Marktberichte

Rally bei Genentech Wall Street sackt ab

Die US-Aktienmärkte haben die Minuszeichen im Handelsverlauf deutlich ausgebaut. Im Sog des schwächeren Dollar ging es abwärts, sagten Händler. Börsianer sahen die Stimmung an der Wall Street zusätzlich durch die Angst vor weiteren Attentaten nach den Selbstmordanschlägen in Marokko und anhaltenden Deflationssorgen belastet. Der Dow Jones Index gab 2,1 Prozent auf 8.493 Zähler nach, der Nasdaq Index rutschte um 3,0 Prozent auf 1.493 Punkte abwärts.

Die aktuelle Dollar-Schwäche ließ die Anleger zurückhaltend agieren. Nachdem US-Finanzminister John Snow am Wochenende bei dem Treffen der G7-Finanzminister die jüngsten Wechselkursbewegungen als moderat bezeichnet hatte, war dies als Hinweis gedeutet worden, dass die US-Regierung mit dem schwächeren US-Dollar zufrieden ist. Darauf hin sackte der Greenback gegenüber dem Euro deutlich ab.

Ein schwacher Dollar sei gut für die Exporteure, aber er sei furchtbar für die Wall Street, weil er Ausländer von Engagements in auf Dollar lautenden Anlagen abhält, erklärten Analysten. "Der Markt mag einen starken Dollar und eine Politik des starken Dollar, und es ist deutlich, dass Snow nicht in diese Richtung zeigt."

Neben dem schwachen Dollar wird die Stimmung aber auch durch die Angst vor weiteren Attentaten nach den Selbstmordanschlägen in Marokko und anhaltenden Deflationssorgen belastet. Auch aktuelle Unternehmensmeldungen konnten nicht immer überzeugen:

Der US-Spielwaren-Einzelhändler Toys "R" Us hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 einen Verlust von sieben Mio. Dollar oder drei Cent je Aktie verbucht. Im Vorjahr belief sich der Verlust auf vier Mio. Dollar oder zwei Cent je Aktie. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar. Der Spielwarenhändler verwies auf das schwache Einzelhandelsumfeld und den Irak-Krieg. Das Geschäft habe sich jedoch im weiteren Quartalsverlauf gebessert, hieß es. Die Anleger wollen aber trotzdem nicht mit Toys "R" Us spielen, die Aktie verlor 6,6 Prozent auf 11,12 Dollar.

Die Softwarefirma Roxio will den Online-Musikdienst Pressplay kaufen. Dies berichtet das "Wall Street Journal". Pressplay gehört den Musiksparten der Vivendi Universal SA und der Sony Corp. Roxio wolle Pressplay zu einen neuen Musikdienst umbauen, der unter dem Namen der ehemaligen Musiktauschbörse Napster operieren soll, hieß es. Die Transaktion habe einen Wert von 30 Mio. Dollar. Roxio hatte im vergangenen Jahr auf einer Auktion des Insolvenzgerichts für fünf Mio. Dollar den Namen und die Vermögenswerte der stillgelegten Musiktauschbörse Napster erworben. Die Napster-Musiktauschbörse hatte auf ihrem Höhepunkt 60 Mio. Nutzer. Die Anleger freuen sich schon auf die neue Musikbörse, die Roxio-Aktie stieg um 17,3 Prozent auf 8,09 Dollar.

Northrop Grumman hält an seinen Geschäftsprognosen fest. Der Rüstungskonzern erwartet aus dem laufenden Geschäft für 2003 einen Gewinn von 3,80 Dollar bis 4,20 Dollar je Aktie. Der Umsatz soll im laufenden Jahr 25 Mrd. Dollar bis 26 Mrd. Dollar erreichen, teilte die Gesellschaft mit. Für 2004 wird ein Umsatz von 28 Mrd. Dollar bis 29 Mrd. Dollar und ein solider doppelstelligen Anstieg des Gewinns pro Aktie erwartet. Die Aktie verliert 2,4 Prozent auf 88,69 Dollar.

Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern Carnival präsentierte die Quartalszahlen. Demnach verbesserte sich der Umsatz von 512,1 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum auf 639,0 Mio. Dollar. Der Vorsteuergewinn sank hingegen von 27,1 Mio. auf 17,7 Mio. Dollar. Das Unternehmen teilte mit, dass die schwachen Zahlen auf Grund von Währungsschwankungen und höheren Treibstoffpreisen entstanden sind. Die Aktien gaben 2,0 Prozent auf 29,12 Dollar.

Coca-Cola Enterprises, die Nummer eins unter den Coca-Cola-Abfüllern, bekräftigte die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2003. Demnach geht der Konzern von einem Gewinn je Aktie im Bereich von 1,15 bis 1,22 Dollar aus. Der größte Softdrinkhersteller der Welt, die Coca-Cola, besitzt 40 Prozent an der Abfüller Coca-Cola Enterprises. Die Aktien von Coca-Cola steigen 0,4 Prozent auf 44,11 Dollar. Coca-Cola Enterprises-Titel verloren 1,4 Prozent auf 19,00 Dollar.

Der Kosmetikkonzern Elizabeth Arden gab bekannt, dass sein Ergebnis im ersten Quartal voraussichtlich geringer als zunächst erwartet ausfallen wird, was mit den Auswirkungen des SARS-Virus und rückläufigen Flugreisen zusammenhängt. Demzufolge rechnet das Unternehmen für das erste Quartal bei einem Umsatz von 133-135 Mio. Dollar mit einem Ergebnis je Aktie von 92-94 Cents. Die Aktie gab 4,9 Prozent auf 11,94 Dollar nach.

Lowe`s, der zweitgrößte Baumarkt-Kette in den USA, meldete, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um 22 Prozent gestiegen ist, was auf eine Expansion in große metropolische Märkte zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 53 Cents pro Aktie nach 44 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten mit einem Gewinn von 52 Cents pro Aktie gerechnet. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent, lag damit aber unter den eigenen Prognosen. Die Aktie gab daraufhin 9,0 Prozent auf 40,30 Dollar nach.

Der Nahrungsmittelhersteller Campbell Soup meldete die Zahlen für das dritte Quartal. Demnach verbesserte sich der Gewinn je Aktie im Vergleich zum Vorjahresquartal von 23 auf 31 Cents. Der Umsatz verbesserte sich von 1,37 Mrd. auf 1,6 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 27 Cents gerechnet. Das Unternehmen hob zugleich die Prognose für das Gesamtjahr an. Die Aktie verbuchte ein Plus von 7,0 Prozent auf 22,95 Dollar.

Einer der großen Gewinner am Markt ist das weltweit zweitgrößte Biotechunternehmen Genentech. Das Unternehmen hatte erfreuliche Resultate von Tests mit dem Krebs-Medikament Avastin gemeldet. Auch die Analysten aus dem Hause Goldman Sachs sowie First Albany tragen zu dem Kursanstieg der Aktie bei. Die Experten stuften den Wert auf Outperform respektive Strong Buy. Die Aktie schießt knapp 45 Prozent auf 54,85 Dollar nach oben.

Deutlich nach unten geht es hingegen bei der Aktie des Videospiele-Unternehmens Acclaim. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, dass es seine Quartalszahlen nicht pünktlich veröffentlichen wird und dass es im entsprechenden Zeitraum einen Verlust erwartet. Das Papier verliert 15,8 Prozent auf 0,64 Dollar.

Der Spezialist für Mobilfunk-Technologie Qualcomm bekräftigte seine Prognosen für das dritte Quartal des laufenden Jahres. Demnach wird man einen Gewinn je Aktie von 23 Cents und ein Umsatzwachstum von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwirtschaften. Die Aktie ging dennoch mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 30,27 Dollar aus dem Handel.

Quelle: ntv.de