Marktberichte

Portfolio-Manager räumen auf Dünne Umsätze im Dax

Kursgewinne des Autobauers DaimlerChrysler nach dem Verkauf der Großdieselmotoren-Tochter MTU haben den Deutschen Aktienindex vor Verlusten bewahrt.

Der Leitindex beendete den Xetra-Handel nahezu unverändert bei 5.447 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf mit 5.460 Zählern ein neues Jahreshoch markiert hatte. "Das Geschäft ist von Positionsbereinigungen zum Jahresende geprägt", sagte ein Händler. "Die Anleger schauen ihre Portfolios durch, werfen die eine oder andere Aktie noch raus oder kaufen vereinzelt nach."

Für positive Stimmung am Aktienmarkt sorgte Händlern zufolge die zunehmende Konsumneigung der deutschen Verbraucher. Das Konsumklima legte nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für Januar auf 3,8 von revidiert 3,4 Punkten im Dezember zu und erreichte damit den höchsten Wert seit Juni. "Wir werden eine weitere Stabilisierung beim privaten Konsum sehen", kommentierte SEB-Analyst Klaus Schrüfer.

Daimler verkauft MTU an schwedische Finanzinvestoren


Gefragt waren bei den Investoren die Titel des Dax-Schwergewichts DaimlerChrysler, die sich um 1,3 Prozent verteuerten. Nach monatelangen Verhandlungen hatte der Stuttgarter Konzern seine Großdieselmotoren-Tochter MTU Friedrichshafen für 1,6 Mrd. Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Als Buchgewinn bleiben DaimlerChrysler nach eigenen Angaben 300 Millionen Euro. "Es ist gut, dass nach dem langen Hin und Her die Geschichte um den Verkauf von MTU endlich durch ist", sagte ein Händler.

Die Titel der Lufthansa setzten sich mit einem Plus von zwei Prozent auf 12,44 Euro an die Spitze der Gewinnerliste. "Die Lufthansa-Aktie hat den charttechnischen Widerstand bei 12,25 Euro überwunden. Das hat Anschlusskäufe ausgelöst", sagte ein Börsianer.

Schlusslicht bei den Standardwerten waren die Aktien von Adidas mit einem Abschlag von 0,8 Prozent. Die Titel des Sportartikelherstellers haben im Jahresverlauf knapp 40 Prozent an Wert gewonnen.

Premiere legt weiter zu

Im MDax bauten die Papiere von Premiere ihre Vortagesgewinne aus und verteuerten sich um 1,6 Prozent. Händlern zufolge profitiert die Aktie von anhaltenden Übernahmespekulationen, die Premiere-Chef Georg Kofler vor dem Hintergrund des drastischen Kurseinbruchs in der Vorwoche selbst geschürt hatte. Die Papiere hatten rund 40 Prozent an Wert verloren, nachdem der Bezahlfernsehsender bei der Vergabe der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga leer ausgegangen war.

Auf der Einkaufsliste der Anleger standen auch die im TecDax notierten Aktien von Singulus weit oben, die 1,75 Prozent zugelegten. Der DVD- und CD-Maschinenhersteller hat nach eigenen Angaben eine erste Timaris-Anlage zur Beschichtung von Schreibleseköpfen für Festplatten für rund fünf Millionen Euro an ein US-Unternehmen verkauft und damit den Einstieg in den Halbleiter-Markt geschafft. "Von einem Durchbruch kann erst gesprochen werden, wenn Singulus Folgeaufträge von anderen Unternehmen verbuchen kann", sagte USB-Analyst Sven Weier.

Auf der Verliererseite im TecDax standen erneut die Solarwerte. Die Titel von Ersol, Q-Cells und Solarworld rutschten um jeweils etwa zwei Prozent ab. "Solaraktien sind dieses Jahr so gut gelaufen, da nehmen einige Anleger vor dem Jahresende noch Gewinne mit", sagte ein Händler.

Quelle: n-tv.de