Marktberichte

Schwacher US-Arbeitsmarkt Wall Street ausgebremst

Der letzte Handelstag der Woche wurde von durchwachsen ausgefallenen US-Konjunkturzahlen verhagelt und ließ die Kurse an der Wall Street nachgeben. Eine schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie ein lediglich moderater Anstieg des US-Einkaufsmanagerindex ließ die Hoffnung auf einen konjunkturellen Aufschwung schwinden.

Der Dow Jones verlor am Freitag 0,86 Prozent auf 9153,97 Punkte, im Wochenvergleich gab der Index um 1,4 Prozent nach. Die Technologiebörse Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 1715,59 Punkte nach, im Wochenvergleich sank der Index um 0,87 Prozent.

Die US-Arbeitslosenquote ging im Juli leicht auf 6,2 Prozent zurück und sank damit etwas stärker als erwartet, doch die Zahl der Beschäftigten schrumpfte überraschenderweise ebenfalls um 44.000 Stellen. Volkswirte hatten ursprünglich einen Stellenanstieg um 18.000 im Vergleich zum Vormonat prognostiziert.


Das Minus bei Dow und Nasdaq baute sich auch nach neuen Wachstumssignalen vom aktuellen US-Einkaufsmanagerindex (ISM) weiter aus. Im Juli stieg das Konjunkturbarometer auf 51,8 Punkte, damit wurde die durchschnittliche Analystenprognose genau getroffen. Besonders stark fielen beim Anstieg Neuaufträge ins Gewicht. Die Umfrage unter Managern aus US-Industrieunternehmen ergab den Angaben zufolge, dass viele Branchen die Talsohle durchschritten haben und wieder auf Erholungskurs sind.

Im Fokus der Anleger standen unter anderem die Aktien von Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern legte am Donnerstag nach Börsenschluss Quartalszahlen mit einem Gewinnsprung von zehn Prozent vor, auch der Umsatz konnte zulegen. Ein Schmerzliches Kapitel bleibt jedoch die Entwicklung der Disney-Parks, da die Resorts unter sinkenden Besucherzahlen leiden. Die Aktie reagierte freundlich mit einem Anstieg um 2,7 Prozent auf 22,52 Dollar.

Die Aktien von Altria profitierten von einer aktuellen Gerichtsentscheidung, wonach die Klage eines Rauchers gegen den Mutterkonzern von Philip Morris abgewiesen wurde. Altria muss demnach keinen Schadenersatz für den an Lungenkrebs erkrankten Kläger zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Tabakkonzern den Raucher nicht über die Gefahren des Rauchens getäuscht habe. Die Aktie gewann 0,7 Prozent auf 40,29 Dollar.

Zu den Kursverlierern zählten die Titel des Arzneimittel- und Medizintechnikherstellers Johnson & Johnson. Die Aktien gaben 2,63 Prozent auf 50,43 Dollar nach. Zuvor hatte die Investmentbank Merrill Lynch ihre Einstufung der Papiere nach unten korrigiert.

Auch der Kurs von ChevronTexaco verlor 1,47 Prozent auf 71,05 Dollar, obwohl die zweitgrößte US-Ölgesellschaft einen starken Anstieg des Quartalsgewinns bekannt gegeben hatte.

Angesichts der Kursverluste an den US-Kreditmärkten gerieten Aktien von Broker-Häuser unter Druck. J.P. Morgan Chase gaben 1,69 Dollar oder 4,82 Prozent auf 33,36 Dollar nach. Die Titel gehörten zu den großen Tagesverlierern.

Quelle: ntv.de