Marktberichte

Unglück in den USA Nemax reagiert verhalten

Der Flugzeugabsturz in New York belastete am Nachmittag auch die deutsche Wachstumsbörse - allerdings konnten die Indizes nach dem ersten Schock ihre Verluste deutlich eindämmen. Der Nemax50 schließt mit 1,56 Prozent bei 1.106 Punkten im Minus, der Nemax All Share gab 1,26 Prozent auf 1.075 Punkte nach.

Ein Flugzeug war am frühen Morgen New Yorker Ortszeit auf den New Yorker Stadtteil Queens gestürzt und hatte mehrere Häuser in Brand gesetzt. Die Erinnerung an die Attentate vom 11. September sei natürlich sofort in den Köpfen der Anleger gewesen, so ein Händler. Die Stimmung habe sich dann aber wieder beruhigt, da nicht klar sei, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handele. Auch die moderate Reaktion der New Yorker Börse habe geholfen. Die US-Technologiebörse Nasdaq drehte am Nachmittag nach schwachem Start mit 0,3 Prozent bei 1.833 Punkten in Plus.

Auf dem Frankfurter Parkett standen bis zur Meldung über den Absturz die anstehenden Quartalszahlen zahlreicher Neuer Markt-Unternehmen im Blickpunkt.

Den Anfang machte MobilCom. Der Mobilfunkanbieter hat in den ersten neun Monaten 2001 weniger umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und gleichzeitig den Verlust ausgeweitet. Dabei hat sich das Minus im dritten Quartal 2001 mit 6,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal fast verdoppelt. Als Begründung für diese Entwicklung nannte MobilCom Kosten im Zusammenhang mit dem Aufbau des UMTS-Netzes. Ohne diese Kosten - so MobilCom - wäre das Ergebnis mit einem Plus von 6,8 Millionen Euro deutlich besser ausgefallen. Die Aktie fiel dennoch 3,4 Prozent auf 20,67 Euro.

Schlechte Nachrichten gab es auch von Brokat. Der Anbieter von Software für Online-Banken ist nach eigenen Angaben überschuldet. Man stehe weiterhin in intensiven Verhandlungen mit den Gläubigern, so das Unternehmen weiter. Der Ausgang sei nach derzeitigem Stand der Gespräche aber noch offen. Die Aktie fiel kanpp 22 Prozent auf 0,50 Euro.

Das Biotechnologieunternehmen GPC Biotech hat in den ersten neun Monaten 2001 seinen Verlust verringert und damit ein Ergebnis am oberen Rand der Erwartungen von Analysten erzielt. Der Fehlbetrag habe zwischen Januar und September auf 21,7 von 27,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum reduziert werden können, hieß es. Der Umsatz blieb nach Unternehmensangaben mit 9,3 Millionen Euro dagegen nahezu unverändert. Für die Aktie ging es 4 Prozent auf 14,34 Euro nach oben.

Der Spezialist für Netzzugangs- und Übertragungstechnologie, Pandatel, hat seine Prognosen für 2001 zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt. Demnach geht man jetzt von einem Umsatzrückgang von bis zu 25 Prozent aus und erwartet im günstigsten Falle noch ein ausgeglichenes Ergebnis. Als Ursache sieht Pandatel den insgesamt rückläufigen Trend am Markt für Netzinfrastruktur. Die Aktie büßte 7,3 Prozent ein auf 9,70 Euro.

T-Online könnte Ärger bekommen. Die Konkurrenz von AOL hat nämlich bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) Beschwerde eingelegt. Das sagte eine Sprecherin von AOL am Montag. Und deshalb ermittelt die Bonner Behörde jetzt wegen möglicherweise wettbewerbswidrig niedriger Internetverbindungs-Preise der Deutschen Telekom. AOL beanstandet unter anderem, dass T-Online "seine Endkundenpreise unter den eigentlichen Kosten sowohl festsetzt als auch anbietet und somit Preisdumping betreibt". Die Aktie fiel 0,4 Prozent auf 10,49 Euro.

Quelle: ntv.de