Marktberichte

Konjunktur im Fokus US-Daten schieben Dax ins Plus

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(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Rally, nirgends: Im Sog schwacher Konjunkturdaten setzt der Markt deutlich zurück. Die Agenda ist mit weiteren Daten aus den verschiedenen Volkswirtschaften prall gefüllt. Immerhin begrenzen die US-Vorgaben das Minus.

Mit positiven Konjunkturdaten aus den USA im Rücken hat der deutsche Aktienmarkt nach einem kräftigen Schlussspurt die Verlustzone noch verlassen und mit kleinen Gewinnen geschlossen. Zuvor hatten neuerliche Sorgen vor einer Rezession in Europa zu Abgaben geführt. Die Daten aus Frankreich und Deutschland für Industrie und Dienstleister lagen beinahe durchweg unter den Erwartungen. In der Folge konnten dann immerhin die ebenfalls mauen Daten der Eurozone nicht mehr wirklich überraschen. Daneben hat sich auch die chinesische Industrie im November überraschend schwach entwickelt.

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Der Dax gewann letztlich 0,1 Prozent auf 9484 Punkte und ging beinahe auf Tageshoch aus dem Handel. Der MDax stieg ebenfalls um 0,1 Prozent auf 16.539 Zähler. Der TecDax legte 0,8 Prozent zu auf 1319 Stellen. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 verlor dagegen 0,7 Prozent auf 3102 Punkten.

Berenberg: Stagnation statt Rezession

Für Berenberg ist die wirtschaftliche Durststrecke in der Eurozone noch nicht vorüber. Allerdings ergebe sich ein Bild der Stagnation und nicht der Rezession. Das liege vor allem am weiterhin soliden Wachstum in der Eurozone-Peripherie, wo sich die Reformbemühungen auszahlten. Berenberg rechnet mit einem Nullwachstum im vierten Quartal. Im kommenden Jahr sollte das Wachstum dann wieder anziehen.

In den USA zieht der wichtige Sammelindex aus zehn wirtschaftlichen Frühindikatoren im Oktober um 0,9 Prozent an. Experten hatten lediglich einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet. Der Sammelindex des Conference Board besteht aus zehn Frühindikatoren, darunter unter anderem Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Neuaufträge der Industrie, das Verbrauchervertrauen sowie Baugenehmigungen.

ThyssenKrupp überrascht mit Dividende

Im Dax verbilligten sich Lanxess um 1,6 Prozent. Grund war eine Verkaufsempfehlung von Kepler Cheuvreux. Die Aussichten für den Chemiekonzern seien immer noch schlecht, hieß es. Lanxess - der weltgrößte Produzent von künstlichem Kautschuk für die Auto- und Reifenindustrie - leide vor allem unter den Überkapazitäten und der gedämpften Nachfrage. Das zuletzt beschlossene Sparprogramm werde vermutlich nicht ausreichen. Daneben hat Goldman Sachs den Chemiesektor herabgestuft. BASF büßten um 0,5 Prozent.

Die mauen Euro-Daten bringen derweil auch den Bankensektor unter Druck. Deutsche Bank verloren 1,2 Prozent. Commerzbank fielen 0,7 Prozent. Deutschlands zweitgrößtes Finanzinstitut will bei besonders große Kunden negative Einlagezinsen erheben. "Die Commerzbank geht damit ein nicht geringes Risiko ein", sagt ein Händler. Es bestehe die Gefahr, dass einige Geschäftskunden die Bank wechselten. K+S sanken nach den Gewinnen des Vortages um 0,6 Prozent. Hier dürften Anleger Kasse machen.

Auch die Versorger stehen weiter unter Druck. RWE gaben weitere 1,4 Prozent nach. Hier belasten die anhaltenden Sorgen um die künftige Dividende. Eon ermäßigten sich im Fahrwasser um 0,8 Prozent. Über dem Sektor hängt zudem die Gewinnwarnung der britischen Centrica.

Aufwärts geht es am anderen Ende nach der Vorlage von Zahlen für ThyssenKrupp, die 2,8 Prozent zulegten. Der Industriekonzern hat im Geschäftsjahr 2014 mehr umgesetzt und verdient, als Analysten im Konsens erwartet hatten. Das Highlight sei aber die Ankündigung einer Dividende von 0,11 Euro. "Dies hatte niemand auf dem Radarschirm", sagt ein Teilnehmer. Adidas verteuerten sich sogar um 2,9 Prozent.

In der zweiten Reihe verbilligten Fuchs Petrolub um 2,0 Prozent. Gerresheimer fielen um 1,7 Prozent zurück. Die Gewinner wurden von Dürr angeführt, die sich um 2,1 Prozent verteuerten. Südzucker stiegen um 1,9 Prozent.

Im TecDax zogen Wirecard mit 5,8 Prozent überdurchschnittlich an. Barclays rechnet nach einem Jahr der Konsolidierung des Aktienkurses für 2015/16 mit einem beschleunigten Wachstum des Ebitda. Das Papier dürfte marktüberdurchschnittlich laufen, hieß es. Die Investitionen in Mobilfunkdienstleistungen verhießen nun Gewinne und in Asien getätigte Zukäufe trügen Früchte. SMA Solar setzten ihren Aufwärtstrend fort und kletterten um 4,5 Prozent. Nordex erhöhten sich um 1,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de, fma/jwu/rts/DJ

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