Marktberichte

Dow Jones dreht ins Minus Trumps Rundumschlag bremst US-Börsen

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(Foto: REUTERS)

Ob zum Handelsstreit mit Mexiko und China oder zur Bundesbank Fed - US-Präsident Trump lässt in allen Bereichen Dampf ab. An den US-Börsen sorgt das für Ungewissheit und verschreckt Anleger.

US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street am Dienstag mit Äußerungen zu den Handelskonflikten der USA und zur Zinspolitik der Notenbank Federal Reserve in Atem gehalten. Nach frühen Gewinnen drehten die größte US-Börse noch ins Minus.

Bei den Streitigkeiten mit Mexiko und China ließ die Washingtoner Regierung die Investoren zwischen Hoffen und Bangen zurück. Schwache Arbeitsmarktdaten vom Freitag schürten die Hoffnung der Aktien-Anleger auf eine baldige Zinssenkung. Doch durch neue Forderungen Trumps nach eben diesem Schritt kamen Bedenken auf, eine Zinssenkung könnte als Einknicken der per Gesetz unabhängigen Fed vor Trump gewertet werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent schwächer auf 26.048 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 2885 Zählern praktisch auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verharrte bei 7822 Stellen.  

Dow Jones
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Nach dem Aufschub von US-Strafzöllen auf mexikanische Waren atmeten Anleger zwar erst einmal auf, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Doch wie lange diese Atempause anhalten wird, bleibt abzuwarten. Drohgebärden bleiben auch nach abgeschlossenen Deals nicht aus." Trump will die Zusatzabgaben doch noch erheben, falls die jüngste Einigung über Immigration im mexikanischen Parlament keine Zustimmung findet.

Außerdem drohte Trump China mit einer Verschärfung der Strafzölle, sollte Präsident Xi Jinping nicht zu einem Treffen mit ihm bereit sein. US-Handelsminister Wilbur Ross dämpfte an dieser Front Hoffnungen auf eine baldige Annäherung. Der Gipfel der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) am 28. und 29. Juni im japanischen Osaka könne die Verhandlungen beider Seiten vorantreiben, eine finale Einigung sei aber nicht zu erwarten, sagte Ross zu CNBC.

Die Hoffnung auf sinkende Zinsen könnte ungeachtet der jüngsten Signale von Fed-Präsident Jerome Powell, enttäuscht werden, warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Zum einen rechtfertigten die Konjunkturdaten eine Zinssenkung bislang nicht, so Wilson. Zum anderen könnte ein solcher Schritt als Schwäche gegenüber Trump gedeutet werden. "Die Unabhängigkeit der Zentralbank wäre dahin." Die Fed wird ihren Entscheid am 19. Juni bekanntgeben. Gut eine Woche vorher attackierte Trump die Notenbank am Dienstag erneut scharf und drängte zu einer Zinssenkung.

Beyond Meat
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Bei den Einzelwerten standen die Telekom-Tochter T-Mobile und der Wunsch-Fusionspartner Sprint im Blickpunkt. Zehn US-Bundesstaaten klagten gegen den geplanten milliardenschweren Zusammenschluss. T-Mobile US-Aktien notierten 1,7 Prozent schwächer, Sprint-Papiere gaben 5,9 Prozent nach. Für Beyond Meat ging es mehr als 24 Prozent nach unten. Nach der jüngsten Kursrally spiegelten sich die Wachstumsaussichten des Spezialisten für vegane Burger angemessen im Aktienkurs wider, hielten Analysten mehrerer Banken fest. In den vorangegangenen beiden Handelstagen hatten die Titel insgesamt fast 70 Prozent zugelegt.  

Quelle: n-tv.de, mba/rts