Marktberichte

Uneinheitliche Wall Street Dow kämpft mit 26.000-Punkte-Marke

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Neue Rekordmarke: Erstmals steht der Dow Jones bei mehr als 26.000 Punkten.

(Foto: AP)

Die Wall Street lässt sich auf ihrem Weg nach oben nicht stoppen - bei Handelsbeginn zumindest: Angetrieben von erfreulichen Unternehmensbilanzen lässt der Dow Jones auch die Marke von 26.000 Punkten hinter sich, bevor er wieder zurückfällt.

Die anhaltende Rekordjagd an den US-Börsen hat den New Yorker Leitindex Dow Jones erstmals über die Marke von 26.000 Punkten getrieben. Neben dem seit Wochen vorherrschenden Konjunkturoptimismus sorgte die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison für zusätzlichen Schub. Auch überraschend hohe Quartalsgewinne bei den Schwergewichten Citigroup und UnitedHealth ermutigten die Anleger.

Der Dow mit seinen Standardwerten rutschte im Verlauf aber wieder unter die Rekordmarke: Er schloss am Ende kaum verändert bei 25.798 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 2776 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 7244 Stellen ein.

Die vorübergehende Euphorie an der Wall Street half auch den Aktienbörsen in Europa auf die Beine. Der Dax beendete seine viertägige Verlustserie und ging mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 13.246 Zählern aus dem Handel. Der EuroStoxx50 kletterte um 0,3 Prozent auf 3622 Punkte.

"Die Anleger brennen"

"Dem Markt steht im Moment wirklich nichts im Weg", sagte Paul Nolte, Portfolio-Manager beim Finanzhaus Kingsview Asset Management in Chicago. Die Bilanzen dürften sich noch in den kommenden zwölf Monaten verbessern. Die Anleger wollten davon profitieren und stiegen deshalb in den Aktienmarkt ein.

Es gehe nicht nur darum, dass das vergangene Quartal stark gewesen sein dürfte, ergänzte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump liefere weiteren Antrieb. "Die Anleger brennen darauf, mehr über die Auswirkungen auf die künftigen Gewinne zu hören."

UnitedHealth überzeugte damit bereits am Markt. Der größte US-Krankenversicherer konnte seinen Gewinn im vierten Quartal 2017 mehr als verdoppeln und hob seine Prognose für 2018 an. Die Aktie legte 1,9 Prozent zu.

Citigroup trotz Einmalbelastung

Der Citigroup brockte eine Einmalbelastung im Zuge der Steuerreform zwar im vierten Quartal einen Milliardenverlust ein. Operativ lief das Geschäft aber rund und besser als von Experten erwartet. Zudem profitiert die viertgrößte US-Bank künftig von einer sinkenden Steuerlast. Die Aktie stieg um 0,7 Prozent.

Positive Studienergebnisse bei einem wichtigen Medikament beflügelten die Aktien des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Die Krebsimmuntherapie Keytruda konnte in Kombination mit zwei Chemotherapien die Überlebenszeit von Lungenkrebs-Patienten verlängern, die zuvor noch nicht behandelt worden waren. Die Aktien stiegen daraufhin um 6,5 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Dow.

Schlusslicht war General Electric mit einem Abschlag von fast 5 Prozent. Probleme im Versicherungsgeschäft verhageln dem Siemens-Konkurrenten die Bilanz. In der Liste der wertvollsten Unternehmen war der Konzern letztes Jahr bereits von Platz 10 auf Platz 54 abgestürzt. Für Deutschland hatte GE zwei Werkschließungen angekündigt.

Quelle: n-tv.de, chr/rts

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