Marktberichte

MobilCom gerettet? Dax im Minus

Den Dax zog es nur kurz ins Plus, den übrigen Tag war er im Minus. Und Händler fürchten, dass der deutsche Standardindex dank Irak-Krise noch länger schwächeln könnte. Die MobilCom-Aktionäre akzeptierten am späten Abend nach einer turbulenten Hauptversammlung in Hamburg das Rettungspaket für ihr Unternehmen.

Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 2,7 Prozent bei 2.644 Zählern.

Grund für den kurzen Ausflug ins Plus waren Markt-Gerüchte, wonach Sadam Hussein ins Exil ginge. Auch UN-Generlasekretär Kofi Annan konnte zumindest vorübergehend etwas Druck von den weltweiten Börsen nehmen mit seiner Forderung nach einer Verlängerung der Waffenkontrollen.

Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre des Mobilfunkanbieters MobilCom am späten Montagabend mit 98,95 Prozent für eine Annahme des milliardenschweren Sanierungskonzepts. Dieses sieht eine Entschuldung des Unternehmens vor, im Rahmen derer Großaktionär France Telecom Schulden in Höhe von 7,1 Milliarden Euro übernimmt. Ausgehandelt worden war der Rettungsplan von Ex-Thyssen-Chef Dieter Vogel mit Großaktionär France Telecom, der Bundesregierung und mehreren Banken.

Die fast einstimmige Annahe des Rettungsplans durch die MobilCom-Aktionäre gilt als Voraussetzung dafür, dass auch die Anteilseigner von France Telecom auf einer eigenen Hauptversammlung im Februar dem Vertragswerk zustimmen. Die MobilCom-Aktie verlor 6,6 Prozent auf 3,11 Euro.

Dick im Minus notierte die Aktie des Finanzdienstleisters MLP. Gerüchte um einen Stillstand des Neugeschäfts belasteten das Papier ebenso wie Sorgen um einen möglichen Abstieg der Aktie aus dem Dax. Berechnungen von Analysten zufolge rangieren MLP nach dem Kriterium der Marktkapitalisierung derzeit auf Rang 54; sollte der Wert bis Ende Januar nicht wieder auf Position 45 aufsteigen, dann könnte die Deutsche Börse MLP im Februar aus dem Dax nehmen. Die Verluste der MLP-Aktie in Höhe von 5,8 Prozent auf 8,20 Euro tragen nicht gerade zu einer Entschärfung des Problems bei.

Die Aktie des Energiekonzerns E.on war über weite Strecken des Handels am Montag der einzige Gewinner. Das Papier konnte von anhaltenden Gerüchten profitieren, wonach sich der Energiekonzern mit den Gegnern der Ruhrgas-Übernahme außergerichtlich einigen könnte. Bereits am Freitag gab es Meldungen über entsprechende Verhandlungen, Presseberichte sprachen in diesem Zusammenhang zudem davon, dass günstige Stromliefererträge und Zahlungen für die Fusionsgegner wie z.B. Stadtwerke zur Frage stünden. Die E.on-Aktie gewann 1,8 Prozent auf 37,61 Euro.

Sollte eine Einigung zustande kommen, dann könnte die für Mittwoch geplante gerichtliche Anhörung überflüssig werden. Sollte es eine Einigung geben, wäre auch der Weg für eine andere Übernahme frei: Ruhrgas hat ein Übernahmeangebot für Degussa abgegeben. Dieses gilt aber nur bis zum 31. Januar und nur in Verbindung mit der E.on-Ruhrgas-Übernahme.

Bei TUI drücken die anhaltenden Kriegsängste arg auf die Reiselust. Die großen europäischen Reisekonzerne verbuchen sowohl für das Winter- als auch für das Sommergeschäft statt Reisen eine sinkende Nachfrage. Und der weltweit größte Touristikkonzern TUI meldete für die vergangenen Wochen starke Rückgänge in Deutschland. In Deutschland lägen die gebuchten Umsätze derzeit um 6,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, sagte TUI-Sprecher Kay Baden. Konzernweit liege man im Winter auf Vorjahresniveau, das allerdings schwach war. Für die Sommersaison bewege man sich "nur leicht unter Vorjahresniveau", teilte TUI weiter mit. Die Aktie verlor 2,7 Prozent auf 12,53Euro.

Der Pharmakonzern Altana hat im vergangenen Jahr seine Umsätze um 13 Prozent gesteigert und seine Ergebnisschätzung für das Jahr angehoben. Die Investoren hielten sich dennoch zurück. Die Aktie tendierte 1,0 Prozent im Minus bei 40 Euro.

Die unlängst wieder aufgelebten Gerüchte um eine Fusion von Commerzbank und HypoVereinsbank halfen den Aktien nicht. Die Commerzbank-Papiere verloren 3,8 Prozent auf 6,88 Euro, bei der HypoVereinsbank ging es um 4,4 Prozent auf 12,50 Euro nach unten.

Der Chip-Hersteller Infineon hat den Technologie-Lizenzvertrag mit seinem taiwanesischen Partner ProMos gekündigt. In Folge der Kündigung dürfe ProMos ab sofort keine Produkte mehr mit Hilfe der Infineon-Technologie produzieren. Unklar ist, ob diese Meldung oder der allgemein schwache Trend bei den Anlegern für Unbehagen sorgte - die Infineon-Aktie jedenfalls verlor 4,1 Prozent und notierte bei 6,40 Euro.

Quelle: n-tv.de