Marktberichte

Zocker am Werk Euro über 1,35 Dollar

Ein ereignisreicher Tag am Devisenmarkt: Der Euro wartet mit einer Berg-und-Tal-Fahrt auf, markiert zwischenzeitlich sogar ein Neun-Monats-Tief weit unter 1,35 Dollar. Nur um sich dann zum Handelsende wieder deutlich darüber einzupendeln.

US-Dollar und Britische Pfund

(Foto: REUTERS)

Der Euro hat sich über der Marke von 1,35 Dollar eingependelt. Die Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,3545 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3548 (Montag: 1,3525) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7381 (0,7394) Euro.

Am Mittag hatte die Währung den niedrigsten Stand seit neun Monaten markiert. Als Grund wird von Marktteilnehmern zum einen genannt, dass der permanente Abgabedruck auf das Pfund Sterling zum Dollar über die "Crossrates" auch auf den Euro drücke. Zum anderen habe der Fall unter 1,3480 Dollar darunter liegende Verkaufsorders ausgelöst.

Markt beruhigt sich wieder

Nachdem die Attacke nicht erfolgreich verlaufen war und sich die Kursgewinne an den Aktienmärkten ausweiteten, konnte auch die Gemeinschaftswährung deutlich zulegen.

"Man versucht derzeit, etwas Beruhigung in die Märkte zu bringen", sagte Devisenexperte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler mit Blick auf Griechenland. Allerdings seien weiterhin keine konkreten Lösungen bekannt. Die Nachrichten zu Griechenland wechselten häufig. Das Land hat bislang keine akuten Finanzbedarf an die EU gemeldet. EU- Währungskommissar Olli Rehn hatte weitere Sparschritte der griechischen Regierung gefordert.

Pfund verliert

Die jüngsten Stabilisierungstendenzen des Euro könnten aus Sicht von Keller bereits der Grundstein für eine Erholung sein. Schließlich reife am Markt inzwischen die Einsicht, dass Griechenland nicht das einzige Problemland sei. Zuletzt stand auch Großbritannien unter Druck. Sie gab um 0,4 Prozent auf 1,4930 Dollar nach. Am Vortag hatten Spekulationen zu starken Kursverluste beim britischen Pfund gegenüber dem US-Dollar gesorgt. Händler sprachen davon, dass dies auch den Euro mit nach unten gezogen habe.

Das britische Pfund sei der eindeutige Verlierer unter den großen Währungspaaren seit der Lehman-Pleite, sagten Analysten.

Rückkehr zur Stabilität?

Am Markt werde einseitig auf weitere Verluste des Euro gewettet. Diese Haltung könnte nun etwas abgebaut werden, was die Erholung des Euro unterstützen sollte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90635 (0,90670) britische Pfund, 120,68 (120,67) japanische Yen und 1,4628 (1,4644) Schweizer Franken fest. Der Preis für die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1126,50 (1114,00) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 26 707,80 (26 446,00) Euro.

Mittwoch terminlastig

Die wichtigsten Termine der Woche stehen am Mittwoch aus den USA mit dem ADP-Index und am Freitag mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht an. Marktteilnehmer gehen zwar davon aus, dass sich auf Grund des Winterwetters mit den Schneestürmen erneut die Zahl der Beschäftigten leicht rückläufig entwickelt haben dürfte. Die Wende zum Beschäftigungsaufbau sei allerdings nur eine Frage der Zeit. Wenn in den USA der Arbeitsmarkt anspringe, was den Konsum wie auch den Immobilienmarkt stützen dürfte, sei eine Positionierung im Dollar die richtige Entscheidung.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ

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