Marktberichte

Swiss braucht 500 Millionen Europa strauchelt

Schwächer zeigten sich die europäischen Aktienmärkte am Dienstag. Der EuroStoxx50 gab 0,2 Prozent auf 2.447 Punkte ab, der Stoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 2.430 Zähler. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am morgigen Mittwoch blieben Anleger vorsichtig, kommentieren Händler.

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines braucht rund 500 Millionen Franken frisches Kapital, um die finanzielle Stabilität während des radikalen Abbau-Programms gewährleisten zu können. Dieses sieht vor, dass Personal und Flotte noch in diesem Jahr jeweils um rund ein Drittel reduziert werden. Ab dem kommenden Jahr will Swiss einen positiven operativen Cash Flow erzielen, 2005 sollen dann auch netto schwarze Zahlen geschrieben werden. Damit soll der Nachfolger der gescheiterten Swissair fit gemacht werden für den Beitritt zu einer internationalen Luftfahrtallianz, ohne die Swiss nach den Worten von Vorstandschef Andr Dos nicht überlebensfähig ist. Die Aktien blieben auch am Dienstag vom Handel ausgesetzt.

Deutlich unter Druck standen die Papiere von Suez, die 8,4 Prozent auf 13,60 Euro abgaben. BNP Paribas hatte den französischen Versorger auf „Underperform“ herabgestuft. Darüber hinaus kursierten Gerüchte, das Unternehmen könnte seine Prognosen zurücknehmen.

Die Unilever-Aktie setzte ihren Absturz vom Vortag fort und verlor 3,2 Prozent auf 46,16 Euro. Am Vortag hatte der britisch-niederländische Konsumgüterhersteller seine Prognose für den Jahresumsatz gesenkt.

Auf der Gewinnerseite befanden sich hingegen Telekommunikationstitel. Der Kurs der France-Telecom-Tochter Orange sprang um 0,4 Prozent auf 7,40 Euro an, nachdem das Mobilfunk-Unternehmen eine aggressive Wachstumsprognose abgegeben hatte. Von 2003 bis 2005 soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jährlich um 15 bis 17 Prozent steigen, teilte der französische Konzern mit. Der operative Cash-Flow solle bis 2005 um jährlich 40 bis 50 Prozent gesteigert werden, wodurch rund 14 Milliarden Euro erlöst würden. France-Telecom-Titel kletterten um 2,0 Prozent auf 20,19 Euro.

Dem spanischen Telekommunikationskonzern Telefonica steht offenbar ein Verlust ins Haus. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte wegen der Restrukturierungsmaßnahmen im laufenden Geschäftsjahr ein Fehlbetrag anfallen. Die geplanten Maßnahmen könnten ein Volumen von rund drei Milliarden Euro haben. Durch die Restrukturierung würden zwischen 9.000 und 11.000 Stellen wegfallen. Telefonica-Aktien verloren 0,5 Prozent auf 10,14 Euro.

Der hoch verschuldete schweizerisch-schwedische Industriekonzern ABB hat bei Asbest-Klagen in den USA einen Durchbruch erzielt. Ein US-Gericht stimmte am Montag in New York einem Vergleich mit mehr als 100.000 Klägern im Grundsatz zu. Die Klagen gegen ABB resultieren aus dem Kauf der US-Gesellschaft Combustion Engineering im Jahre 1989. Trotz des Weiterverkaufs an Alstom muss ABB die Entschädigungsforderungen übernehmen. ABB will insgesamt 1,3 Milliarden Dollar Schadensersatz zahlen. ABB-Papiere verloren 2,5 Prozent auf 4,68 Franken.

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung erhalten, das Epilepsie-Medikament Lamictal auch zur Behandlung von Patienten mit manischer Depression anzuwenden. In Studien wurde nachgewiesen, dass Lamictal die Wiederkehr von Depressionsschüben verzögert. Glaxo-Aktien gaben 0,6 Prozent auf 1.242 Pence ab.

Der niederländische Chemie- und Pharmakonzern Akzo Nobel will Rob Frohn im Mai kommenden Jahres zum Nachfolger von Finanzvorstand Fritz Frohlich ernennen. Der 61-jährige Frohlich wird den Konzern aus Altersgründen verlassen. Frohn (43) ist bislang als Geschäftsführer der Konzernsparte Surface Chemistry tätig. Akzo-Nobel-Aktien verloren 2,9 Prozent auf 22,84 Euro.

O2, die deutsche Tochter der britischen mmO2, hat bei der Kundenzahl die Fünf-Millionen-Marke übersprungen. Allein seit Anfang April seien 188.000 neue Kunden gewonnen worden, hieß es. Darüber hinaus sei der ARPU (durchschnittlicher Umsatz pro Kunde und Monat) auf 340 Euro gestiegen. Damit belegt O2 innerhalb Deutschlands den Spitzenplatz. mmO2-Aktien verteuerten sich um 3,1 Prozent auf 58 Pence.

Der schwedische Telekomausrüster Ericsson ernennt mit Wirkung zum 1. Juli Hans Vestberg zum Vizepräsidenten, Geschäftsführer und Leiter der Konzernsparte Global Services. Vestberg ist seit zwölf Jahren bei Ericsson beschäftigt, seit 2002 als Leiter der Mexiko-Sparte. Ericsson-Aktien fielen um 3,5 Prozent auf 8,35 schwedische Kronen.

Quelle: ntv.de