Marktberichte

Hexensabbat und Haushaltsstreit Dax steht vor hartem Kampf

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Hexensabbat und US-Haushaltsstreit: Keine guten Vorzeichen für den deutschen Aktienmarkt.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Schlechte Vorgaben, neue Probleme im US-Haushaltsstreit und dazu noch großer Verfall: Die Vorzeichen für einen positiven Handelsauftakt am deutschen Aktienmarkt sind alles andere als positiv. Auf Unternehmensseite rücken die Nike-Zahlen den Konkurrenten Adidas in den Blick.

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Die Angst der Anleger vor einer Rezession in den USA dürfte den Dax am Freitag zum Handelsstart belasten. Banken und Broker rechneten mit einem Minus von rund einem halben Prozent. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,1 Prozent fester geschlossen bei 7672 Punkten.  Mit den schwachen Vorgaben rückt im Dax der Basispreis von 7600 Punkten wieder in den Blick. Nach Einschätzung eines Händlers ist dies mit Blick auf das Open Interest das neutralste Niveau für die meisten Teilnehmer.

Händler rechnen angesichts des sogenannten Hexensabbats mit schwankenden Kursen. An diesem dreifachen Verfallstermin werden an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig. Die Preise für Aktien-Optionen werden zum Xetra-Handelsschluss festgestellt, die für die Index-Optionen und -Futures ab 13.00 Uhr.

Adidas schaut auf Nike

Die besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen von Nike könnten Adidas stützen. Die Geschäftslage bei Nike scheine sich langsam zu verbessern, heißt es von einem Händler. Der Ausblick wie auch der Auftragseingang läsen sich recht gut. Allerdings habe das Unternehmen in China weiterhin Probleme. Auf adidas sei die Situation bei Nike zwar nicht direkt übertragbar, dennoch sollte das Sentiment für adidas etwas gestützt werden. Für die Nike-Aktie selbst ging es nachbörslich fast 5 Prozent nach oben.

FMC im Blick

Ein Analyst nimmt das Ende des Rechtsstreits von FMC in den USA positiv zur Kenntnis. "Damit herrscht Rechtsklarheit", sagt der Experte. Immerhin sei FMC vom Staat verklagt worden. Größere Bedeutung komme dem Urteil für das Unternehmen aber nicht zu. Letztlich könnte dadurch die Stimmung für die Aktie etwas gestützt werden, mehr aber auch nicht.

FMC hat einen jahrelangen Rechtsstreit wegen angeblich falscher Abrechnungen von Dialysebehandlungen der Tochter Renal Care in den USA beigelegt. Die US-Staatsanwaltschaft will das Verfahren nicht mehr weiter verfolgen. 2011 war FMC von einem Bezirksgericht zu einer Zahlung von 83 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Dieses Urteil war jedoch im Oktober 2012 von einem Berufungsgericht wieder aufgehoben worden.

Maue Vorgaben

Leichte Kursgewinne verzeichneten die US-Börsen. Der Dow Jones schloss 0,5 Prozent im Plus, der S&P 500 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,2 Prozent höher. Einen Rücksetzer im US-Haushaltsstreit gab es erst nach Börsenschluss an der Wall Street. Im Repräsentantenhaus verweigerten zahlreiche Republikaner am Donnerstag ihrem eigenen Vorsitzenden John Boehner die Gefolgschaft, da sie Steuererhöhungen generell ablehnen. Damit wird es vor Weihnachten wohl keine Einigung mehr im US-Haushaltsstreit geben. Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht, kommt es zu automatisch zu Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die USA in eine Rezession stürzen könnten.

An den asiatischen Börsen hinterließ der anhaltende Streit in den USA bereits Spuren. Der Nikkei-Index in Tokio schloss 1 Prozent im Minus, der Index in Shanghai verlor ein halbes Prozent.

Quelle: ntv.de, rts/DJ

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