Marktberichte

Exporteure gefragt Dax verhalten

Der Deutsche Aktienindex machte am Mittwoch auf dem Weg zur 3.000-Punkte-Marke wieder schlapp. Deutliche Kursgewinne bei den Aktien von Bayer und RWE stützten den Markt und zogen den Index zeitweise bis auf 2.960 Zähler nach oben. Negative Impulse kamen am Nachmitag aus Amerika: Schwächer als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsumsätze zogen die Wall Street ins Minus und belasteten so auch den deutschen Markt. Der Dax verbuchte am Ende dennoch ein Plus von 0,6 Prozent auf 2.926 Zähler.

Für Gesprächsstoff sorgte auch die Lufthansa. Zum Start ins Jahr flog Europas zweitgrößte Airline wegen des Irak-Kriegs, SARS und der schwachen Konjunktur tief in die roten Zahlen. Für das erste Quartal 2003 wies die Airline einen operativen Verlust von 415 Mio. Euro aus. Die Lufthansa-Aktie sackte zunächst mehr als drei Prozent ab. Der Titel erholte sich aber wieder und legte 1,1 Prozent auf 9,25 Euro zu.

Die aktuellen Zahlen von RWE beflügelten die Aktie mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 25,25 Euro. Der Essener Energiekonzern hat sein Betriebsergebnis im ersten Quartal 2003 deutlich gesteigert. Wie RWE mitteilte, kletterte das operative Ergebnis um 33 Prozent auf 1,75 Mrd. Euro. Damit wurden die Erwartungen, die im Schnitt bei 1,6 Mrd. Euro lagen, deutlich übertroffen. Das Ebitda stieg um 35 Prozent auf 2,55 Mrd. Euro.

Erholen konnten sich die Automobilwerte VW und DaimlerChrysler, die zuletzt unter dem starken Euro gelitten hatten. Hier stütze der wieder etwas schwächere Euro, der zuletzt außerordentlich belastet hatte. Mit diesem Argument begründen Beobachter auch die Aufschläge bei BASF - plus 2,8 Prozent auf 37,30 Euro - und Bayer mit plus 4,8 Prozent auf 17,38 Euro. Gleiches gelte für Linde, die um 4,1 Prozent auf 32,37 Euro stiegen.

Die HypoVereinsbank verteuerte sich um 2,6 Prozent auf 11,62 Euro. Sie erholte sich Händlern zufolge von den jüngsten Verlusten. Die Aktie sei überverkauft und profitiere nun von der steigenden Nachfrage nach Finanztiteln, hieß es.

Der Handelskonzern Metro hat den Verkauf seiner Immobilien wieder zurückgestellt, nach dem es immer noch keine Klarheit über die Steuerpolitik in dieser Frage gebe. Metro bestätigte einen entsprechenden Medienbericht gegenüber n-tv. Metro plant Immobilien im Wert von 3,2 bis 3, 4 Mrd. Euro zu verkaufen. Die Aktie holte die Anfangsverluste wieder auf und legte 0,6 Prozent auf 24,60 Euro zu. Am Nachmittag sagte Metro Chef Hans-Joachim Körber, er erwarte trotz des starken Euros einen Gewinnanstieg je Aktie um sechs bis zehn Prozent.

Die Deutsche Telekom sorgte am Abend für Verwirrung bei den Analysten. Die Bonner werden am Donnerstag Quartalszahlen vorlegen, allerdings wurde eine Umstellung der Rechnungslegung angekündigt. Die ersten drei Monate sollen nach dem Umsatzkostenverfahren und nicht wie bisher nach dem Gesamtkostenverfahren bilanziert werden. Die T-Aktie verlor 0,1 Prozent auf 11,74 Euro.

Auch in MDax und TecDax mußten diverse Unternehmen "Farbe bekennen" und ihre aktuellen Geschäftsergebnisse präsentieren:

Die Fraport-Aktie gewinnt nach den Zahlen 0,1 Prozent auf 19,38 Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren im April 5,2 Prozent weniger Passagiere gezählt worden.

Die Aktie von Beiersdorf verliert nach ersten Gewinnen 2,1 Prozent auf 107,25 Euro. Der Kosmetikkonzern hat seinen Gewinn im ersten Quartal trotz Konsumflaute leicht gesteigert.

Zahlen gab es ferner vom Spezialchemie-Hersteller SGL Carbon. Die Aktie legte um 4,2 Prozent auf 13,76 Euro zu, nachdem SGL bekräftigt hat, in diesem Turnus das Betriebsergebnis deutlich steigern zu wollen.

mg technologies legten um 8,3 Prozent auf 8,66 Euro zu. Der Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern hat im ersten Quartal zwar weniger verdient und umgesetzt. Allerdings spekuliere hier der Markt auf eine Aufspaltung des Konzerns, heißt es von Händlern.

Der Mobilfunkdienstleister Mobilcom hat im ersten Quartal bereits die Gewinnschwelle erreicht und damit nach eigenen Angaben ein wesentliches Ziel seiner Sanierung erfüllt. Bei einem rückläufigen Umsatz wies Mobilcom für das erste Quartal 2003 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 18,8 Mio. Euro aus nach einem Minus von 21,7 Mio. im Vorquartal. Der Konzernumsatz habe sich auf 452,9 (Vorquartal: 499,7) Mio. Euro verringert. Die Aktie springt um knapp 8,0 Prozent auf 5,44 Euro.

Die Aktie von United Internet hatte zuletzt bereits deutlich an Wert gewonnen und am Dienstag zeitweise bei 14,74 Euro den höchsten Stand seit September 2000 erreicht. Der Internetdienstleister hat mit einem Gewinn vor Steuern (EBT) sei in den ersten drei Monaten von 12,8 Mio. Euro die Erwartungen der Analysten übertroffen. "Sell on good news", hieß es am Mittwoch - der Titel verlor 3,5 Prozent auf 13,80 Euro.

Quelle: ntv.de