Marktberichte

Stada brechen ein Dax zeigt Schwäche

Die Verschnaufpause hielt nicht lange an – der deutsche Aktienmarkt hat seine Talfahrt wieder aufgenommen. Der Dax beendete den Xetra-Handel 1,6 Prozent leichter bei 5.587 Zähler. Zu den größten Verlierern gehörten Stada – der bevorstehende Preiskampf bei Generika verscheuchte die Anleger.

"Der Markt ist weiter angeschlagen. Die Anleger sind hypernervös", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Ein anderer Börsianer verwies auf den Feiertag am Donnerstag in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern. "Vor dem verlängerten Wochenende will sich niemand mit Positionen aus dem Fenster lehnen. Deshalb verkaufen die Anleger die Aktien, die sie gestern noch gekauft haben", sagte ein Händler. Selbst der geringer als erwartet ausgefallene Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex konnte die Anleger nicht an den Aktienmarkt locken.

Das Gerangel um Euronext war erneut das beherrschende Thema auf dem Börsenparkett. Nachdem sich die Führung der Mehrländerbörse für eine Übernahme durch die New Yorker Börse (Nyse) stark gemacht hat, gibt die Deutsche Börse den Kampf noch nicht verloren. Für Börsenchef Reto Francioni hat eine Fusion auf jeden Fall Priorität, "aber nicht um jeden Preis". "Das sieht im Moment für die Deutsche Börse nicht allzu gut aus", sagte ein Händler. Die Aktien der Deutschen Börse verbuchten ein Minus von 2,5 Prozent auf 100,17 Euro.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten mit einem Abschlag von rund drei Prozent die Papiere von ThyssenKrupp. Der Industriekonzern bereitet einem Zeitungsbericht zufolge die Übernahme eines großen japanischen Aufzugbauers vor. "Jetzt geben sie wieder Geld aus. Hoffentlich wird es nicht zu teuer", erklärte ein Händler die Befürchtungen der Investoren. Die Papiere von MAN, die am Vortag noch deutlich zugelegt hatten, verloren 3,7 Prozent.

Verschnupft reagierten die Anleger auf den bevorstehenden Preiskampf bei Generika und trennten sich von ihren Anteilen an Stada. Die Papiere fielen im MDax um mehr als zwölf Prozent. Auslöser war die Ankündigung des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, in Deutschland die Preise für einen großen Teil der Nachahmermedikamente seiner Töchter Hexal und Sandoz zu senken. Daraufhin schloss auch Stada eine Preissenkung nicht aus. "Nach unserer Einschätzung wird das Marktumfeld für Stada in den nächsten Monaten sehr schwierig sein", sagte Equinet-Analyst Martin Possienke.

Gefragt waren hingegen die Papiere von MPC Capital, die zeitweise um mehr als sieben Prozent zulegten. Die WestLB stufte die Aktien des Emissionshauses auf "Add" von "Hold" hoch.

Tapfer schlug sich Börsendebütant Schmack Biogas. Die im Prime Standard notierten Anteilsscheine lagen am Abend mit 31,60 Euro knapp zwei Prozent über dem Zuteilungspreis von 31 Euro. Kursverluste musste hingegen der zweite Börsendebütant HII Hanseatische Immobilien Invest hinnehmen. Die im Wachstumssegment Entry Standard notierten Aktien fielen um knapp 14 Prozent unter den Zuteilungspreis von 18 Euro.

Quelle: ntv.de