Marktberichte

US-Arbeitsmarktdaten Euro verliert an Schwung

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Reicht die moderate Belebung des Arbeitmarktes aus, um das Bild von der dahindümpelnden US-Wirtschaft auszulöschen?

(Foto: REUTERS)

Die moderate Belebung des US-Arbeitsmarktes setzt sich fort, aber das positive Signal imponiert Investoren nur kurz. Zuschläge unmittelbar nach der Veröffentlichung der Zahlen bröckeln binnen Minuten wieder ab.

Der Euro ist deutlich von den Tageshochs zurückgekommen, nachdem die Arbeitsmarktdaten die Reihe guter US-Konjunkturdaten aus den USA fortgesetzt haben. Die Arbeitslosenquote ist im November von dem hohen Vormonatsniveau von 9,0 Prozent gefallen und liegt nun bei 8,6 Prozent. "Dies ist immerhin der niedrigste Stand seit März 2009", betonte Volkswirt Thilo Heidrich von der Postbank.

"Positiv ist hervorzuheben, dass der Index der geleisteten Arbeitsstunden zulegen konnte", merkte ein weiterer Volkswirt an. Für die Industrieproduktion im abgelaufenen Monat sei dies ein gutes Zeichen. "Es ist bezeichnend, dass der Euro in Anstiege hinein wieder verkauft wird", meinte ein Händler. Dies deute auf Skepsis der Märkte hin, dass eine Lösung der europäischen Schuldenkrise schnell gelingen könnte.

Die Hoffnung auf einen neuen Ansatz zur Lösung der Staatsschuldenkrise beim EU-Gipfel kommende Woche hatte den Euro am Vormittag noch zum Dollar anziehen lassen. Inzwischen scheint aber wieder eine gewisse Ernüchterung einzukehren.

Wenn auch die Stoßrichtung beim EU-Gipfel in Richtung einer Fiskalunion klar erscheint, so steckt doch der Teufel im Detail. Während Deutschlands Bestreben auf automatische Sanktionen und die Möglichkeit von Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof ziele, sei Frankreich in Sorge, zu viele souveräne Rechte an Brüssel zu delegieren, merkt Jim Reid von der Deutschen Bank an. Frankreich ziehe es vor, dass die Kontrolle der Haushalte auch in Zukunft durch die nationalen Regierungen sichergestellt werde.

Ein Durchbruch auf dem Gipfel ist somit nicht zu erwarten. Möglich seien bestenfalls Ansätze zu einer strengeren Überwachung der nationalen Haushalte und automatische Sanktionen bei Verstößen gegen die geforderte Stabilität, meint Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank. Allerdings seien bereits hierfür die politischen Hürden hoch.  

Quelle: ntv.de, DJ