Marktberichte

6000 Punkte halten knapp Dax rauscht runter

Am deutschen Aktienmarkt ist am letzten Handelstag der Woche die Luft raus. Fast alle der 30 Standardwerte ziehen den Dax kräftig nach unten. Nur mit Ach und Krach kann sich der Leitindex über der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten halten.

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Kurssturz "ohne Alles": Weder Unternehmens- noch Konjunkturdaten konnten für die Kursbewegungen herhalten.

(Foto: REUTERS)

Der Dax hat sich am letzten Handelstag der Woche ganz nah an die Marke von 6000 Punkten herangetastet, nistete sich zum Schluss des elektronischen Handels jedoch knapp oberhalb der Marke ein. In der Tagesbilanz verbuchte der Dax ein Minus von 1,2 Prozent auf 6005,16 Punkte. Auf Wochensicht ging es für den Dax um 1,7 Prozent nach unten. Stärker abwärts ging es für die Nebenwerte, der MDax verlor 1,9 Prozent auf 8189,53 Punkte. Auf Wochensicht fiel das Minus mit 0,9 Prozent jedoch moderater aus. Der TecDax gab am Freitag 1,2 Prozent ab auf 742,15 Zähler, auf Wochensicht bleibt ein Abschlag von 0,5 Prozent.

Die Stimmung unter den Anlegern beschreibt ein Händler als leicht gedrückt. Mit dem Ende der Berichtssaison sei ein wichtiger positiver Impulsgeber ausgefallen. "Der Markt konzentriert sich daher vermehrt auf Konjunkturdaten, und das sich dort ergebende Bild ist kein schönes", so der Marktteilnehmer mit Blick auf die jüngsten schwachen US-Daten. Gestützt werden könnte die Stimmung wiederum vom anziehenden M&A-Geschäft, also von Fusionen und Übernahmen.

Im Blick stand auch der kleine Verfalltag an der Terminbörse Eurex. Der Abrechnungspreis für Dax-Optionen sei bei 6.002,71 Punkten festgestellt worden und damit in der Nähe des Dax-Tagestiefs von 6.001,54 Punkten, meint ein Marktteilnehmer.

Defensive Werte gefragt

Einziger Tagesgewinner war Volkswagen mit einem Plus von 0,4 Prozent. An der fundamentalen Lage des Autobauers hatte sich derweil wenig Erkennbares getan. Über weite Strecken des Tageshandels hatten sich noch defensive Aktien wie vom Dialysespezialisten FMC oder dem Versorger Eon im Plus gehalten, bei Handelsschluss notierten die Aktien jedoch mit 0,3 bzw. 0,1 Prozent im Minus.

Auf der langen Verliererliste standen konjunktursensible Aktien ganz oben. Die stärksten Verluste verbuchte der Baustofflieferant HeidelCement mit einem Abschlag von 2,6 Prozent, gefolgt vom Chipproduzenten Infineon, der 2,3 Prozent verlor.

Jenseits der Volkswagen-Papiere standen Autobauer überdurchschnittlich stark unter Druck. Für BMW ging es 2,3 Prozent nach unten, Daimler gaben 1,6 Prozent nach. Der Lkw-Bauer MAN rutschte 2,2 Prozent abwärts.

Unter den wenigen Papieren mit entfernt fundamentalen Nachrichten verbuchten die Aktien von Merck ein Minus von 1,2 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Merck-Kunde Sharp seine Produktion von LCD-Displays für ein bis zwei Monate reduzieren. Das schürte Nachfragesorgen bei Merck.

Rote Vorzeichen unter Nebenwerten

Im MDax drückte ein negativer Analystenkommentar die Papiere von EADS 2 Prozent ins Minus. Experten von Nomura hatten die Papiere von "Kaufen" auf "Neutral" herabgestuft. Deutlich stärkere Verluste verbuchten am Indexende die Papiere des Bezahlfernsehbetreibers Sky Deutschland, die satte 9 Prozent verloren. Für das zweite Medienunternehmen im Nebenwerteindex, ProSiebenSat.1, ging es um 2 Prozent abwärts.

Im TecDax setzten Papiere von Conergy ihren Kursrutsch weiter fort und verloren zwischenzeitlich rund 10 Prozent. Bis Handelsschluss konnten sich die Papiere auf ein Minus von 5,1 Prozent stabilisieren. Der als kommender Unternehmenschef geplante Manager Andreas von Zitzewitz hatte sich am Donnerstag überraschend von dem Solarunternehmen getrennt.

Übernahmephantasie trieb auf der anderen Indexseite hingegen die Papiere von Wirecard um 2 Prozent nach oben. Dafür sorgt die Übernahme des britischen Konkurrenten DataCash durch Mastercard für 333 Mio. Pfund.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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23.04.09