Marktberichte

Japans Hilfe nützt kaum Euro weiter schwach

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Der Euro präsentiert sich derzeit von seiner weichen Seite.

(Foto: dpa)

Japans Pläne zum Kauf von Anleihen der Euro-Zone helfen der europäischen Gemeinschaftswährung an den asiatischen Märkten nur kurzzeitig. Zunächst erreichte Gewinne gibt der Euro im Handelsverlauf wieder ab.

Japans Schützenhilfe für die schuldengeplagte Euro-Zone hat am Devisenmarkt keinen Jubel ausgelöst. Anleger zeigten sich am Dienstag wenig beeindruckt von der Ankündigung Japans, 20 Prozent der für Ende Januar geplanten Anleihen-Platzierung zu zeichnen, die die neue Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) plant. Der Euro legte am Dienstagmorgen zunächst zu, fiel am Nachmittag aber auf 1,2920 Dollar.

Händler hatten zunächst angenommen, dass Japan frisches Geld in die Hand nimmt, um der europäischen Gemeinschaftswährung unter die Arme zu greifen. Als später klar wurde, dass Japan das Geld für den Anleihen-Kauf aus seinen bereits bestehenden Euro-Reserven nimmt, zeigten sich Anleger enttäuscht. "Das wird eher als Umschichtung gesehen", sagte Währungsstratege Chris Turner von ING. "Einerseits macht der Schritt Japans zwar Mut, aber die EFSF ist finanziell gut ausgestattet und die Anleihen werden mit der Bestnote AAA bewertet. Es gab also niemals die Sorge, dass die Anleihen keine Käufer finden würden."

Manche Experten sehen in der Ankündigung Japan auch eine Art Wiedergutmachung, nachdem sich das asiatische Land durch massive Eingriffe in den Devisenmarkt kürzlich den Zorn anderer Industriestaaten auf sich gezogen hatte.

Sinkflug wird anhalten

Analysten gehen davon aus, dass der Euro ungeachtet der Ankündigung Japans wieder nachgeben wird, wenn bei der Auktion von Anleihen aus Portugal, Spanien und Italien in dieser Woche die Nachfrage enttäuschend ausfällt. Den Takt dürfte die am Mittwoch anstehende Auktion Portugals vorgeben. Das Land steht derzeit besonders im Fokus der Finanzmärkte. Die geforderten Risikoaufschläge für portugiesische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit erhöhten sich zuletzt auf über sieben Prozent. Die richtungsweisende Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit rentiert dagegen aktuell nur mit 2,864 Prozent.

Die portugiesische Regierung erklärte erneut, die Haushaltsprobleme ohne Hilfe von außen meistern zu wollen. "Die Äußerungen der Regierung haben heute für etwas Erleichterung gesorgt", sagte ein Händler.

Quelle: n-tv.de, rts

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11.08.09