Marktberichte

Apple und die Kursgewinne Wall Street ist zurück

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Nach dem gestrigen Einbruch verläuft das Geschäft in ruhigeren Bahnen.

(Foto: REUTERS)

Die Erholung nach dem Rückschlag: An der Wall Street greifen die Anleger wieder zu Aktien. Positive Daten vom Arbeitsmarkt heben die Stimmung, die weiterhin vom bevorstehenden Schuldenschnitt Griechenlands beherrscht wird. Ein neu vorgestelltes Apple-Produkt konnte dagegen bei den Anleger nicht so punkten wie gedacht.

Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt haben an der Wall Street am Mittwoch die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung geschürt und den Kursen Auftrieb gegeben. Private Unternehmen schufen einer Umfrage zufolge zuletzt unerwartet viele Stellen und vertrieben so die Skepsis über Schuldenkrise und Weltkonjunktur, die am Dienstag zum größten Kursverlust seit drei Monaten geführt hatte.

Gestützt wurde das Sentiment auch durch einen Bericht, wonach die US-Notenbank ein weiteres Anleihe-Kaufprogramm erwägt. "Allein die Tatsache, dass die Fed über solch einen Schritt nachdenkt ist sehr bullish für den Markt", so ein Teilnehmer. In diesem Fall plant die Fed, die Käufe geldpolitisch zu neutralisieren, um aufkommende Sorgen bezüglich der Inflation einzudämmen. Der Fokus sei aber weiterhin auf Griechenland gerichtet. "Ein negativer Verlauf des Schuldenschnitts könnte enorme Auswirkungen auf die Märkte haben", so ein Analyst.

Apple
Apple 122,15

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 12.837 und schloss damit in der Nähe des Tageshochs bei 12.858 Punkten. Der S&P-500 legte um 0,7 Prozent auf 1.353 zu. Der Nasdaq-Composite schloss mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent bei 2.936. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent höher bei 6671 Zählern.

"In die richtige Richtung"

Nach Angaben der Arbeitsagentur ADP stieg die Zahl der Stellen im privaten Sektor im Februar um 216.000, während Analysten nur ein Plus von 208.000 erwartet hatten. Im Januar waren lediglich 173.000 neue Stellen entstanden. "Es bewegt sich in die richtige Richtung", kommentierte Ökonomin Beth Ann Bovino von Standard & Poor's.

Die ADP-Zahlen gelten als wichtiges Barometer für die mit noch größerer Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktdaten, die am Freitag anstehen. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent verharrt.

Aufs und Abs

In New York trieben mit Finanztiteln und Rohstoffwerten vor allem jene Unternehmen die Indizes in die Höhe, die am Vortag besonders hart abgestraft worden waren. So erhöhte sich der Kurs von Bank of America um 2,7 Prozent und von Morgan Stanley um 3,6 Prozent. Die Papiere der United States Steel Corp verteuerten sich um 0,8 Prozent. Insgesamt konnten die Börsenbarometer aber nur einen Bruchteil der Verluste wieder wettmachen, die sie am Dienstag hinnehmen mussten.

Auf den Verkaufszetteln standen Aktien von Minenkonzernen wie Freeport McMoRan Copper & Gold, die 1,6 Prozent nachgaben. Indonesien will mit neuen Gesetzen stärker an den Rohstoffen des Landes beteiligt werden und begrenzt die Beteiligung ausländischer Konzerne an den Minen.

Alles Apple oder was?

Bei den Einzelwerten standen Apple im Fokus. Der Konzern hat die Erwartungen zahlreicher Technologie-Fans erfüllt und eine neue Version seines Tablet-PC iPad vorgestellt. Viele Features sind so aber bereits im Vorfeld erwartet worden - eine Überraschung gab es allerdings: Entgegen der Erwartungen stellte Apple das Gerät nicht als iPad3 vor - das Tablet heißt schlichtweg "Das neue iPad". Die Apple-Aktie gewann 0,1 Prozent auf 530,69 Dollar und kam damit deutlicher von ihren Tageshochs zurück.

General Electric verbesserten sich um 1,9 Prozent auf 18,77 Dollar, nachdem das Unternehmen den Ausblick für das Jahr 2012 bestätigt hat.

Pandora Media brachen um 23,9 Prozent auf 10,86 Dollar ein. Das Unternehmen hatte für sein viertes Quartal eine Ausweitung des Verlusts berichtet und gleichzeitig die Markterwartungen verfehlt. Zudem blieb das Internet-Radio mit seiner Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende erste Quartal deutlich hinter den Konsensschätzungen der Analysten zurück.

Griechenland bleibt bestimmendes Thema

Die Zitterpartie um den historischen Schuldentausch in Griechenland hielt den Aufwärtstrend in Grenzen. Es blieb weiter unklar, ob die Regierung in Athen und die privaten Gläubiger den vereinbarten Schuldenschnitt fristgerecht bis Donnerstagnacht über die Bühne bekommen. Sollten sich nicht ausreichend Gläubiger daran beteiligen, droht eine ungeordnete Staatspleite.

Quelle: ntv.de, rts/DJ