Marktberichte

Cisco macht den Weg frei US-Börsen entfesselt

Der positive Ausblick des US-Netzwerkausrüsters Cisco System und Daten zur Entwicklung der Verkäufe neuer Eigenheime in den USA haben am Freitag an den US-Börsen nach Händlerangaben zu einem kräftigen Kursaufschwung geführt. Der Dow Jones stieg 1,9 Prozent auf 10.424 Punkte, an der Technologiebörse Nasdaq ging es vier Prozent auf 1.916 Punkte nach oben.

„Die Nachrichten von Cisco waren genau das, was einige Leute gebraucht haben, um aktiv zu werden“, sagte Paul Cherney, Chefmarktanalyst bei S &P Marketscope. „Es würde mich nicht überraschen, wenn wir zwei oder drei Tage lang daraufhin zulegen könnten.“ Allerdings dürften die Kommentare von Cisco allein nicht ausreichen, um dem Aktienmarkt längerfristig nach oben zu verhelfen, warnte ein anderer Analyst.

Cisco, das weltweit führende Unternehmen seiner Branche, sieht nach eigener Darstellung erste Anzeichen einer Stabilisierung des Geschäfts und zeigte sich mit dem Auftragseingang im Juli und August zufrieden. Die Cisco-Aktie stieg 8,9 Prozent auf 18,25 Euro.

Die Aktienkurse hätten auch von den Daten zu den Verkäufen neuer Eigenheime profitiert, sagten Händler. Die Zahl der verkauften neuen Eigenheime legte in den USA im Juli im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 4,9 Prozent auf 950.000 zu. Damit wurde der höchste Wert seit März dieses Jahres und der stärkste Zuwachs seit Dezember 2000 verzeichnet. Dagegen habe der Markt kaum auf die Daten zur Entwicklung der Auftragseingänge für langlebige Güter reagiert, sagten Händler. Die Aufträge fielen im Juli 2001 gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent nach einem Rückgang von 2,6 Prozent im Juni. Dies sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, sagten Händler.

Einen langfristig guten Ausblick gab es von Lucent Technologies. Das Unternehmen erwartet ab 2003 ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent im Jahr. Für das kommende Jahr geht Lucent jedoch von einer Schrumpfung des Marktes für Telekom-Ausrüstungen von bis zu 10 Prozent aus. Um trotzdem noch profitabel operieren zu können, soll die Zahl der Mitarbeiter von rund 123.000 auf 57.000 bis 62.000 Personen reduziert werden, kündigte das Unternehmen weiter an. Die Anteilsscheine schlossen mit 5,6 Prozent bei 7,02 US-Dollar im Plus.

Mit guten Quartalszahlen erfreute Novell die Anleger. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Gewinn von 4 US-Cent je Aktie erwirtschaftet, Analysten hatten lediglich mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Das Papier verbesserte sich 10,2 Prozent auf 4,74 US-Dollar.

Intel stiegen 5,1 Prozent auf 29,08 US-Dollar. Der Halbleiterhersteller wird Experten zufolge die Preise für sein Prozessoren am Montag senken. Zudem profitierte die Aktie von dem positiven Cisco-Ausblick.

Auch andere Technologiewerte profitierten nach Händlerangaben von den positiven Nachrichten. Der Chiphersteller AMD legte 5,6 Prozent auf 15,10 US-Dollar zu, obwohl die Investmentbank Lehman Brothers zuvor die Gewinnprognosen für den Konzern zurückgenommen hatte.

Bei den Blue Chips gewannen die Titel des Softwarekonzerns Microsoft knapp fünf Prozent auf 62,05 US-Dollar hinzu. Händler erklärten dies mit der Entscheidung des US-Berufungsgerichts, das am Freitag das Kartellverfahren gegen den Softwarekonzern an das Bezirksgericht zur weiteren Verhandlung zurückverwiesen hatte.

Das Verlagshaus Tribune meldete am Freitag, man werde zusammen mit dem Zeitungsverlag Knight Ridder die Job-Website HeadHunter für rund 200 Mio. Dollar in bar übernehmen. Die Headhunter-Aktie stieg knapp 32 Prozent auf 9,16 US-Dollar.

Quelle: ntv.de

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