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Millionenmarkt Browsergames Erfolgreich in fremden Welten

Das Browserspiel "Travian" zählt zu den großen Erfolgsgeschichten im deutschsprachigen Internet. Seit dem Start im Jahre 2004 entwickelte sich das anfängliche Hobbyprojekt zu einem stattlichen Unternehmen.

Travian.jpgIns Leben gerufen wurde "Travian", ein Aufbaustrategiespiel, welches in der Antike spielt, von Gerhard Müller. Schnell wird aus der Spielerei Ernst: Ein Jahr nach dem Start gründet Gerhard Müller mit seinem Bruder Siegfried die Travian Games GbR. Im Herbst 2005 stößt Holger Miller zum Gründungsduo – es entsteht die Travian Games GmbH. Inzwischen ist "Travian" in über 50 Länderversionen spielbar und verfügt nach eigenen Angaben über 5,2 Millionen aktive Spieler. Das ehemalige Hobbyprojekt beschäftigt mittlerweile über 100 Mitarbeiter. Neben ihr Urspiel "Travian" stellten die Münchener im Frühjahr des vergangenen Jahres das Browserspiel "Travianer". An den Erfolg des Erstlingswerkes konnte der Ableger bisher nicht anknüpfen: Das Spiel verfügt nach eigenen Angaben über 100.000 aktive Spieler.

"Imperion" - das neue Weltraumspiel

Imperium.jpgIn der Wahrnehmung der allermeisten ist Travian Games dennoch weiter ein Einspiele-Unternehmen. Dies soll sich nun ändern: "Imperion" soll diesen Bann brechen. Das neue Weltraumspiel erntete in der Szene bisher großes Lob. "Die Stärke von 'Imperion' zeigt sich weniger in den Einzelheiten als im Gesamtpaket. Überzeugende Grafik, bewährtes Spielprinzip und interessante und praktische Zusätze wie die Rassen oder das Diplomatiesystem versprechen ein fulminantes Spielerlebnis", schreibt der Fachdienst Galaxy News. Noch läuft die Testphase des Spiels – neben der deutschen Betaversion gibt es zudem eine englischsprachige Testversion.

"Imperion" ist aber nicht die einzige Neuigkeit aus dem Hause Travian Games: Bereits Ende 2007 legten sich die Bajuwaren mit TG Nord, welches von Björn Lilleike geführt wird, ein zweites Standbein zu. Lilleike wirkte unter anderem an der Entwicklung von so erfolgreichen PC-Titeln wie "Port Royale 2" und "Anno 1701" mit. Das junge Entwicklerstudio will die Browserspielewelt mit "Wewaii" verzaubern. Wie alle Browserspiele soll sich auch "Wewaii" über Premium-Inhalte finanzieren. Das Spielkonzept ist neu in der Szene: Einen Hotelmanager gab es bisher nicht. Klasse statt Masse bleibt somit offenbar das Motto von Travian Games.

Die-Staemme.jpgEbenfalls erfolgreich im Segment Browserspiele sind "Die Stämme". Die Geschichte nahm 2003 ihren Lauf: Damals begannen die Brüder Eike und Hendrik Klindworth gemeinsam mit Michael Zillmer mit der Entwicklung des Browserspiels. Bei Die Stämme ist jeder Spieler Anführer eines kleinen Dorfes, welches er aufbauen und gestalten kann. Bis Anfang 2004 wuchs die Zahl der Spieler auf mehrere Tausend an. Im Herbst 2005 waren es schon 50.000. Aus dem Hobby wurde ein Vollzeitjob. Anfang 2007 folgte die Gründung von InnoGames. Das Unternehmen betreibt, entwickelt und vermarktet das Spiel. "Seitdem beschleunigte sich der Wachstumskurs weiter, so dass InnoGames heute mit rund sechs Millionen Spielern weltweit einer der größten Betreiber von browserbasierten Onlinespielen ist" sagen die Macher. Inzwischen beschäftigt das junge Unternehmen über 50 Mitarbeiter und weltweit rund 60 Community-Manager als Teilzeitkräfte.

Lange Zeit war InnoGames - wie Travian - ein Einspiele-Unternehmen. Mit "The West" haben die Hamburger aber inzwischen ein zweites Browerspiel auf den Markt geschoben. Bei diesem können die Spieler auf den Spuren von Jesse James und Billy the Kid wandern. Das spannende Spiel liegt mittlerweile in 18 Sprachversionen vor und verfügt nach Unternehmensangaben über rund zwei Millionen Nutzer. Das dritte Spiel trägt den Namen "Grepolis" und geht im September an den Start. Ein viertes Projekt steht ebenfalls schon in den Startlöchern: InnoGames sicherte sich die Rechte an einem bislang kleinen Spiel und überarbeitet dieses für den Massenmarkt. Die neuen Spiele sollen helfen, den bisherigen "Wachstumskurs auch über 2009 hinaus zu halten".

Geplant: Umsatz im zweistelligen Millionenbereich

Gegen den gesamtwirtschaftlichen Trend hätte die Softwarefirma für das erste Halbjahr dieses Jahres einen neuen Rekordumsatz erwirtschaftet. "Die Gesamtbilanz verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum”, teilen die Hanseaten mit. Auch für das ganze Jahr 2009 rechnet der Entwickler und Betreiber von Internetspielen mit einer Steigerung von rund 100 Prozent. "Damit läge der Umsatz erstmals im zweistelligen Millionenbereich.” InnoGames-Gründer und Geschäftsführer Michael Zillmer: "Selbst in den für Internetspiele schwachen Sommerwochen war unsere Geschäftsentwicklung sehr positiv”. Eine beachtliche Erfolgsgeschichte: Die die Firmengründer komplett ohne fremdes Kapital gestemmt haben. An diesem Prinzip wollen sie auch künftig festhalten.

Alexander_Hüsing.jpgAlexander Hüsing, deutsche-startups.de, porträtiert für n-tv.de jeden Freitag Gründer und ihre innovativen, kuriosen, vielversprechenden oder vollkommen abwegigen Geschäftsideen.

Quelle: n-tv.de