Marktberichte

Gewinnmitnahmen zum Schluss Wall Street macht schlapp

Nachdem die US-Börsen bereits in Erwartung freundlicher Konjunkturdaten mit Pluszeichen gestartet waren, weiteten sich diese nach Veröffentlichung des US-Einkaufsmanagerindex zunächst deutlich aus. Im späten Handel drückten Gewinnmitnahmen auf die Kurse. Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 8.898 Zähler, der Nasdaq-Index verlor 0,3 Prozent auf 1.591 Punkte.

Wie das Institute for Supply Management (ISM) gegen 16:00 Uhr MESZ bekannt gab, ist der an Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager im Mai überraschend stark gestiegen. Der Index kletterte von 45,4 Punkten im Vormonat auf 49,4 Punkte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 48,6 Zähler gerechnet. Mit einem Wert unter 50 Punkten deutet das Konjunkturbarometer allerdings immer noch auf leicht rückläufige Geschäfte der US-Industrie hin. Dennoch würden die Daten nahelegen, dass die US-Wirtschaft am oder nahe am Wendepunkt zu einer Belebung steht, meinen die Konjunkturforscher.

Der Beschäftigungsindex stieg von 41,4 Punkten im April auf 43,0 Punkten und zeigt damit einen verlangsamten Stellenabbau an. Die US-Bauausgaben sanken dagegen überraschend um 0,3 Prozent auf 860 Milliarden Dollar.

Die US-Regierung hat ihr Interesse an einem starken Dollar bekräftigt. Der Präsident und die Vereinigten Staaten würden einen starken Dollar unterstützen, erklärte US-Präsidialamtssprecher Ari Fleischer am Rande des G8-Gipfeltreffens im französischen Evian. Der Wechselkurs der US-Währung werde aber an den Märkten festgelegt, erinnerte Fleischer. Daher sei es wichtig, eine Politik zu betreiben, die das Wachstum in den Vereinigten Staaten vorantreibe.

Kräftige Gewinne verbuchte die Aktie von ImClone. Der Titel schnellte um 17,5 Prozent auf 33,50 Dollar in die Höhe. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass sein umstrittenes Krebsmedikament Erbitux so effektiv ist, wie ursprünglich behauptet. Dies würden die Resultate eines Prüfverfahrens der europäischen Partner bestätigen, versicherte ImClone.

Auch der Biotechkonzern Genentech meldete erfolgreiche Tests mit einem Medikament, dem Darmkrebsmittel Avastin. Mit Avastin behandelte Patienten hätten deutlich länger überlebt als eine Vergleichsgruppe, die nur mit den Standardmethoden therapiert worden war. Die Aktie verteuerte sich um 6,6 Prozent auf 66,73 Dollar.

Den Vogel hat aber das kleine Biotechunternehmen Vion Pharmaceuticals abgeschossen. Auch hier ging es um Krebsmittel und auch hier ging es um erfolgreiche klinische Studien. Zwei experimentelle Krebsmedikamente hätten in frühen Tests viel versprechende Resultate gezeigt, teilte das Unternehmen aus Connecticut mit. Der Aktienkurs explodierte förmlich auf 2,30 Dollar - ein Plus von 85 Prozent.

Der Softwarekonzern J.D.Edwards konnte um 6,6 Prozent auf 12,59 Dollar zulegen. Zuvor hatte PeopleSoft angekündigt, den Rivalen für 1,7 Milliarden Dollar in eigenen Aktien zu kaufen. Durch die Fusion würde nach eigenen Angaben der weltweit zweigrößte Hersteller von Unternehmens-Software nach SAP und noch vor Oracle entstehen. Obwohl PeopleSoft mit der Übernahme seinen Marktanteil kräftig ausweiten wird, verlor die Aktie 8,7 Prozent auf 14,97 Dollar.

Quelle: ntv.de