Marktberichte

Energie gefragt Europa-Börsen seitwärts

Die europäischen Börsen haben sich nach schwachem Start in die Nähe ihres Vortagesschlusses gerettet. Vom stark anziehenden Ölpreis profitierten vor allem die Ölwerte. Unter Druck standen dagegen Werte aus der Touristik. Der EuroStoxx50 schloss nahezu unverändert bei 2.132 Punkten, der Stoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 2.182 Zähler.

Größter Gewinner im EuroStoxx50 war die France Telecom. Hoffnungen, die Gewichtung des Konzerns in den Stoxx-Indezes und im französischen Blue-Chip-Index CAC-40 könnte angehoben werden, verliehen der Aktie Flügel. Die Papiere stiegen um 6,8 Prozent auf 18,91 Euro. Hintergrund für die Spekulationen ist die angekündigte Ausgabe von Bezugsrechten, die die Anzahl der verfügbaren Aktien erhöhen wird.

Die britischen Versicherer ließen sich von den schlechten Nachrichten der deutschen Münchener Rück anstecken. Die Aktien von Aviva fielen um 2,0 Prozent auf 379,25 Pence. Konkurrent Friends Provident sank um 2,7 Prozent auf 80,75 Pence. Auch Prudential ist nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone abgerutscht. Die Aktien verloren 1,9 Prozent auf 333 Pence. Lloyds TSB gab ebenfalls 1,9 Prozent ab auf 333,50 Pence.

Ausgenommen von der europäischen "Versicherungs-Krise" scheint der Schweizer Rückversicherer Swiss Re. Die Versicherer profitierten als erstes, wenn sich der Markt wieder erholte. Das würden die Investoren schon jetzt berücksichtigen, so ein Händler. Die Aktien stiegen um 3,7 Prozent auf 70,75 Franken. Zurich Financial Services verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 118,00 Franken, Swiss Life gab dagegen 0,3 Prozent auf 52,25 Franken ab.

Die Aktien der weltgrößten Hotelkette Accor fielen um 3,9 Prozent auf 26,16 Euro. US-Konkurrent Hilton Hotels hatte zuvor eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr ausgesprochen. Zudem leidet auch Accor wie viele andere Touristikunternehmen unter den teilweise dramatischen Buchungsrückgängen in Folge des Irak-Kriegs. Der britische Wettbewerber Six Continents verlor 2,5 Prozent auf 607 Pence, die spanische NH Hoteles schloss 3,5 Prozent tiefer bei 7,40 Euro.

Die Fluggesellschaften leiden ebenso wie die Konkurrenten aus den USA unter der geopolitischen Situation. Die Passagierzahlen gehen zurück. Zusätzlich wurden die Werte von Berichten belastet, die weltgrößte Fluggesellschaft, American Airlines, könnte bereits in der kommenden Woche Konkurs beantragen. Die Aktien von Air France fielen um 5,5 Prozent auf 8,74 Euro, KLM verlor 2,4 Prozent auf 6,08 Euro. Für British Airways ging es 3,6 Prozent auf 108,50 Pence in den Keller, während Iberia 2,9 Prozent auf 1,34 Euro abgab. Die Kurse der meisten Airlines schlossen damit unter den zwischenzeitlichen Tiefstständen, die sie nach den Terrorattacken des 11. September erreichten. Selbst die sonst so robusten Billigflieger gerieten am Freitag unter Druck: Ryanair büßte 2,9 Prozent ein auf 6,43 Euro, Easyjet schloss 4,7 Prozent im Minus bei 227,75 Pence.

Die Ölwerte gehörten dagegen auf Grund des gestiegenen Ölpreises zu den wenigen Gewinnern in Europa. Die Aktien der niederländischen Royal Dutch stiegen um 1,8 Prozent auf 38,87 Euro, der britische Schwesterkonzern Shell legte ebenfalls um 1,8 Prozent auf 394,25 Pence zu. TotalFinaElf verbesserten sich um 1,2 Prozent auf 119,90 Euro, der italienische Konkurrent Eni gewann 1,4 Prozent auf 12,62 Euro. Gegen den Trend schwächer geschlossen haben die spanische Repsol (minus 0,4 Prozent auf 13,55 Euro) sowie British Petroleum (minus 0,5 Prozent auf 413,75 Pence).

Quelle: n-tv.de