Marktberichte

Die nackten Zahlen Firmenbilanzen treiben Wall Street

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Die Wall Street schaut auf den Apfel: Nachbörslich vermeldet Apple seine Zahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schwache Konjunkturdaten gegen gute Quartalsberichte: Das sind die beiden bestimmenden Themen am US-Aktienmarkt. Wie in Europa setzt sich auch an der Wall Street die positive Stimmung durch. Für Unruhe an den Märkten sorgte allerdings eine dramatische Falschmeldung.

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Dank überraschend positiver Unternehmensbilanzen hat die Wall Street am Dienstag den dritten Tag in Folge zugelegt. Der Dow-Jones-Index schloss 1,05 Prozent im Plus bei 14.719 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging 1,04 Prozent stärker mit 1578 Zählern aus dem Handel. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,11 Prozent auf 3269 Punkte.  

Für vorübergehende Unruhe am Markt sorgte jedoch eine falsche Kurznachricht der Agentur AP, wonach US-Präsident Barack Obama bei zwei Explosionen im Weißen Haus verletzt worden sei. "Die Meldung war völliger Blödsinn, aber die Märkte sind sensibel und reagieren in Windeseile auf sowas", sagte ein Händler. Ein Sprecher der Nachrichtenagentur sagte, der Tweet sei fingiert. Einzelheiten nannte er nicht. Das US-Präsidialamt erklärte, Obama sei wohlauf. Die US-Aktienbörsen verloren nach der Kurznachricht einen Teil ihrer Gewinne, berappelten sich nach ein paar Minuten jedoch wieder. 

Zudem begrenzten unerwartet schwache Konjunkturdaten aus China die Gewinne. Die Industrie der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wuchs im April langsamer ist als noch im März. Dies schürte Sorgen um die Weltwirtschaft. "Von Übersee kamen zuletzt zwar negative Nachrichten. Aber einige Unternehmensberichte haben gezeigt, dass so mancher Kursverlust übertrieben war", sagte Rick Fier von Conifer Securities.

US-Berichtssaison treibt Wall Street an

Die Berichtssaison ist derzeit in vollem Gange. Insgesamt verlief sie bis dato recht erfreulich. 67 Prozent der Unternehmen des S&P 500, die bislang ihre Zwischenberichte vorlegten, haben nach Daten von Thomson Reuters die Erwartungen des Marktes übertroffen. Aktuell: Dupont, United Technologies und Travelers. Die Aktionäre von Dupont und Travelers können sich auch noch über eine höhere Dividende freuen. Die Aktien der drei lagen im Plus.

Zu den größten Gewinnern gehörte die Online-Videothek Netflix mit einem Anstieg von mehr als 24 Prozent. Netflix legte nicht nur einen unerwartet hohen Gewinn vor, sondern steigerte auch die Zahl der Abonnenten. Die Strategie, exklusive Sendungen anzubieten, zahlte sich offenbar aus.

Dank Einsparungen steigerte der Chiphersteller Texas Instruments seinen Gewinn überraschend kräftig, obwohl der Umsatz im ersten Quartal zurückging. Der Chiphersteller äußerte sich zuversichtlich zum weiteren Geschäftsverlauf, was vom Markt dankbar aufgenommen wurde. Die Aktien legten 2,5 Prozent zu. Der Lederwarenhersteller Coach schickte mit seinen Ergebnissen seine Titel um 9,8 Prozent in die Höhe. Der BASF-Rivale DuPont profitierte von florierenden Geschäften mit Chemikalien für die Landwirtschaft. Besonders hoch war die Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenschutz-Mitteln in Nord- und Südamerika. DuPont-Aktien legten  4,1 Prozent zu.

Nach Börsenschluss wurden noch Zahlen von Schwergewichten wie Apple und AT&T erwartet. Apple-Papiere legten 1,8 Prozent zu. Zahlen von wichtigen Zulieferern lassen derzeit auf eine Schwäche des iPhone- und iPad-Herstellers schließen.

Quelle: ntv.de, DJ/rts/dpa