Marktberichte

SAP enttäuscht Dax im Abwärtssog

Vor allem die großen Kursverluste beim Softwarekonzern SAP und die entäuschenden Zahlen von Nokia drückten die Stimmung im Dax. Der deutsche Aktienindex ging mit einem Minus von 1,7 Prozent auf 3.330 Punkte aus dem Börsentag. Händler sprachen von zunehmenden Gewinnmitnahmen besonders bei den Favoriten der vergangenen Wochen im Technologie- und Finanzbereich.

SAP-Aktien büßten 6,5 Prozent auf 101,60 Euro ein, nachdem der Konzern zuvor einen Umsatzrückgang im zweiten Quartal gemeldet hatte. Dass die Rendite im Gesamtjahr trotzdem steigen soll, kann der Abwärtsbewegung keinen Einhalt gebieten. Ein Marktteilnehmer begründete den Kursrutsch der SAP-Aktie darüber hinaus mit der Aufwärtsbewegung der letzten Wochen. Der Aktienkurs war seit Mitte März um rund 58 Prozent gestiegen.

Technologiewerte gerieten infolge der SAP-Zahlen ins Trudeln. Infineon-Anteilsscheine verbilligten sich um 3,3 Prozent auf 10,61 Euro, Siemens-Titel verloren 1,7 Prozent auf 46,81 Euro.

HypoVereinsbank-Aktien mußten Abschläge von 5,5 Prozent auf 15,63 Euro hinnehmen. Das Institut hatte am Vortag mitgeteilt, seine Tochter Norisbank an die DZ-Bank zu verkaufen. Der Erlös für die zweitgrößte Bank Deutschlands dürften laut Analystenschätzungen bei knapp 250 Mio. Euro liegen.

Auf der Gewinnerseite fanden sich hingegen die Titel der Deutschen Post, die 1,8 Prozent auf 12,44 Euro zulegten. Nach Angaben von Finanzvorstand Edgar Ernst liegen dem Unternehmen keine Informationen vor, denen zufolge der Bund Post-Aktien am Markt platzieren will. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte angekündigt, das Vorzeihen der Steuerreform zum Teil mit Privatisierungserlösen finanzieren zu wollen. Eichel hatte auch Börsengänge von Bundesbeteiligungen nicht ausgeschlossen.

Aufwärts ging es auch für die Vorzüge von Henkel, die 2,9 Prozent auf 55,33 Euro gewannen. Der US-Konsumgüterkonzern Clorox, an dem Henkel beteiligt ist, will von dem Düsseldorfer Konzern Aktien im Wert von bis zu 255 Mio. Dollar zurückkaufen. Clorox werde die Aktien wegen des hohen Cash-Flow nach dem Erwerb aus dem Verkehr ziehen, hieß es.

Linde-Aktien gehörten mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent auf 37,39 Euro zu den größten Gewinnern, obwohl die Papiere zuvor von der Investmentbank UBS Warburg von „Buy“ auf „Neutral“ zurückgestuft worden waren. Darüber hinaus wurde das Kursziel für den Industriegase- und Gabelstaplerkonzern von 40 Euro auf 37,50 Euro gesenkt.

Quelle: ntv.de