Marktberichte

Was die Märkte bewegt Sorgenkind USA

Wenn man derzeit über den großen Teich blickt, ist in Sachen Konjunktur nicht all zuviel Erfreuliches zu sehen. Der seit Monaten von den US-Firmen angekündigte Stellenabbau schlägt sich nun mit aller Wucht in den Arbeitslosenzahlen nieder - mit 4,9 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote in den USA im August den höchsten Stand seit vier Jahren.

Analysten zeigten sich von den Zahlen geschockt. Das seien schreckliche Nachrichten für die Wirtschaft, hieß es. Angesichts dieser Entwicklung wäre es nicht verwunderlich, wenn die US-Notenbank bald eingreife, um die Situation unter Kontrolle zu kriegen. Im Vorfeld waren die Experten von einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent ausgegangen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bringt auch das von der US-Notenbank viel beschworene einzige Standbein der US-Wirtschaft, das Verbrauchervertrauen, ins Wanken. Mit dem wachsenden Heer von Arbeitslosen wird neben dem Vertrauen der Verbraucher in die US-Konjunktur auch deren Konsumfreude schwinden - und damit verliert die USA ihren wichtigsten Wachstumsmotor.

US-Regierung beschwichtigt

Angesichts dieser Entwicklung bemüht sich die US-Regierung Zuversicht zu verbreiten. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei keine Überraschung gewesen, ließ das US-Präsidialamt wissen. Angesichts der schwachen Wirtschaftslage habe die Regierung erwartet, dass die Arbeitslosigkeit steige, bevor sie wieder zurückgehe.

Arbeitslosigkeit sei ein Indikator mit Zeitverzögerung, hieß es weiter. Präsident George W. Bush werde jedoch die notwendigen Schritte unternehmen, um die US-Wirtschaft wieder in Bewegung zu bringen, fügte eine Sprecherin des Präsidialamtes hinzu. Wie diese Schritte aussehen sollen, verriet sie nicht. Zusätzliche Haushaltsausgaben zur Belebung der Wirtschaft lehnt Bush jedenfalls ab.

Keine aufmunternden Signale in Sicht

Auch wenn das Ausmaß der Arbeitslosigkeit unterschätzt wurde, kamen bereits im Vorfeld neue Sorgen über die konjunkturelle Lage in den USA auf. Der schwache Service-Index der US-Einkaufsmanager hatte wieder Zweifel an einer schnellen Erholung der US-Wirtschaft im Markt geschürt.

Der Service-Index war im August von 48,9 Punkten im Vormonat auf 45,5 Punkte gefallen und markierte damit einen neuen historischen Tiefstand. Bereits im Juli war der Index stark von 52,1 auf 48,1 Punkte gefallen. Für den Service-Index werden 370 Einkaufsmanager aus 62 verschiedenen Dienstleistungsbranchen befragt. Ein Indexstand unter 50 signalisiert eine konjunkturelle Abkühlung, ein Stand über 50 deutet auf eine konjunkturelle Belebung hin.

Das Konjunkturbarometer der Vereinigung der US-Einkaufsmanager findet an den Börsen mittlerweile eine genauso hohe Beachtung wie der NAPM-Konjunkturindex. Dieser war im August unerwartet stark auf ein Jahreshoch auf 47,9 Zählern gestiegen und hatte damit zunächst die Hoffnungen auf eine Erholung der US-Wirtschaft belebt.

Des einen Freud, des anderen Leid

Zumindest für den Euro hatten die US-Arbeitslosenzahlen auch ihr Gutes. Die europäische Gemeinschaftswährung legte nach der Veröffentlichung der Zahlen zeitweise um einen Cent auf 0,9054 US-Dollar zu.

Quelle: ntv.de

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