Marktberichte

ProSiebenSat.1 im Fokus Dax lässt Federn

Der hohe Ölpreis und der weiter steigende Euro haben für leichte Kursverluste im Deutschen Aktienindex gesorgt. Im Mittelpunkt des Börsengeschehens stand die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer.

Der Dax weitete bis zum Handelsschluss seine Verluste aus und ging mit einem Minus von rund einem Prozent bei 4827 Punkten ins Wochenende. "Der Markt ist zuletzt so gut gelaufen, da kann man bei einer leichten Korrektur nicht meckern. So eine Gegenbewegung ist gesund", sagte Giuseppe Amato, Aktienstratege beim Broker Lang & Schwarz. Der Markt halte sich noch relativ gut. "Es gibt keinen richtigen Druck nach unten." Nach Einschätzung von Postbank-Händler Thomas Stengl könnte der Dax in den kommenden Tagen bis auf 4800 Punkte fallen. "Dann sollten die Anleger die Korrekturphase für weitere Käufe nutzen." Als Belastungsfaktoren nannten Börsianer den um 62 Dollar pendelnden Preis für US-Leichtöl und den jüngsten Euro-Anstieg.

Am Nachmittag entfachte zudem ein stärker als erwarteter Stellenzuwachs in den USA erneut Spekulationen am Markt über deutlicher steigende Leitzinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft. Im Juli waren in den USA außerhalb der Landwirtschaft 207.000 neue Stellen entstanden. Volkswirte hatten mit einem Plus von 183.000 nach 146.000 im Juni gerechnet. "Für die Aktienmärkte ist das ein süß-saurer Bericht. Süß, weil es der Wirtschaft gut geht. Sauer, weil die Fed die Zinsen weiter erhöhen wird", sagte Ed Yardeni, Stratege bei OAK Associates.

Gesprächsthema Nummer Eins war am Freitag die angekündigte Übernahme von ProSiebenSat.1 durch die Verlagsgruppe Axel Springer. Die Papiere des Fernsehkonzerns reagierten mit einer Berg- und Talfahrt auf die Pläne. Nachdem die Titel zunächst über drei Prozent zugelegt hatten, drehten sie im Handelsverlauf ins Minus. Am Nachmittag verzeichneten die im MDax notierten ProSieben-Vorzugsaktien dann ein Plus von 0,9 Prozent auf 14,93 Euro und gingen mit immerhin 14,85 Euro (+0,3%) aus dem Handel. "Bei den Anlegern hat sich nach der anfänglichen Euphorie die Erkenntnis durchgesetzt, dass Springer wohl nicht mehr als die angekündigten 14,10 Euro je ProSieben-Vorzugsaktie zahlen wird", sagte LBBW-Analystin Iris Schäfer. "Kurzfristige Synergien sind durch den Zusammenschluss nicht groß zu erwarten."

Ähnlich wie beim Dax selbst strichen die Anleger auch bei einzelnen Werten des Leitindex ihre jüngsten Gewinne wieder ein. Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN mit einem Minus von 2,7 Prozent. Diesen Abschlag sowie die Kursverluste von Linde und Fresenius Medical Care(FMC) von rund 1,8 Prozent erklärten Händler mit Gewinnmitnahmen.

Auf der Gewinnerseite standen am Freitag mit einem Plus von zeitweise fast einem Prozent die Aktien der Deutschen Telekom lange auf der Gewinnerseite, fielen im Sog des Dax schließlich doch noch mit 0,5 Prozent ins Minus.

Um 0,2 Prozent auf 10,48 Euro legten die Aktien der Lufthansa zu. Ein Händler erklärte das Plus damit, dass British Airways nach einem überraschend starken Quartal die Wachstumsprognose angehoben habe.

Größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax waren mit einem Plus von zeitweise über sechs Prozent die Titel des Automobilzulieferers Leoni. "Die Leoni-Geschäftszahlen haben trotz höher als erwarteter Einmalaufwendungen positiv überrascht", sagte Michael Schäfer, Analyst bei Equinet. "

Im MDax sanken die Papiere der Optikerkette Fielmann um 5,5 Prozent. "Die Aktien sind gestern am späten Nachmittag deutlich gestiegen, da machen einige jetzt Kasse", sagte ein Händler.

Quelle: ntv.de