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Im Netz auf Ahnensuche Online Stammbäume

Ahnenforschung war in Deutschland bisher nur ein Nischenthema. Dank Stammbaum-Communities wie "FamilyOne" und "verwandt.de" ist die Beschäftigung mit den Vorfahren plötzlich in aller Munde. Unzählige Menschen entdecken die Ahnenforschung für sich. Sven Schmidt, Mit-Gründer von "verwandt.de" gibt die Zahl der eingetragenen Profile auf seiner Plattform mit "über 1,5 Millionen" an. Wobei damit nicht die Zahl der registrierten Mitglieder gemeint ist, sondern die Anzahl der eingestellten Verwandtschaftsprofile. Die Zahl der Nutzer will Schmidt nicht verraten.

Erstaunlich ist das Wachstum des Abstammungsnetzwerkes: Erst am 26. Juli - knapp einen Monat nach dem offiziellen Start - verkündeten die Hambuger, dass sie die 600.000-Marke geknackt haben. Bereits Ende Juli waren eine Million Profile in der Datenbank. Inzwischen sind es rund 500.000 mehr.

Bei "FamilyOne" sind nach Unternehmensangaben derzeit 500.000 Profile hinterlegt. Die Zahl der Nutzer gibt Gründer David An mit 50.000 an. Die Zuwachszahlen können sich ebenfalls sehen lassen: Ende Juni waren es gerade einmal 30.000 Nutzer und 300.000 Profile. Wenn man bei "verwandt.de" eine ähnliche Verteilung zwischen Nutzern und Profilen annimmt, haben die Hanseaten somit über 150.000 Nutzer. Wobei die Zahl der Profile pro Nutzer stark schwankt. Einige der größten Stammbäume bei "FamilyOne" bestehen aus 600 und mehr Profilen, der größte bei "verwandt.de" hat über 1.000 Profile.

Stammbäumen Import und Export

Um noch mehr Nutzer zu gewinnen, setzen die "FamilyOne"-Macher An und Nikolaus Zirwes auf das Gedcom-Format (Genealogical Data Communication). Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Datenformat, das von allen gängigen Ahnenforschungsprogrammen unterstützt wird. Dadurch ist es laut Unternehmensangaben "nun möglich Stammbaum-Daten spielend leicht in 'FamilyOne.de' zu importieren." Ein Import und Export von Gedcom-Dateien steht auch bei "verwandt.de" auf der Agenda. Wenn diese kommt, können die Nutzer beliebig zwischen beiden Plattformen hin und her wechseln, ohne dass sie neu mit dem Aufbau ihres Stammbaums beginnen müssen.

Ebenfalls neu in der "FamilyOne"-Welt ist eine News Rubrik mit Berichten über die Stammbäume von Personen der Zeitgeschichte und ein Stammbaum-Widget. Diese kleine Web-Applikation kann sich jeder Nutzer in seine Website oder Blog einbauen und so vielleicht entfernte Verwandte aufspüren. Bei "verwandt.de" kam zuletzt die "Familienkarte" hinzu. Auf dieser Karte "werden über kleine Marker die Geburtsorte aller Personen im Stammbaum angezeigt". Der Wettstreit der Stammbaum-Communities ist somit im vollen Gange. Die beiden Konkurrenten haben jedoch unterschiedliche Zielgruppe im Auge: "FamilyOne" spricht mit seinem sachlichen Layout die ganze Familie an und "verwandt.de" mit seinen Neon-Farben und Comic-Figürchen eher die jüngere Zielgruppe.

Historische Adressbücher aus ganz Deutschland

Als weiterer Konkurrent im Boommarkt Ahnenforschung tummelt sich zudem das US-Unternehmen The Generations Network mit seinem Ableger "Ancestry.de" auf dem deutschen Markt. Die Cyber-Plattform richtet sich vor allem an semiprofessionelle und professionelle Genealogen. Mit wenigen Klicks können sich diese bei " Ancestry.de" ihren eigenen Stammbaum zusammenstellen, Familienfotos hochladen und gezielt nach alten Dokumenten suchen.

Generations Network bietet nach eigenen Angaben "mit mehr als 5 Milliarden Namen in 23.000 Datenbanken die weltweit größte Sammlung genealogischer Daten im Internet an". Darunter beispielsweise die Hamburger Passagierlisten von 1850 bis 1934 in digitaler Form und historische Adressbücher aus ganz Deutschland. Für den vollen Zugriff auf diese Datenbanken müssen die Nutzer allerdings zahlen. Seit dem Start von "Ancestry.de" Ende des vergangenen Jahres wurden nach Unternehmensangaben "bereits mehr als 40.000 Familienstammbäume mit über einer Million Namen angelegt".

Alexander Hüsing, deutsche-startups.de, porträtiert für n-tv.de jeden Freitag Gründer und ihre innovativen, kuriosen, vielversprechenden oder vollkommen abwegigen Geschäftsideen.

Quelle: ntv.de