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Wall Street setzt Erholung fort Optimismus hält vor Trump-Rede an

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Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 25.412 Punkte.

(Foto: AP)

Ermutigende Firmenbilanzen stützen die Wall Street. Im Fokus stehen die letztlich einigermaßen positiv aufgenommene Quartalsbilanz der Google-Mutter Alphabet. Heimische Konjunkturdaten haben keinen erkennbaren Einfluss auf die Aktienkurse.

Die Wall Street hat sich auch heute auf die positiven Schlagzeilen konzentriert und die negativen eher ausgeblendet. Vor der mit Spannung erwarteten Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump hielt der jüngste Optimismus noch ein wenig an. Trump wird sich erst nachbörslich äußern, aber Anleger verteilten schon erste Vorschusslorbeeren.

Dow Jones
Dow Jones 25.628,90

Die Ansprache vor dem Kongress werde "Optimismus und Geschlossenheit" vermitteln und stellenweise sogar "visionär" ausfallen, hatte ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses jüngst verkündet. Der Präsident dürfte neue Investitionen in die Infrastruktur, die Senkung hoher Arzneimittelpreise, die Beendigung von Kriegseinsätzen im Ausland und - für Anleger im Fokus - die Lage im Handelsstreit mit China thematisieren. Letztlich ist es die Hoffnung auf einen Befreiungsschlag in diesem Konflikt, auf der der Optimismus an der Wall Street in Teilen fußt.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 25.412 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,5 Prozent auf 2.738 Punkte nach oben. Der Index machte damit vor der 200-Tage-Linie halt, die der Dow bereits überwunden hat. Der Nasdaq-Composite kletterte um 0,7 Prozent auf 7.402 Punkte. Der Umsatz stieg auf 839 (Montag: 790) Millionen Aktien. Dabei standen sich an der Nyse 1.850 (1.988) Kursgewinner und 1.080 (959) -verlierer gegenüber, während 112 (102) Titel unverändert schlossen. Google im Fokus

Alphabet
Alphabet 1.153,58

Neue Daten zum ISM-Index für Dienstleistungen fielen etwas schwächer aus als erwartet, blieben aber ohne Auswirkung auf den Markt. Dafür lieferte die Berichtsperiode weiterhin entscheidende Impulse. So stieg der Aktienkurs von Alphabet um 0,9 Prozent. Die Google-Mutter hat im vierten Quartal ihren Gewinn unerwartet deutlich erhöht. Auch der Umsatz kletterte deutlicher als erwartet. Zunächst tendierte die Aktie im Minus, da sich Anleger an sinkenden Margen stießen.

Der Dow wurde angeführt von Boeing, die ihren jüngsten Höhenflug fortsetzten und sich um weitere 3,3 Prozent verteuerten. Der Konzern teilte mit, eine bedeutende, aber nicht näher quantifizierte Investition in Aerion getätigt zu haben, den Hersteller von Überschallflugzeugen. Damit wolle Boeing die Entwicklung der Technologie vorantreiben.

Die Seagate-Aktie tendierte verlor 0,9 Prozent, nachdem die Zahlen für das zweite Quartal die Markterwartungen übertroffen hatten. Jedoch sieht sich das Unternehmen mit markt- und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert. Der Ausblick auf das kommende Geschäftsquartal enttäuschte. Nach unten ging es für Gilead um 3,4 Prozent. Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Pharmaunternehmens sind durchwachsen ausgefallen. Die Gewinnprognosen des Marktes wurden verfehlt, die Umsatzerwartungen übertroffen.

Die Glu-Mobile-Aktie brach um gut 13 Prozent ein, nachdem der Ausblick des Handyspieleentwicklers die Marktschätzungen verfehlt hatte. Estee Lauder Companies schossen um 11,6 Prozent nach oben, der Kosmetikkonzern lieferte überzeugende Geschäftszahlen und einen erhöhten Ausblick ab.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 58,94

Am Devisenmarkt blieb der Dollar gefragt, auch hier sprachen Anleger von einer optimistischen Grundhaltung zur Trump-Rede. Der ICE-Dollarindex stieg den zweiten Tag in Folge und gewannt weitere 0,2 Prozent. Der Euro ging mit 1,1416 Dollar um und damit gegenüber dem Vorabend etwas leichter. Gute Daten aus der Eurozone zu den Einkaufsmanagerindizes standen schwachen zum Einzelhandel gegenüber. Die Rentennotierungen zogen mit dem schwächeren ISM-Index etwas an, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verlor 2,3 Basispunkte auf 2,70 Prozent.

Die Erdölpreise gaben wie schon am Vortag nach. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 53,66 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 0,8 Prozent auf 61,99 Dollar je Fass. Die Krise in Venezuela bleibe einer der Taktgeber am Ölmarkt, hieß es. Derzeit gingen die venezolanischen Ölexporte angesichts strenger US-Sanktionen erheblich in die Knie. Dieser Beinahekollaps droht sich stärker auf die Ölmärkte auszuwirken als viele Experten bisher erwartet hatten, wie Insider berichteten. Vieles sei aber bereits eingepreist. Der Nachfrageausblick auf 2019 sei nicht sehr erbaulich, sagte ein Händler.

Quelle: n-tv.de, jki/DJ

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