Marktberichte

Starker Euro Europa schwach

Die europäischen Börsen präsentierten sich am Montag mit kräftigen Verlusten. Händler erklärten, die jüngste Serie von Anschlägen in Marokko und Israel sowie der zum Dollar starke Euro, der Exporte in die USA erschwert, hätten die Märkte belastet. Der Stoxx50-Index verlor 4,3 Prozent auf 2.248 Zähler, der EuroStoxx50 rutschte um 3,4 Prozent auf 2.262 Zähler.

Der Euro erreichte dagegen ein neues Vierjahreshoch. Zeitweise notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1738 US-Dollar. Grund für den erneuten Höhenflug sind die jüngsten Äußerungen des US-Finanzministers John Snow. Bei G7-Treffen der Finanzminister in Deauville hatte Snow bestätigt, das die US-Regierung derzeit mit dem schwächeren Dollar-Kurs zufrieden ist. Die Wechselkursveränderungen in der jüngsten Zeit seien recht moderat, erklärte der Finanzminister.

British Airways hat die Analystenprognosen deutlich übertroffen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte die Airline einen Gewinn vor Steuern von 135 Mio. Pfund, rund doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres erwirtschaftete die Fluggesellschaft jedoch einen Verlust vor Steuern von 200 Mio. Pfund. Grund war hier unter anderem der Irak-Krieg. Der Umsatz sank um 7,8 Prozent auf 7,688 Mrd. Pfund. Der Ausblick fiel verhalten aus. Im laufenden ersten Quartal werde der Umsatz geringer ausfallen, als im Vorjahresquartal, hieß es. Für die Zeit darüber hinaus seien Prognosen schwierig. Der getrübte Ausblick dämpft die Freude über den Gewinn erheblich, die Aktie verlor 4,0 Prozent auf 137,75 Pence.

Lonza schreckt den Schweizer Markt mit einer Gewinnwarnung auf. Die Aktie brach um 17,6 Prozent auf 66,50 sfr ein. Die Schweizer Feinchemiegruppe rechnet wegen der schwierigen Marktbedingungen im ersten Halbjahr 2003 mit einem Rückgang des Betriebsgewinns um etwa 20 Prozent und will 500 von insgesamt 6200 Stellen abbauen. In der zweiten Jahreshälfte 2003 erwartet Lonza jedoch eine wesentliche Verbesserung der Lage. Das Jahresergebnis ohne Berücksichtigung ausserordentlicher Erträge dürfte aber nicht höher ausfallen als im Vorjahr, hieß es. Bislang hatte die Gruppe für 2003 eine Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt. Im Jahr 2002 hatte Lonza noch einen Betriebsgewinn von 419 Mio. sfr erzielt.

Das schwache Wertpapiergeschäft lastete auf den Gewinnen der französischen Großbank Credit Agricole. Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Reingewinn um 5,7 Prozent auf 246 Mio. Euro. Analysten hatten 291 Mio. Euro erwartet. Die Aktie verlor 6,0 Prozent auf 16,05 Euro.

Quelle: ntv.de