Marktberichte

Schulter-Kopf-Schulter Dax erholt sich weiter

Der deutsche Aktienmarkt legt weiter zu. Neben charttechnischen Gründen wirkt vor allem die Zuversicht, beim Schuldenthema Griechenland einer Lösung nahe zu sein, positiv auf den Dax.

stahl.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Dax hat seine Erholung fortgesetzt und mit Gewinnen geschlossen. "Diese Gewinne trotz der Schwäche des Euro sind schon bemerkenswert", kommentierte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank die Entwicklung. Der deutsche Leitindex stieg um 1,10 Prozent auf 5776,56 Punkte. Für den MDax ging es um 1,43 Prozent auf 7651,83 Punkte hoch, der TecDax stand mit 0,48 Prozent auf 803,54 Punkte im Plus.

Als stützend im Dax erweisen sich  starke Zykliker wie Thyssen und Salzgitter.

Damit notiert der Leitindex nun über der wichtigen Nackenlinie der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 5750 Punkten. Das habe neues Interesse an den Markt gebracht, heißt es im Handel. Der Ausbruch müsse am Nachmittag von der Wall Street aber bestätigt werden, sonst dürfte er sich als Fehlsignal erweisen.

Griechen weiter Thema

Das Thema Griechenland steht Händlern zufolge aber weiter im Blick. Gespannt warte der Markt darauf, welche Resultate das Krisentreffen der Regierung bringt, das der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou für Mittwoch angekündigt hat. Bei der Kabinettssitzung müssten "Entscheidungen zur Wirtschaft getroffen werden", hatte das Büro von Papandreou mitgeteilt.

Unterdessen hat eine Gewerkschaft erneut zu einem eintägigen Streik im öffentlichen Dienst gegen die Sparpläne der Regierung aufgerufen. Zudem wird am Markt eine Anleihe des stark angeschlagenen Landes erwartet. "Vorher trauen sich viele nicht aus der Deckung", sagte ein Händler.

Euro weiter unter Druck

Die Probleme von Griechenland lasteten auch auf der Gemeinschaftswährung: Der Euro fiel zwischenzeitlich bis auf 1,3435 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit fast zehn Monaten nicht mehr. Eine technische Gegenreaktion führte ihn aber wieder über der Marke von 1,35 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3548 (Montag: 1,3525) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7381 (0,7394) Euro.

Genf: Autoaktien im Scheinwerferlicht

Zu den großen Gewinnern am deutschen Markt gehört die BMW-Aktie mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 31,34 Euro. Der Autobauer hat im Februar weltweit gut 91.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft - ein Plus von rund 14 Prozent. Für das Gesamtjahr bekräftigte BMW-Chef Norbert Reithofer auf dem Genfer Automobilsalon das Ziel, weltweit über 1,3 Mio. Autos zu verkaufen, nach 1,29 Millionen im vergangenen Jahr. Weitere Absatzzahlen kommen im Laufe des Tages: Am Abend werden die Verkaufszahlen vom US-Markt erwartet.  Daimler-Aktien ziehen um 1,3 Prozent an.

Auch MAN und VW-Vorzüge waren gefragt. Händler verwiesen auf Agenturmeldungen, denen zufolge die Kooperation von Scania und MAN nach den Veränderungen im Management des Nutzfahrzeugbauers schneller als erwartet vorankomme.

Lufthansa überrascht mit Zahlen

Die Lufthansa ist im Krisenjahr 2009 in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich wurde ein Verlust von 112 Mio. Euro ausgewiesen, wie die Airline aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte. Im Vorjahr waren noch 542 Millionen Euro Gewinn erzielt worden. Der Umsatz sank um rund 10 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Lufthansa setzen sich damit an der Indexspitze mit plus 3,6 Prozent auf 11,50 Euro.

Halbleiterbranche geht's gut

Infineon standen mit einem Plus von 2,9 Prozent auf der Gewinnerseite. Händler verwiesen auf gute Stimmung für Aktien der Technologiebranche, die aus Asien herübergeschwappt sei. Der US-Hersteller SanDisk hatte seine Umsatzprognose für das erste Quartal erhöht und einen optimistischen Ausblick für die Branche gegeben - in Taiwan, Südkorea und Japan standen Aktien von Halbleiterfirmen daraufhin auf den Einkaufslisten der Börsianer. "Das hilft auch Infineon", sagte ein Händler. Zudem hatten die Analysten der UBS die Aktie in einer Sektorstudie als "Top-Pick" bezeichnet und die Umsatzerwartungen für die Branche in diesem Jahr erhöht.

SAP und die Margenziele

SAP-Aktien gewinnen 1,3 Prozent nach der Bekanntgabe, das hochgesteckte mittelfristige Margenziel von 35 Prozent erreichen zu wollen.

Analystenaugen auf Telekom und Deutscher Börse 

Kritischer beurteilten Analysten dagegen die Deutsche Telekom: Barclays und JP Morgan senkten ihr Kursziel. Zudem stuften Barclays die T-Aktie auf "Equalweight" von "Overweight" herunter, JP Morgan bekräftigte das Votum "Neutral". Deutsche Telekom reagieren daraufhin mit einem Abschlag von etwa 0,3 Prozent.

Die Analysten von UBS empfahlen am Morgen die Aktien der Deutschen Börse zum Kauf. Die Papiere sollten von einer zyklischen Erholung der Handelsumsätze profitieren, urteilte die Bank. Wachstumschancen ergäben sich auch durch geplante regulatorische Eingriffe in die Finanzmärkte. Unter anderem soll der außerbörsliche Handel transparenter und an zentralen Stellen abgewickelt werden, was der Börse zu Gute komme. Weitere Treiber seien die zunehmende Globalisierung sowie das Wachstum bei Algotrading. Aktien von Deutsche Börse gewinnen daraufhin 1,7 Prozent.

Quelle: n-tv.de, DJ/rts/dpa/DJ

Mehr zum Thema
23.04.09
27.04.09
27.04.09
23.04.09
23.04.09
23.04.09
26.06.08
23.04.09
28.10.07
03.09.09
24.05.09
23.04.09
23.04.09
23.04.09