Marktberichte

Prognosen zeigen abwärts Ölpreise geben leicht nach

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Die Schornsteine einer Ölraffinerie in der Nähe von Korinth 80 Kilometer westlich von Athen.

(Foto: REUTERS)

Das Iran-Embargo verpufft am Ölmarkt. Dafür machen sich die Investoren wieder vermehrt Sorgen um den Zustand der Weltwirtschaft überhaupt. Jüngsten Prognosen zufolge könnten die Preise im Laufe des Jahres deutlich fallen. Die schlechteren konjunkturellen Wirtschaftsperspektiven seien noch nicht ausreichend eingepreist, heißt es.

Die unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft haben den Ölpreis im Tagesverlauf unter Druck gesetzt. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent fiel um 0,4 Prozent auf 109,66 Dollar je Barrel. WTI-Öl verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 98,25 Dollar pro Fass.  

Die nur minimalen Auswirkungen des Iran-Embargos erklärten Experten zum einen damit, dass der Schritt bereits lange erwartet wurde. Zum anderen verwiesen sie auf die gleitende Einführung des Embargos: Verboten ist derzeit nur der Abschluss neuer Lieferverträge, für bestehende Verträge gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli. Hintergrund des Einfuhrverbots ist der Streit um das iranische Atomprogramm.

Dass die britische Wirtschaft auf eine Rezession zusteuert, bewerteten Anleger höher als bessere Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA. Einer Umfrage zufolge rechnen Analysten mit dem stärksten Wachstum der US-Wirtschaft im vierten Quartal seit fast vier Jahren.

Analysten sehen niedrigere Preise

Die weiteren Ölpreis-Prognosen fürs zweite Halbjahr liegen trotz des Konfliktes des Westens mit dem Iran teils deutlich unter dem derzeitigen Preisniveau. Während die Mehrheit der Analysten für das erste Quartal noch einen Brent-Ölpreis von 107 US-Dollar je Barrel in Aussicht stellen, sinken die Erwartungen für das zweite Quartal auf 105 Dollar ab.

Die schlechteren konjunkturellen Perspektiven seien im Ölpreis noch nicht ausreichend eingepreist, schreibt die Landesbank Baden-Württemberger LBBW. "Deshalb wird Öl fallen", heißt es in ihrem Ausblick. Ihre Prognosen gehen für das 2. Quartal von 90 Dollar aus nach 100 Dollar im vorhergehenden Quartal. Im gerade angelaufenen Jahr sollte die Nachfrage eher schleppend ausfallen, heißt es weiter. Dabei sei das Angebot reichlich.

Die Analysten der Commerzbank sehen den Brentpreis im vierten Quartal bei 110 Dollar und damit auf dem dem Niveau, auf dem sie aktuell tendieren.

Unsicherheit bringe die Lage in Iran. Sollten sich die Spannungen um den Ölexporteur früher auflösen, werden de Fundamentaldaten wieder stärker in den Fokus rücken, so ihre Erwartungen. Langfristig sei aber noch zu beachten, dass die Opec-Produzenten auf einen festen Ölpreis angewiesen sind.

Auch die italienische Bank Intesa sieht im zweiten Halbjahr die Sorge um die Wirtschaftsentwicklung im Fokus und rechnet daher mit sinkenden Ölpreisen. Im ersten Halbjahr dagegen sollten die geopolitischen Spannungen den Preis stützen.

Goldpreis fällt - Warten auf die Fed

Gold befindet sich weiter auf dem absteigenden Ast. Die Feinunze des Edelmetalls verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1655,59 Dollar je Feinunze. Der Preis fiel damit den zweiten Tag in Folge. Händler begründeten den Rückgang mit der Dollar-Stärke, die Investitionen in Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes teurer werden lässt. Zudem hielten sich Investoren vor dem Ende der US-Notenbanksitzung zurück.

Die Federal Reserve will am Mittwochabend (MEZ) erstmals einen Ausblick auf ihre längerfristige Zinspolitik geben. Falls die Fed die Märkte überzeugen kann, dass die Zinsen länger als gedacht auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben, könnte der Dollar fallen und der Goldpreis im Gegenzug steigen.

Hoffnung auf US-Nachfrage treibt Kupfer

Die Hoffnung auf eine stärkere Nachfrage in den USA trieb den Kupferpreis derweil auf ein Vier-Monatshoch getrieben. Die Tonne des Industriemetalls verteuerte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 8455,25 Dollar je Tonne. US-Präsident Barack Obama sagte in seiner Rede an die Nation, dass die Hälfte des Geldes, das durch das Ende der Kriege im Irak und in Afghanistan eingespart werde, in Infrastrukturprojekte fließen solle.

Unter anderem solle das Schienennetz ausgebaut werden. Analysten zufolge könnten die Maßnahmen die Kupfernachfrage und damit den Preis für das

 

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa/DJ

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