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Europa, Iran - und Opec Ölpreise ziehen an

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(Foto: picture alliance / dpa)

Italien muss für frisches Kapital zwar tiefer in die Tasche greifen, dennoch hält sich an den Finanzmärkten die Hoffnung, dass die Renditen zurückkommen. Da macht auch der Rohstoffmarkt keine Ausnahme: Kupfer und Öl reagieren. Die Opec bleibt indes cool.

Die Hoffnung auf rückläufige Renditen bei den Staatsanleihen diverser Eurozonen-Länder hat die Kauflaune am Rohstoffmarkt geweckt. Das Industriemetall Kupfer verteuerte sich am Donnerstag um mehr als 1 Prozent auf 8125 Dollar je Tonne. Der sichere Hafen Gold wurde dagegen umschifft. Das Edelmetall notierte nahezu unverändert bei 1657 Dollar je Feinunze. Am Ölmarkt bewegten sich die Preise kaum.

Händlern zufolge dämpfte die Andeutung von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure, dass die Europäische Zentralbank am Staatsanleihenmarkt wieder als Käufer aktiv werden könnte, die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise. Spanien und Italien kämpfen derzeit wieder mit der wachsenden Skepsis der Investoren, so dass die Zinsen zuletzt wieder auf ein hohes Niveau stiegen. Auch in Italien kletterten die Zinsen wieder.

Peter Tse, Direktor von ScotiaMocatta in HongKong, erklärte, die Coeure-Aussagen vom Mittwoch hätten die Märkte etwas beruhigt. Insgesamt bleibe die Aussicht für die Eurozone jedoch düster. Sollte die Unsicherheit bezüglich des Ausgangs der Schuldenkrise wieder zunehmen, dürfte davon laut Tse vor allem Gold profitieren.

Der Iran und das Öl

Am Ölmarkt tat sich indes nicht viel: Das Nordsee-Öl Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich minimal auf 120,33 Dollar und 102,93 Dollar je Fass. Die Furcht vor Versorgungsengpässen hielten laut Experten angesichts des Atomkonflikts mit dem Iran an. Der Iran, die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland wollen am Samstag in Istanbul die Atomgespräche fortsetzen.

 Der Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Das Land bestreitet die Vorwürfe und weigert sich bislang, Änderungen an seinem Nuklearprogramm.

Opec wiegelt ab

Die Ölmärkte sind nach Aussage der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) derzeit gut versorgt. Grund des hohen Ölpreises sei lediglich die "gefühlte Gefahr" einer Lieferunterbrechung wegen des politischen Konflikts zwischen dem Westen und dem Iran, hieß es im aktuellen Monatsbericht der Opec.

Zuvor hatte bereits Saudi-Arabien seine Bereitschaft erklärt, jeglichen tatsächlichen Mehrbedarf an Öl zu decken. Am Morgen hatte die Internationale Energieagentur (IEA), die die Konsumentenseite vertritt, die Einschätzung geäußert, dass eine seit zwei Jahren andauernde Phase der Ölknappheit zu Ende gehe.

Die tägliche Förderung der Opec nahm im März um 136.000 auf 31,3 Millionen Barrel zu. Das waren 1,3 Millionen mehr als nachgefragt und ebenfalls 1,3 Millionen mehr als das offizielle Förderlimit eigentlich zulässt. Folglich dürften die Lagerbestände zunehmen, was den Ölpreis belasten müsste. Zu den Auswirkungen des Öleinfuhrembargos gegen den Iran äußert sich das Kartell nicht direkt. Nach Angaben der OPEC lag die tägliche Produktionsmenge des Iran im ersten Quartal mit 3,4 Millionen Barrel aber um 7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Die Opec bestätigte ihre Prognose für das Wachstum der täglichen Ölnachfrage in laufenden Jahr mit 0,9 Millionen Barrel. Die Nachfrage würde damit bei 30,0 Millionen Barrel liegen. Zugleich hob die Organisation ihre Prognose für das Wachstum der Ölproduktion außerhalb der Opec um 30.000 auf 600.000 Barrel an.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ

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