Marktberichte

MAN verleiht Flügel Dax auf Jahreshoch

Die Spekulationen um eine mögliche Übernahme der MAN-Nutzfahrzeugsparte durch Volkswagen bescherten dem Deutschen Aktienindex heute einen Jahreshöchststand. Das Börsenbarometer stieg um 2,88 Prozent auf 3.333 Punkte, zeitweise wurden gar 3.359 Zähler erreicht.

Die Gerüchte kamen nicht nur dem LKW-Bauer zugute. Die Aussicht auf ein mögliches Übernahmeangebot ließen die MAN-Aktie steigen, die Hoffnung auf die Verkaufserlöse half den Finanzwerten, erklären Händler. MAN gewinnen 4,76 Prozent auf 16,50 Euro. Doch auch die MAN-Großaktionäre Allianz, Münchener Rück und Commerzbank können kräftig zulegen. Allianz rücken 2,49 Prozent auf 74,10 Euro vor, Münchener Rück klettern um 1,69 Prozent auf 90,30 Euro. Commerzbank springen um 6,77 Prozent auf 13,25 Euro.

Medienberichten zufolge ist Volkswagen an einer Übernahme der Nutzfahrzeugsparte des Maschinenbauers und Nutzfahrzeugherstellers interessiert. Dazu soll der LKW-Bereich zuvor ausgegliedert werden. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" erklärte dazu, VW sei zur Komplettierung seiner Produktion an leichten Nutzfahrzeugen an der Übernahme der Produktion schwerer Lkw von MAN interessiert. VW sei auch mit dem MAN-Großaktionär Allianz weitgehend einig.

„Die Frage bleibt, wie VW die kleinen Anleger von einem Verkauf der MAN-Aktien überzeugen will. VW würde diese brauchen, um die Kontrolle über die Lkw-Sparte zu erlangen", sagte Jochen Mathee, Fondsmanager bei Invesco Asset Management.

Trotz der Euphorie um MAN - den ersten Platz auf der Gewinnerliste ergattert Infineon. Der Titel legte um 7,55 Prozent auf 9,97 Euro zu. "Infineon und andere Halbleiterwerte folgen der Rally in Asien", erklärte ein Händler. Uwe Barth, Analyst bei der LBBW sagte: "Die asiatischen Börsen haben die erwarteten positiven Geschäftszahlen der Halbleiterbranche für das abgelaufene Geschäftsquartal vorweggenommen."

Die Investmentbank Merrill Lynch hat zudem die Prognose für den Gewinn des Speicherchipherstellers im Jahr 2004 auf 0,32 Euro von 0,29 Euro je Aktie angehoben.Gleichzeitig wurde die Verlustschätzung für 2003 auf 0,83 Euro von 0,87 Euro je Aktie zurückgenommen. Auch JP Morgan erhöhte seine Gewinnerwartungen für die Aktie auf 0,22 Euro von bislang 0,02 Euro. Das Kursziel gab JP Morgan mit elf Euro nach zuvor neun Euro an.

Auch ThyssenKrupp setzen ihre Aufwärtsbewegung fort. Am Freitag hatte bereits eine positive Studie von Goldman Sachs dem Wert zu Gewinnen verholfen. Die Papiere verteuern sich um 4,58 Prozent auf 11,41 Euro.

Auf der Verliererseite hat sich Altana positioniert. Der Pharma- und Chemiekonzern sieht die selbstgestellten Wachstumsziele 2003 in Gefahr. Grund ist die aktuelle Stärke des Euro. „Wenn der Euro auf einem Niveau bleiben sollte wie bisher, nämlich um 1,15 Dollar im Jahresdurchschnitt, dann werden wir beim Umsatz ein zweistelliges Wachstum in Euro nur schwer erreichen können“, sagte der Altana-Vorstandsvorsitzende Nikolaus Schweickart dem „Tagesspiegel“. Der Wert der Aktie sinkt um 2,12 Prozent auf 54,08 Euro.

Quelle: ntv.de