Marktberichte

Neues Allzeit-Hoch Caterpillar schiebt die Börse an

Aus den USA berichtet Lars Halter

Ben Bernanke tat was er konnte, doch nur schweres Gerät konnte die Wall Street am Donnerstag auf ein neues Allzeit-Hoch schieben. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 23 Zählern oder 0,2 Prozent auf 12.765 Punkten, die Nasdaq holte 8 Zähler oder 0,35 Prozent auf 2.497 Punkte.

Damit setzten die US-Börsen ihre Rallye fort, die nun schon drei Tage anhält. Wichtigster Faktor bei der Kletterpartie waren und sind die Äußerungen von Ben Bernanke vor dem Kongress. Aus denen lässt sich ablesen, dass die Notenbank einen ruhigen Kurs fahren will und angesichts moderaten Wirtschaftswachstums und sinkenden Inflationsdrucks keine Zinsanhebungen plant.

Als hätte der Markt einen Tag nach der Bernanke-Rede Beweise für dessen Worte gebraucht, kamen entsprechende Daten: Der Empire State Index, der über die Aktivitäten im Produzierenden Gewerbe im Großraum New York berichtet, hat sich im Januar von 9,1 auf 24,4 Punkte deutlich verbessert. Analysten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass der Index leicht nachgeben würde.

Gleichzeitig sind die Importpreise im Januar um 1,2 Prozent gesunken und damit etwas stärker als erwartet.

Das alles machte Laune auf dem Parkett. Doch hätten die Blue Chips nicht im Plus geschlossen, gäbe es nicht Caterpillar. Der Baumaschinenriese kündigt an, eigene Aktien im Wert von 7,5 Milliarden Dollar zurückkaufen zu wollen. Die Aktie verbesserte sich um 2,6 Prozent.

Einen weiteren Aktienrückkauf plant der Eisenbahner CSX Corp., und am Dienstag hatte Microsoft einen Rückkauf über 7 Milliarden Dollar angekündigt. Damit kommt weitere Liquidität in den Markt, was in den Augen vieler Analysten die außerordentliche Rallye der letzten Monate erst am Leben hält.

Es gab allerdings nicht nur Gewinner am Donnerstag. Einige Finanzaktien standen unter Druck, da sie sich laut Wall Street Journal von schlechten Krediten trennen wollen. Das verstärkt die Skepsis der Anleger, die bereits vor einer Woche von der HSBC vor hohen Abschreibungen für schlechte Kredite gewarnt worden waren. Zu den Dow-Verlierern gehörten Citigroup und J.P. Morgan.

Ferner im Mittelpunkt des Interesses stand ein möglicher Merger im Bier-Sektor. Die belgisch-brasilianische InBev soll interessiert sein, den amerikanischen Großbrauer Anheuser-Busch zu übernehmen. Mit einer Marktkapitalisierung von 41,9 Milliarden Dollar ist InBev minimal größer als der amerikanische Konkurrent mit 38,6 Milliarden Dollar. Ein Merger würde die weltgrößte Brauerei hervorbringen, was die Wall Street natürlich interessiert. Anheuser-Busch verbesserte sich um 3 Prozent.

Unter den Brauereien legte auch die Aktie von Molson Coors um 6 Prozent zu, nachdem das Unternehmen besser als erwartet zum abgelaufenen Quartal gemeldet hatte.

Im Mittelpunkt des Interesses standen auch einige Fluggesellschaften. JetBlue profitiert von einer Aufstufung bei Goldman Sachs auf "Kaufen". Die Analysten rechnen damit, dass der Billigflieger künftig auf bessere Margen blicken kann. Im Gegenzug stufen die Experten AMR, die Mutter von American Airlines, auf "Neutral" ab, was man auf die Bewertung der Aktie schiebt.

Quelle: ntv.de