Marktberichte

Steiler Anstieg zu Silvester Euro springt nach oben

Die große Feiertagsruhe zum Jahreswechsel steht den Devisenmärkten noch bevor: Während sich die Kollegen aus dem Aktienhandel bereits um kühlen Sekt und klare Gläser kümmern, müssen Devisenexperten Euro, Dollar und Franken weiter fest im Augen halten. Am letzten Tag des Jahres gibt es noch reichlich Bewegung.

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Sieht gut aus, ist aber leid nicht echt: Dieses Falschgeld mit einem Nennwert von insgesamt 320.000 Euro zeigten die Staatsanwaltschaft Kiel und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein im Mai 2010 (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro hat zum Jahresende die Marke von 1,3350 US-Dollar überschritten. Am letzten Tag des Jahres 2010 blieben Devisenhändler allerdings weitgehend unter sich. In Asien und Europa fand an den Aktienmärkten zu Silvester feiertagsbedingt kein Handel statt.

Vor diesem Hintergrund wurde die Gemeinschaftswährung am Freitagmittag mit 1,3371 Dollar bewertet. Zwischenzeitlich stieß der Euro erstmals seit Wochen wieder bis knapp unter die Schwelle von 1,3400 Dollar vor.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Die US-Währung Dollar schwächelte auch im asiatischen Devisenhandel und wurde dort bei 81,3380 Yen gesehen, nachdem sie zuvor mit 81,27 Yen den tiefsten Stand seit sieben Wochen erreicht hatte.

Der Schweizer Franken war in einem insgesamt dünnen Handel gefragt. Zum Dollar markierte die Währung einen neuen Höchststand und lag in Reichweite, auch gegenüber dem Euro einen Rekord zu verbuchen. Der Franken notierte zum Euro mit 1,2429.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse am Donnerstagnachmittag einen Wechselkurs von 1,3280 US-Dollar für den Euro errechnet. Ein Euro entspricht außerdem 108,24 Yen, 0,86020 Pfund Sterling oder 1,2475 Schweizer Franken.

Devisenhändler blicken zurück

Fast zwölf Cent hat der Euro im Jahr 2010 zum Dollar eingebüßt. Der Grund dafür liegt für viele Beobachter auf der Hand: Die Schuldenkrise in den Peripherie-Ländern der Euro-Zone. Am Donnerstag, dem letzten vollen Handelstag des Jahres in Europa, präsentierte sich die Gemeinschaftswährung allerdings robust und stieg um 0,4 Prozent auf 1,3272 Dollar. Damit notierte sie fast genau in der Mitte ihrer Jahresspanne.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.685,13

Vielen Anlegern steckt die Euro-Krise aber weiterhin in den Knochen; deshalb griffen sie zu dem als sicherer Hafen geltenden Schweizer Franken, der derzeit Höchststände markiert. "Der Franken wird als Sicherungsgeschäft gegen die Risiken in der Euro-Zone genutzt", sagte Währungsstratege Ray Farris von Credit Suisse. "Wir brauchen eine Lösung für die Probleme in den Peripherie-Ländern der Euro-Zone, um den Aufwärtstrend des Franken zu stoppen."

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten bereits im Mai und Dezember auf Gipfeltreffen Rettungspakete über mehrere hundert Milliarden Euro geschnürt. Damit sollten die angeschlagenen Mitgliedsländer gestützt, die Märkte beruhigt und somit die Gemeinschaftswährung gesichert werden.

Sein Jahrestief hatte der Euro im Juni, als er weniger als 1,20 Dollar kostete. Den Höchststand 2010 erreichte die Währung Mitte Januar bei 1,45 Dollar. Sein Allzeithoch markierte der Euro im Juli 2008 - zwei Monate vor der Lehmann-Pleite - mit 1,60 Dollar. Damit war er in etwa doppelt so teuer wie zu Zeiten seines historischen Tiefs im Oktober 2000.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts