auf chinesische Importe mit einem Volumen von 160 Milliarden-Dollar ab. Alle Szenarien seien hier noch möglich: ein Deal, eine Verschiebung oder höhere Zölle, heißt es. Neue Zölle könnten nach Einschätzung aus dem Handel eine scharfe Abwärtsreaktion an den Börsen auslösen.

Osram
Osram 45,09

Der Lichtkonzern Osram kommt in österreichische Hände. Der deutlich kleinere Sensor- und Chiphersteller AMS brachte sein Übernahmeangebot durch und schaffte die selbst gesteckte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent. Der Osram-Vorstand will nun mit der Führungsspitze von AMS den Weg zu einem globalen Technologie-Führer für Sensoriklösungen und Photonik gemeinsam abstecken. Mit Aufschlägen von 14,9 Prozent auf 44,24 Euro schlossen Osram aber deutlich über dem AMS-Gebot von 41 Euro je Anteilsschein. Offenbar setzen die Anleger darauf, dass AMS in Zukunft nachkaufen wird, um 75 Prozent der Anteile zu erwerben, damit ein Beherrschungsvertrag implementiert werden kann. Für einen Squeeze-out bräuchten die Österreicher 90 Prozent.

Carl-Zeiss Meditec
Carl-Zeiss Meditec 116,10

Biotechnologie-Aktien profitierten von der Übernahmefantasie in der Branche, nachdem Sanofi für eine hohe Prämie das Biotech-Unternehmen Synthorx übernommen hat. Im TecDAX gewannen Carl Zeiss 10,9 Prozent, getrieben zusätzlich von einer Kaufempfehlung. Morphosys (plus 2,9 Prozent) stiegen auf ein neues Jahreshoch.

17:22 Uhr

Euro legt in ruhigem Umfeld leicht zu

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Der Euro hat zu Wochenbeginn in einem ruhigen Umfeld leicht zugelegt. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1070 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1075 (Freitag: 1,1094) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9029 (0,9014) Euro.

Am Devisenmarkt war die Rede von einem ruhigen Wochenstart in eine ereignisreiche Woche. Konjunkturdaten übten kaum Kurseinfluss aus. Sowohl Außenhandelsdaten aus Deutschland als auch der monatliche Stimmungsindikator des Forschungsunternehmens Sentix überraschten positiv. Ansonsten gab es wenig konjunkturrelevante Nachrichten. Auch im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit blieb es ruhig. Im Laufe der Woche stehen allerdings wichtige Ereignisse an. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins, am Donnerstag folgt die Europäische Zentralbank (EZB). Beide Notenbanken dürften wenig an ihrer geldpolitischen Ausrichtung ändern.

16:22 Uhr

Ehemaliger US-Notenbankchef gestorben

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Der designierte US-Präsident Barack Obama gibt 2008 auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er den ehemaligen Vorsitzenden der Federal Reserve, Paul Volcker (L), zum Vorsitzenden eines neuen Economic Recovery Board ernannt hat.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Alter von 92 Jahren ist der frühere US-Notenbankchef Paul Volcker gestorben. Der Namensgeber einer wichtigen Wall-Street-Reform starb am Sonntag in New York an den Folgen von Prostatakrebs, wie US-Medien unter Berufung auf seine Tochter berichteten. Volcker führte die US-Notenbank Fed zwischen 1979 und 1987. Es gelang dem Nachfahren deutscher Einwanderer in der Zeit, die galoppierende Inflation einzudämmen.

Nach der Finanzkrise von 2008 beriet Volcker den damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Nach ihm ist die Volcker-Regel benannt, ein Kernstück von Obamas Finanzmarkt-Reformen, die strenge Regeln für Geschäftsbanken bei riskanten Spekulationsgeschäften einführte. Nach seiner Zeit als Zentralbankchef hatte Volcker die Investmentbank Wolfensohn & Company geleitet. Der zweifache Vater war zwei Mal verheiratet.

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15:54 Uhr

US-Biotechnologie-Unternehmen explodiert um 169 Prozent

Am Aktienmarkt stehen Übernahmen im Pharmasektor im Blick. Die französische Sanofi übernimmt das US-Biotechnologie-Unternehmen Synthorx für 2,5 Milliarden US-Dollar und legt dafür eine saftige Prämie auf den Tisch. Die Aktie folgt dem Gebot von 68 Dollar und explodiert um 169 Prozent auf 67,39 Dollar.

Synthorx
Synthorx 67,99

Merck & Co will Arqule übernehmen, ebenfalls ein Biotechnologie-Unternehmen. Auch der im Dow-Jones-Index gelistete Konzern nimmt mit 2,7 Milliarden Dollar ordentlich Geld in die Hand. Die Aktie wird um knapp 103 Prozent nach oben getrieben. Merck legen 0,1 Prozent zu.

Genau andersherum sieht es bei Diplomat Pharmacy aus, einem Spezialpharma-Unternehmen. Es hat einer Übernahme durch Unitedhealth zugestimmt, die indes einen Abschlag von rund 30 Prozent auf den Freitagskurs bezahlt. Dementsprechend fällt das Papier um fast 32 Prozent. Unitedhealth tendieren kaum verändert.

15:52 Uhr

Dow-Jones-Index verliert zwei Prozent

Die Wall Street startet mit kleinen Abschlägen in den Montagshandel. Kurz nach Handelsbeginn verliert der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent auf 27.964 Punkte, der S&P-500 und der Nasdaq-Composite geben jeweils 0,1 Prozent nach. Am Markt werden schwache chinesische Exportdaten stark beachtet, da sie Aufschluss über die Auswirkungen des Handelsstreits geben. Im November sind die Ausfuhren des Landes unerwartet um 1,1 Prozent gesunken, die Exporte in die USA brachen sogar um 23 Prozent ein. Die Daten dürften am Markt eine gewisse Unsicherheit hervorrufen, zumal keine Konjunkturdaten auf der Agenda stehen.

15:29 Uhr

GM stoppt Chevrolet-Produktion in Russland

General Motors (GM)
General Motors (GM) 33,67

Der US-Autobauer GM verkauft seine Anteile an dem russischen Gemeinschaftsunternehmen an den Partner Avtovaz. Der russische Lada-Hersteller unterzeichnete eine Vereinbarung zum Kauf der 50-prozentigen Beteiligung von GM. Damit beendet General Motors die Produktion von Fahrzeugen unter der Marke Chevrolet für den russischen Markt, der seit Einführung der Sanktionen des Westens 2014 auf Talfahrt ist.

Avtovaz will die Fabrik in Togliatti an der Wolga mit einer Jahreskapazität von 100.000 Fahrzeugen alleine weiterbetreiben und dort vorerst weiter den Chevrolet Niva bauen, bevor die Produktion auf Lada umgestellt wird.

15:04 Uhr

Börsengang von weltgrößtem Ölkonzern erreicht Rekord-Volumen

Der Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco erreicht den Angaben einer der begleitenden Banken zufolge das Weltrekord-Gesamtvolumen von 29,4 Milliarden Dollar. Neben den eigentlich angebotenen Anteilen im Volumen von 25,6 Milliarden Dollar würden sämtliche für die Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe") reservierten Papiere verkauft.

14:59 Uhr

Nachhaltig anlegen - Modeerscheinung oder Erfolgskonzept?

Das Thema Nachhaltigkeit beherrscht nicht nur die Diskussionen in der Öffentlichkeit, sondern auch an der Börse. Aber wie wichtig ist Nachhaltigkeit eigentlich für den Anleger? Friedhelm Tilgen spricht mit Joachim Nareike von der Fondsgesellschaft Schroders darüber, welche Ergebnisse dazu eine weltweite Umfrage unter Anlegern ergeben hat.

 

14:08 Uhr

Rüstungskonzern zieht 120-Millionen-Auftrag an Land

Rheinmetall
Rheinmetall 100,70

Der Rüstungskonzern Rheinmetall erhält von einem internationalen Kunden den Auftrag zur Modernisierung von Flugabwehrsystemen.

Das Ordervolumen bezifferte der Vorstand mit 120 Millionen Euro. Die schwache Autokonjunktur und Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter haben dem Düsseldorfer Konzern zuletzt zugesetzt. Der Vorstand kassierte daher sein Umsatzziel für 2019.

13:32 Uhr

Zinsentscheid setzt türkische Lira unter Druck

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,15

Vor dem Zinsentscheid der türkischen Notenbank kehren Anleger der Landeswährung Lira den Rücken. Sie gab nach, ein Dollar kostete mit 5,8044 Lira 0,5 Prozent mehr als am Freitag und damit so viel wie seit Oktober nicht mehr.

Die Zentralbank entscheidet am Donnerstag über den Leitzins. Experten erwarten, dass er um 150 Basispunkte auf 12,5 Prozent herabgesetzt wird - noch im Juli war er mit 24 Prozent fast doppelt so hoch. Begünstigt werden die Zinssenkungen durch die rückläufige Inflation, die derzeit in der Nähe ihres Drei-Jahres-Tiefs liegt.

David Iusow, Analyst beim Brokerhaus DailyFX, dämpfte jedoch Erwartungen an einen derart großen Zinsschritt nach unten. Der Markt könne zu viel erwarten, schrieb er. "Die Notenbank möchte eventuell auch signalisieren, dass die Konjunktur sich in die richtige Richtung bewegt."

12:42 Uhr

Prosus setzt im Übernahmekampf um Just Eat einen drauf

Just Eat
Just Eat 10,10

Im Übernahmekampf um den britischen Essenslieferdienst Just Eat hat die niederländische Investmentgesellschaft Prosus ihr Angebot erhöht. Prosus biete nun 740 Pence pro Aktie von Just Eat, teilte das Unternehmen mit - damit wird Just Eat mit 5,1 Milliarden Pfund (6,1 Milliarden Euro) bewertet, das ist ein Plus von 200 Millionen Pfund zur ersten Offerte. Der Essenslieferdienst wehrt sich gegen die Übernahme; Just East will mit der Lieferando-Mutter Takeaway.com aus den Niederlanden fusionieren.

Der Verwaltungsrat von Just East argumentierte bislang, das Angebot von Prosus sei zu niedrig. Die Investmentgesellschaft erhöhte ihre Offerte nun und verlängerte die Annahmefrist zudem bis zum 27. Dezember.

12:08 Uhr

Carl Zeiss Meditec legen mehr als 10 Prozent zu

Carl-Zeiss Meditec
Carl-Zeiss Meditec 116,10

Gleich hinter Osram schüttelten die Anteile von Carl Zeiss Meditec ihre Verluste vom Freitag ab, erreichten mit 113,90 Euro ihr nächstes Rekordhoch und gewannen zuletzt 10 Prozent bei einem Kurs von 113,40 Euro. Die Deutsche Bank hatte die Papiere hochgestuft und das Kursziel von 89 auf 123 Euro angehoben.

11:32 Uhr

Sanofi greift für US-Krebsspezialisten tief in die Tasche

Sanofi
Sanofi 87,69

Der Pharmakonzern Sanofi verstärkt sein Geschäft mit Krebsmedikamenten und schluckt das kalifornische Biotechunternehmen Synthorx für rund 2,5 Milliarden Dollar. Die Franzosen wollen 68 Dollar je Aktie in bar zahlen, wie Sanofi  mitteilt. Damit greift der Pharmakonzern tief in die Tasche und bietet einen Aufschlag von 172 Prozent zum Schlusskurs der Synthorx-Titel am Freitag. Mit den letzten größeren Zukäufen - der Übernahme der US-Biotechfirma Bioverativ für 11,6 Milliarden Dollar und des belgischen Unternehmens Ablynx für 3,9 Milliarden Euro - hatte Sanofi seine Stellung bei Blutkrankheiten gefestigt.

Mit dem Kauf von Synthorx verstärkt sich der Konzern, der unter schrumpfenden Umsätzen bei seinen Diabetesarzneien leidet, nun im lukrativen Geschäft mit Krebs-Immuntherapien. Bislang hat der Konzern erst eine einzige Krebs-Immuntherapie auf den Markt gebracht, das Mittel Libtayo zur Behandlung einer Form des hellen Hautkrebs.

10:51 Uhr

Pfund legt nach Wahlumfragen zu

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imago images/Westend61

Nach den Wahlumfragen vom Wochenende für die Parlamentswahlen am Donnerstag in Großbritannien steigt das Pfund leicht an. Grund sei der Vorsprung der konservativen Partei angeführt von Boris Johnson gegenüber der Labour Partei, so RBC.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,30

"Das Pfund erholt sich wieder, nachdem die Märkte eine Tory-Mehrheit fast vollständig ausgepreist haben", sagt Elsa Lignos, Devisenstrategin bei RBC Capital Markets. Das Pfund notiert aktuell bei 1,3167 Dollar, nach 1,3135 Dollar im späten US-Handel am Freitag.

10:25 Uhr

Ölpreise verlieren nach starkem Anstieg

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,72

Die Ölpreise sind nach kräftigen Anstiegen in der Vorwoche leicht gesunken. Am Freitag hatten die Preise für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl noch jeweils die höchsten Stände seit September erreicht. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,13 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 58,88 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung. Am Freitag hatten Ergebnisse einer Konferenz des Ölkartells Opec noch für Auftrieb bei den Ölpreisen gesorgt. Das führende Opec-Land Saudi-Arabien hatte den Markt mit einer unerwartet starken Kürzung der Fördermenge überrascht.

09:52 Uhr

Neuer FT-Bericht macht Wirecard zu schaffen

Wirecard
Wirecard 137,10

Ein Bericht der "Financial Times" über zweifelhafte Bilanz-Praktiken setzt Wirecard zu. Die Aktien des Online-Zahlungsabwicklers fallen zur Eröffnung um bis zu fünf Prozent auf 109,40 Euro. Der Zeitung zufolge berechnete Wirecard in seiner Bilanz für 2017 auf Treuhandkonten geparkte Gelder zu den eigenen Bar-Reserven hinzu. Wirecard weist den erhobenen Vorwurf der Bilanz-Trickserei zurück. Sämtliche Bargeld-Positionen seien gemäß des IFRS-Buchhaltungsstandards verbucht worden, sagte eine Sprecherin des Online-Zahlungsabwicklers. Die Wirecard-Aktie grenzte daraufhin ihre Verluste etwas ein und notierte nur noch 1,9 Prozent tiefer.

Die "Financial Times" hat in den vergangenen Monaten mehrfach über angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Wirecard-Bilanzpraktiken berichtet. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, die Bücher von unabhängigen Wirtschaftsprüfern durchleuchten zu lassen.

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09:23 Uhr

Osram sorgt mit Kurssprung für Furore

Der Zollstreit zwischen den USA und China hält die Dax-Anleger von weiteren Engagements ab. Der deutsche Leitindex notierte zur Eröffnung kaum verändert bei 13.150 Punkten, nachdem er am Freitag dank ermutigender US-Arbeitsmarktdaten fast ein Prozent zugelegt hatte.

Börsianer rätseln weiterhin, ob US-Präsident Donald Trump die für den 15. Dezember geplanten Verschärfungen der Strafzölle in Kraft setzt oder aufschiebt, um das geplante Teilabkommen mit China unter Dach und Fach zu bringen. Die Signale zum Stand der Verhandlungen seien widersprüchlich.

Osram
Osram 45,09

Bei den Aktienwerten sorgte ein Kurssprung bei Osram von rund 13 Prozent für Furore. Der österreichische Sensor-Spezialist AMS sicherte sich im zweiten Anlauf die Mehrheit an dem deutschen Lichttechnik-Konzern. Mit 43,31 Euro notierten die Titel sogar über dem Übernahmepreis von 41 Euro. "Es war alles andere als klar, dass AMS dieses Mal erfolgreich sein würde", sagte ein Börsianer. Daher müssten sich diejenigen Anleger, die auf Kursverluste gesetzt hätten, nun mit Osram-Titeln eindecken.

08:19 Uhr

Zitterstart in Frankfurt: Fällt der Dax ins Minus?

Am deutschen Aktienmarkt müssen sich Anleger auf einen unsicheren Wochenauftakt einstellen. Beobachter in Banken und Brokerhäusern rechnen mit Blick auf den Leitindex an der Frankfurter Börse mit einem unklaren Start in die neue Handelswoche.

  • In den vorbörslich ermittelten Indikationen wird der Dax zur Eröffnung bei 13.164,50 Punkten gesehen, was im Vergleich zum Wochenschluss vom vergangenen Freitag einem prozentual unveränderten Stand entspricht.
  • Am Nikolaustag war das prominenteste deutsche Kursbarometer unter dem Einruck der unerwartet starken US-Daten 0,9 Prozent fester aus dem Handel gegangen. Der Schlusskurs lag bei 13.166,58 Zählern.
  • Damit liegt der Dax auf Jahressicht (YTD) noch 24,7 Prozent im Plus. In der ersten Börsenwoche im Dezember büßte er allerdings 0,5 Prozent ein.

Der schwache Ausblick in den Handelstag dürfte viele Anleger enttäuschen: Damit zeichnet sich ab, dass die Wirkung der US-Daten zur Lage im Arbeitsmarkt schneller verpuffen könnte als erwartet. Vor dem Wochenende hatte der stärkste Stellenaufbau in den USA seit zehn Monaten die Börsianer in New York und Frankfurt noch in Kauflaune versetzt.

Dax
Dax 13.323,69

Die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf den chinesisch-amerikanischen Zollstreit dämpfe die Begeisterung, meinte ein Marktbeobachter am Morgen. Analysten rätseln weiterhin, ob US-Präsident Donald Trump die für den 15. Dezember geplante Verschärfung der Strafzölle in Kraft setzt oder aufschiebt, um das geplante Handelsabkommen mit China unter Dach und Fach zu bringen.

Größere Konjunktursignale stehen zu Wochenbeginn nicht auf der Agenda. Gegen 10.30 Uhr wird aus Deutschland der Sentix-Konjunkturindex für Dezember erwartet.

Am späteren Vormittag treten dann die Sprecher der Bundesregierung in der Berliner Bundespressekonferenz vor die Journalisten, wo sie nach dem SPD-Parteitag auch mit Fragen zur Stabilität der großen Koalition und den Plänen der Sozialdemokraten hinsichtlich des Mindestlohnniveaus rechnen müssen.

In Paris beginnt daneben der Ukraine-Gipfel im sogenannten Normandie-Format mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

07:36 Uhr

Infografik: So sieht die Lage am US-Arbeitsmarkt aus

Kurzer Rückblick auf die Daten aus dem am Freitag veröffentlichten "Job Report": Die US-Wirtschaft läuft zum Jahresende allem Anschein nach auf Hochtouren. Allein im November entstanden 266.000 neue Arbeitsplätze, wie die Regierung in Washington bei der Vorlage des Monatsberichts zur Lage am US-Arbeitsmarkt mitteilte. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel - ebenfalls anders als an den Märkten erwartet - leicht zurück und erreichte mit 3,5 Prozent den niedrigsten Stand seit 50 Jahren.

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Die Daten aus dem Inneren der weltgrößten Volkswirtschaft wirken an den Märkten nicht nur als willkommenes Konjunktursignal, das ein unerwartet freundliches Bild einer robusten US-Wirtschaft zeichnet. Zeitlich fällt die Veröffentlichung auch mit den kurz vor dem Zinsentscheid anschwellenden Spekulationen um einen möglichen Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zusammen.

Eine Arbeitslosenquote mit einer Drei vor dem Komma entspricht in der Praxis nahezu einem Zustand der Vollbeschäftigung. Die US-Währungshüter, die diesem Ziel verpflichtet sind, entscheiden an diesem Mittwoch - aller Voraussicht nach zum letzten Mal in diesem Jahrzehnt - über den US-Leitzins. Experten erwarten, dass die Fed nach drei Senkungen in diesem Jahr stillhalten und den geldpolitischen Schlüsselsatz vorerst in der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent belassen wird.

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07:09 Uhr

Konjunktursignal als Auslöser: Gold verbilligt sich schlagartig

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picture alliance / Uli Deck/dpa

Die unerwartet starken Job-Daten vom vergangenen Freitag entfalten nicht nur im Devisengeschäft und an den Aktienmärkten enorme Wirkung. Im Handel mit dem Edelmetall Gold, das gemeinhin als Krisenwährung gilt, fiel der Preis kurz nach der Vorlage des US-Arbeitsmarktberichts deutlich zurück.

  • Kurz vor Bekanntgabe der US-Arbeitslosenquote notierte die Feinunze Gold (31,1 Gramm) im Londoner Freitagshandel noch bei rund 1476 Dollar.
  • Gegen 14.30 Uhr (MEZ) sackten die Notierungen dann steil ab: Gold verbilligte sich binnen weniger Minuten um bis zu 16 Dollar je Feinunze.
  • Am späteren Nachmittag wurde die Feinunze in London mit 1461 Dollar gehandelt. Das waren immer noch rund 14 Dollar weniger als am Vortag.

Zu Wochenbeginn notiert die Feinunze Gold nahezu unverändert bei 1461,34 Dollar.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.569,81

 

06:57 Uhr

Wochenstart an den Märkten: US-Jobdaten schwächen den Euro

Im Devisenhandel beginnt die neue Woche mit anhaltenden Nachwirkungen aus den USA. Der Kurs der Gemeinschaftswährung liegt zum Start in die zweite Dezemberwoche knapp unter 1,1060 Dollar, nachdem er am Freitag nach Veröffentlichung des Regierungsberichts zur Lage am US-Arbeitsmarkt im November kräftig nachgegeben hatte.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,1059 Dollar und damit rund 0,01 Prozent über dem Niveau von Freitagabend.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs am Nikolaustag allerdings noch deutlich höher mit 1,1094 Dollar angegeben. Der Dollar kostete damit 0,9140 Euro.
  • Unter dem Eindruck starker Konjunkturdaten aus den USA war der Euro vor dem Wochenende unter die Marke von 1,11 Dollar gefallen. Vor allem die Signale aus dem US-Arbeitsmarkt seien "unerwartet solide" ausgefallen und hätten dem Dollar Auftrieb verliehen, hieß es.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84453 (0,84470) britische Pfund, 120,44 (120,69) japanische Yen und 1,0968 (1,0964) Schweizer Franken fest.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10