Marktberichte

Nokia belastet High-Techs Dax geht auf Talfahrt

Die deutschen High-Tech-Werte sind am Nachmittag im Sog der Gewinnwarnung des Mobilfunkherstellers Nokia eingebrochen und zogen den Gesamtmarkt mit nach unten. Der Dax schloss mit minus 1,7 Prozent bei 6059 Punkten und näherte sich damit der psychologisch wichtigen 6000-Punkte-Marke.

Beschleunigt wurde der Abwärtstrend von den schwachen US-Börsen, die ebenfalls durch die Nokia-Warnung unter Druck gerieten.

Nach dem negativen Geschäftsausblick von Nokia seien spontan alle High-Tech-Werte abgestraft worden, so ein Händler. Die Gewinnwarnung hätte vor allem Siemens treffen getroffen, da das Unternehmen auch im Mobilfunkbereich tätig sei. Nokia hatte mitgeteilt, man erwarte im zweiten Quartal nur noch eine Absatzsteigerung von weniger als 10 Prozent, nachdem das finnische Unternehmen seine ursprüngliche Wachstumsprognose bereits auf 20 Prozent gesenkt hatte. Die Siemens-Aktie schloss als Tagesverlierer mit einem Minus von 4,64 Prozent bei 79,83 Euro.

Die Kurse von SAP, Infineon und Epcos stürzten ebenfalls ab. Die Verluste betrugen zwischen vier und 4,6 Prozent.

Auch die Deutsche Telekom konnte ihre Gewinne von rund 2 Prozent vom Vormittag zwar nicht ganz halten, war aber eines der beiden Dax-Unternehmen, dass überhaupt positiv schließen konnte. Der Kurs legte um 0,25 Prozent auf 23,84 Euro zu. Am Morgen hatte die Deutsche Telekom bekanntgegeben, man werde bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards UMTS in Deutschland und Großbritannien mit der British Telecom kooperieren. Die Allianz könne für die Telekom Einsparungen von rund 2,7 Milliarden Euro bedeuten, so Experten.

Tagesgewinner im Dax war die HypoVereinsbank, die 1,4 Prozent auf 57,40 Euro stieg. Die Bank hatte am Morgen mitgeteilt, man wolle das Filialnetz des Konzerns neu strukturieren. Demnach sollen die Netze der HypoVereinsbank, der Vereins- und Westbank sowie der norisbank zusammengefasst werden. Die Bank erwartet hiervon spürbare Synergieeffekte.

Auf der Verliererseite stand auch die Aktie von ThyssenKrupp. Der Stahlwert litt unter einer Herabstufung durch Lehman Brothers. Die Investmentbank hatte ihr Anlageurteil für ThyssenKrupp reduziert auf "Underperformer" und das Kursziel für die Aktie auf 14 Euro von zuvor 22 Euro zurückgenommen. Der Titel fiel um 3,6 Prozent auf 16,15 Euro.

Schwach präsentierte sich auch der Automobilsektor. Die Aktien von Volkswagen, BMW und DaimlerChrysler wurden gedrückt von dem sechsprozentigen Rückgang der PKW-Zulassungen in Deutschland im Mai 2001 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat. Die Titel der beiden Automobilhersteller gaben bis zu einem Prozent nach, obwohl BMW im Mai einen neuen Absatzrekord erzielt hatte.

Keinen Boden findet zur Zeit die Aktie der Deutschen Lufthansa, die 2,92 Prozent auf 21,26 Euro fiel. Die Aktie litt am zweiten Tag in Folge unter dem teuren Tarifabschluss mit der Pilotenvereinigung Cockpit. Experten befürchten, dass nun auch das Bodenpersonal höhere Löhne und Gehälter verlangen könnte.

Wenig Freude bereitete die Fraport-Aktie den Anlegern an ihrem zweiten Börsentag. Das Papier fiel auf 33,69 Euro und damit sogar unter den Vorzugspreis von 34 Euro für Privatanleger. Der Emissionspreis hatte 35 Euro betragen, was Experten als zu hoch eingeschätzt hatten.

Quelle: n-tv.de

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