Marktberichte

Panik nach Nokia-Warnung Neuer Markt stürzt ab

Nachdem der Neue Markt am Nachmittag mit Panik auf die Gewinnwarnung des finnischen Mobilfunkherstellers Nokia reagiert hatte und der Nemax-50 zwischenzeitlich über sechs Prozent eingebrochen war, konnten sich die Indices zum Handelsende leicht erholen. Der Nemax-50 schloss mit einem Minus von 3,92 Prozent bei 1572 Punkte, der Nemax-All-Share ging mit einem Minus von 3,52 Prozent mit 1638,63 Zählern aus dem Handel.

Marktteilnehmer beschrieben das Geschäft als umsatzarm. Die Institutionellen hätten sich absolut zurückgehalten und die Privatanleger seien auch nicht gerade in Kauflaune gewesen. Die so nicht vorhandene Liquidität habe dazu geführt, dass der Widerstand gegenüber dem Abgabedruck gering geblieben sei.

Die Biotechnologietitel notierten mit starken Abgaben. Händler verwiesen auf die schwachen Vorgaben der Nasdaq. Darüber hinaus mache sich Skepsis im Markt breit, ob das Interesse der Institutionellen an der Gesamtbranche tatsächlich so groß ist, wie dies häufig beschrieben wurde. Auch nach den Verlusten seien die Biotechs am Neuen Markt fundamental teuer. In den USA gebe es günstigere und attraktivere Investmentchancen im Bereich Biotech. Den deutschen Titeln fehle es zudem ein wenig an Fantasie, weil viele im Bereich Plattform-Technologie und nicht Medikamentenentwicklung tätig seien. Quiagen fielen um 9,1 Prozent afu 26,30 Euro und Evotec um 5,5 Prozent auf 17 Euro.

Einen Absturz erlebte nach der Gewinnwarnung von Nokia der Mobilfunkausrüster Balda. Die Aktie gab zeitweise 14 Prozent auf 14,50 Euro nach, konnte die Verluste dann aber auf ein Minus von neun Prozent bei 15,29 Euro begrenzen. Die Telekommunikationstitel Carrier 1 und Mobilcom gaben ebenfalls nach.

Zu den großen Verlierern im Nemax-50 gehörte auch Heyde. Der IT-Dienstleister hat seine Hauptversammlung vom heutigen Dienstag auf den 12. Juli verschoben. Das schüre Ängste um die weitere Unternehmensentwicklung, so ein Händler. Die Aktie fiel 6,2 Prozent auf 2,73 Euro.

Nach unten ging es auch für Pixelpark. Die Internet-Service-Agentur leide unter der Pleite des Sportportals Sportgate an dem auch Pixelpark-Chef Paulus Neef Anteile gehalten habe, so Händler. Der Titel fiel 6,37 Prozent auf 7,49 Euro.

Im Mittelpunkt des Interesses stand auch Biodata. Das Unternehmen, das auf IT-Sicherheit spezialisiert ist, hat eine Inhaberschuldverschreibung begeben. Daraus resultieren insgesamt 35 Millionen Euro zusätzliche Liquidität für Biodata, die vor allem der Finanzierung des weiteren Wachstums sowie der kürzlich abgeschlossenen Akquisition der Cobion AG dienen sollen, so das Unternehmen. Die Aktie fiel 6,4 Prozent auf 23,50 Euro.

Bei den kleineren Werten des Nemax All Share gab es einige Lichtblicke für die Anleger. Electronics Line hat einen Auftrag in Höhe von 51 Millionen Euro erhalten. In den nächsten drei Jahren soll das israelische Unternehmen seine Wireless-Home-Network Systeme an den Großkunden, ein international tätiges Überwachungsunternehmen, liefern. Die Aktie legte 16,1 Prozent auf 10,45 Euro zu.

Eine erneute Kursexplosion erlebte Vizrt, die Aktie stieg fast 20 Prozent auf 2,71 Euro. Fundamentale Nachrichten gab es von dem Unternehmen nicht; am Vortag hatten Händler den Kursanstieg mit größeren Kauforders einer inländischen Bank begründet.

Abschläge von 1,75 Prozent auf 11,29 Euro gab es für Augusta Technologies. Der IT-Dienstleister korrigierte seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Grund seien die Belastungen durch die Tochtergesellschaft Pandatel , so das Unternehmen. Pandatel hatte vor rund einer Woche vor einem Umsatzrückgang im laufenden Jahr von bis zu 20 Prozent gewarnt.

Schlechte Nachrichten gab es auch von Softline. Das Softwareunternehmen korrigierte seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Der Umsatz werde aufgrund des schwachen Marktumfeldes bei 85 Millionen Euro statt der geplanten 100 Millionen Euro liegen, der Jahresfehlbetrag zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro. Die Aktie fiel 9,2 Prozent auf 4,45 Euro.

Abwärts ging es ebenso für Openshop. Der Softwarehersteller kündigte an, der Verlust werde im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres höher ausfallen als im ersten Quartal. Grund seien Investitionen und Restrukturierungskosten. Der Titel gab 4,23 Prozent auf 6,56 Euro nach.

Quelle: n-tv.de

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