Marktberichte

Exportwerte gefragt Kursgewinne in Tokio

Positiv aufgenommene Wendungen in der europäischen Schuldenkrise geben den asiatischen Aktienbörsen Luft für steigende Kurse. Davon profitieren vor allem Unternehmen aus der Exportwirtschaft.

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(Foto: dpa)

Die Aktienmärkte in Fernost haben sich vom Aufschwung der Börsen in Europa und den USA mitziehen lassen. Tokio schloss am Donnerstag so hoch wie seit einem Monat nicht mehr und profitierte damit wie andere Handelsplätze auch von den Hoffnungen auf eine zügige Stützung Griechenlands und der Finanzbranche. Gefragt waren vor allem Exportwerte wie der Elektronikkonzern Sony, die bei der jüngsten Talfahrt der Börsen besonders hart abgestraft worden waren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio knapp ein Prozent im Plus bei 8823 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,7 Prozent auf 758 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong, Shanghai, Taiwan und Südkorea notierten höher. Singapur bewegte sich nicht vom Fleck.

"Den Märkten geht es besser", sagte ein Händler. Man habe das Gefühl, dass nach zwei Jahren Euro-Schuldenkrise langsam die richtigen Schritte unternommen würden. Die Aussicht auf eine Zustimmung der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF hatte schon die Börsen in den USA und Europa zuversichtlich gestimmt. Die Hoffnung darauf wurde nicht zuletzt genährt durch Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass eine vollständige Ratifizierung bis zum EU-Gipfel am 23. Oktober sicher sei. Wenn die Slowakei als letzter der 17 Euro-Staaten zustimmt, wäre der Weg für den Fonds frei.

"Es hat den Anschein, dass Europa seine Schuldenkrise eindämmen kann", sagte Takashi Ushio, Chef-Investmentstratege von Marusan Securities. Jetzt ströme das Geld von Anlegern zurück, die sich in den vergangenen Wochen aus Angst vor einem neuen "Lehman-Schock" massiv von ihren Anlagen getrennt hatten. In der US-Finanzkrise hatte die Pleite der US-Investment-Bank Lehman Brothers die Aktienmärkte erschüttert. Den Optimismus getrübt haben dürfte dagegen am Donnerstag eine Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass die Risiken für die asiatische Wirtschaft durch die Euro-Krise und das lahmende US-Wachstum deutlich steigen.

Neben der größeren Zuversicht stützte auch ein Monatstief des Yen Exporteure wie den Kamerahersteller Olympus, dessen Aktien 4,6 Prozent höher gehandelt wurden. TDK machte 4,3 Prozent wett, Panasonic rund zwei Prozent und Sony knapp drei Prozent.

Technologiewerte legten im Zuge der Quartalsbilanz des niederländischen Chipmaschinenherstellers ASML zu, der mit einem überraschend guten Umsatz im dritten Vierteljahr die Sorgen wegen eines Abschwungs in der Chipbranche linderte. So legte der Kurs des Chip-Testmaschinenherstellers Advantest 5,6 Prozent zu. Tokyo Electron gewann 1,4 Prozent, der ASML-Kunde Elpida Memory knapp vier Prozent.

Begrenzt wurden die Gewinne der Indizes dadurch, dass viele Anleger vor neuen US-Geschäftszahlen lieber abwarteten. Nach schwachen Vorlagen des Aluminium-Herstellers Alcoa und des Getränkekonzerns PepsiCo blickten die Anleger am Donnerstag auf die Zahlen der US-Bank JP Morgan.

Quelle: ntv.de, nne/rts