Marktberichte

Deutsche Bank macht Kummer Dax rutscht ab

Nach den USA ist jetzt auch in Deutschland die Berichtssaison im vollen Gange. Die Unternehmenszahlen sind jedoch nicht immer erfreulich. So zieht die Deutsche Bank den Deutschen Aktienindex ins Minus. Das Börsenbarometer fällt in der ersten Handelsstunde um 1,31 Prozent auf 2.936 Zähler.

Die Deutsche Bank schreckte den Markt am Morgen mit einer Gewinnwarnung auf. Für das erste Quartal diesen Jahres erwartet das Geldinstitut einen Verlust nach Steuern von rund 200 Mio. Euro. Vor allem Abschreibungen auf den Gerling-Konzern haben das Ergebnis nach Unternehmensangaben belastet, hieß es. Außerdem führe die andauernde Schwäche der Aktienmärkte zu Belastungen in Höhe von rund 400 Mio. Euro. Auch die Unternehmensaktie zeigt sich geschwächt, sie fällt um 2,7 Prozent auf 46,80 Euro. Die Ankündigung, dass wegen der Ertragsstärke in den Kerngeschäftsfeldern vor Steuern ein positives Ergebnis von rund 225 Mio. Euro erwartet wird, kann nicht trösten.

Siemens musste im abgelaufenen Jahr einen Umsatz- und Gewinnrückgang verbuchten. Wie der Elektrokonzern mitteilte, sank das Ergebnis nach Steuern von 1,3 Mrd. Euro auf knapp 0,6 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte Siemens hier noch von dem Verkauf von Infineon-Anteilen profitiert. Der Umsatz sank im Berichtszeitraum von 21,3 auf 18,2 Mrd. Euro. Der Ausblick fiel verhalten aus. Man beobachte mit Sorge die anhaltende Investitionszurückhaltung in den wesentlichen Märkten, erklärte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Man werde die bereits eingeleiteten Maßnahmen und Programme entsprechend anoassen, sofern dies notwendig sein sollte. Eine konkrete Ergebnisprognose gab es nicht. In dem schwachen Umfeld halten sich die Verluste der Siemens-Aktie noch in Grenzen, der Titel rutscht um 0,3 Prozent auf 43,61 Euro. Analysten hatten noch deutlich schlechtere Zahlen befürchtet.

Auch MLP wird heute die Zahlen präsentieren. Bereits gestern teilte der Finanzdienstleister jedoch mit, erstmals seit dem Börsengang 1988 die Dividende für die Aktionäre streichen zu wollen. Die Nachricht versetzt den Anlegern einen Dämpfer. Nachdem Hoffnungen auf gute Unternehmenszahlen die Aktie gestern kräftig nach oben getrieben haben, geht es heute 0,34 Prozent ins Minus auf 8,82 Euro.

Die Flaute auf dem Reisemarkt hat auch TUI voll erwischt.Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, liegen die Buchungen im Sommergeschäft derzeit um neun Prozent unter dem Vorjahr. Auf dem deutschen Markt betrage das Minus sogar schon zwölf Prozent, hieß es. Die leeren Bücher haben Folge: Nach der Konzernzentrale stünden jetzt auch in der TUI Deutschland Zentrale Entlassungen an, schreibt das Blatt weiter. Möglicherweise werde jeder zehnte der 2000 Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren, hieß es. Man könne im Zuge des Sparprogramms betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen, bestätigte TUI. Ob und wie viele Mitarbeiter entlassen werden müssten, könne jetzt aber noch nicht gesagt werden.

Eine Herabstufung von Goldman Sachs macht der ThyssenKrupp-Aktie zu schaffen. Die Investmentbanker haben die Aktien von "Outperform" auf "In Line " herabgestuft. Der gescholtene Titel verliert 1,44 Prozent auf 8,91 Euro.

Quelle: ntv.de