Marktberichte

Pessimismus überwog Europa-Börsen fallen

Die Zeichen für einen längeren Irak-Krieg mehren sich. An den europäischen Märkten schichteten die Investoren aus Aktien in Staatsanleihen um. Besonders heftig fielen die Kurse bei Aktien aus unmittelbar betroffenen Branchen, wie der Touristik oder der Luftfahrt. Der EuroStoxx50 verlor 1,9 Prozent auf 2.133 Punkte, der Stoxx50 gab 2,1 Prozent auf 2.190 Punkte ab. Die Erholung an der Wall Street kam zu spät für die meisten Börsenplätze.

Im EuroStoxx50 gehörte der spanische Gas- und Öl-Konzern Repsol zu den größten Verlierern. Der spanische Versorger Endesa will offenbar einen drei-prozentigen Anteil an Repsol verkaufen. Die Aktien von Repsol fielen um 4,2 Prozent auf 13,60 Euro. Endesa gab 1,9 Prozent auf 11,19 Euro ab.

Die französische Air France kann nach eigenen Angaben das Gewinnziel in diesem Jahr nicht erreichen. Die Marktsituation habe sich aufgrund des Irakkrieges stark verschlechtert, so die Begründung. Der Konzern will die Kapazitäten kürzen. Die Aktien der Air France sanken um 5,1 Prozent auf 9,25 Euro. Zudem soll die Abnahme von sieben Airbus-Flugzeugen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Aktien der Airbus-Mutter EADS gaben in Folge der Nachricht um 5,5 Prozent auf 7,81 Euro ab.

Den dramatischen Buchungsrückgang bekommt auch das führende Reise-Reservierungs-System Amadeus zu spüren. Neben Air France hatten in den vergangenen Tagen auch fast alle anderen großen Airlines ihre Flugpläne für die kommenden Wochen ausgedünnt. Die Amadeus-Aktie büßte an der Heimatbörse Madrid 5,0 Prozent auf 4,33 Euro ein. Hauptanteilseigner von Amadeus sind Lufthansa, Iberia und Air France.

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re kürzt zwar seine Dividende um mehr als die Hälfte, will aber in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die Anleger belohnen die gute Prognose: Die Aktien waren mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 68,20 Schweizer Franken der einzige nennenswerte Gewinner im Stoxx50.

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch Group hat 2002 trotz der weltweiten Konjunkturflaute bei Umsatz und Gewinn nur leichte Rückgänge verzeichnet. Für das laufende Jahr ist der weltweit größte Uhrenhersteller optimistisch. Die Inhaber-Aktien stiegen um 2,3 Prozent auf 113,50 Franken, die Namensaktien verbesserten sich um 1,6 Prozent auf 22,85 Franken.

Der französische Autobauer Renault sieht für sich und seine japanische Beteiligung Nissan im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg einen starken Nachfragerückgang, insbesondere in Europa und Nordamerika. Der Umsatz im laufenden Jahr dürfte wohl eher am unteren Ende der bisherigen Prognosen liegen. Renault gab 5,5 Prozent auf 31,18 Euro ab. Auch die anderen Autobauer gerieten in Mitleidenschaft: PSA verlor 3,4 Prozent auf 36,85 Euro, Fiat büßte 1,6 Prozent ein auf 5,83 Euro.

Quelle: n-tv.de