Marktberichte

Schwache Arbeitsmarktdaten Wall Street schwächer

Überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten haben die New Yorker Aktienmärkte am Freitag ins Minus gedrückt und der jüngsten Rekordjagd des Dow Jones damit vorerst ein Ende gesetzt.

Analysten werteten den unerwartet schwachen Anstieg der Arbeitsplätze im September als Anzeichen dafür, dass sich die US-Konjunktur abkühlen könnte. Dadurch kamen Aktien stark konjunkturabhängiger Unternehmen wie des Baumaschinenherstellers Caterpillar und des Mischkonzerns General Electric unter Druck. Zudem büßten die Papiere von General Motors ein, nachdem sich Hauptaktionär Kirk Kerkorian gegen eine Aufstockung seines Anteils entschieden hatte. Gegen den Trend legten die Aktien von Google zu, die offenbar von einem Zeitungsbericht über Übernahmegespräche für die beliebte Video-Website YouTube profitierten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit Verlusten von 0,14 Prozent bei 11.850 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 11.865 und 11.800 Punkten bewegt. Am Donnerstag hatte der Leitindex noch den dritten Tag in Folge auf einem Rekordniveau beendet. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab um 0,28 Prozent auf 2299 Zähler nach. Im Wochenverlauf legte der Dow 1,47 Prozent zu. Der Nasdaq gewann 1,84 Prozent.

"Wir balancieren auf einem Drahtseil: Einerseits soll die Konjunktur gebremst werden, damit wir die Inflation umgehen; andererseits darf die Wirtschaft nicht zu stark abflauen, denn das würde die Gewinne der Unternehmen treffen", sagte Analyst Rick Meckler von LibertyView Capital Management. "Die Angst ist, dass wir entweder zu schnell oder zu langsam wachsen. Und heute ist es zu langsam", fügte Meckler mit Blick auf die unerwartet schwachen Arbeitsmarktdaten hinzu. Demnach legte die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat um 51.000 zu nach revidiert plus 188.000 im Vormonat zu. Dies war der geringste Zuwachs seit Oktober 2005. Volkswirte hatten mit 125.000 neuen Stellen im September gerechnet.

Die Aktien von Caterpillar büßten 0,28 Prozent auf 68,05 Dollar ein, die von General Electric 0,41 Prozent auf 36,14 Dollar. GM-Aktien verloren zeitweise mehr als sieben Prozent an Wert und schlossen 6,28 Prozent im Minus bei 31,05 Dollar. Nach dem Abbruch der Gespräche von GM mit Renault/Nissan hatte sich Großaktionär Kerkorian von seinen Plänen verabschiedet, seinen GM-Anteil zu erhöhen. Außerdem trat ein Kerkorian-Vertrauter aus dem Direktorium des Autobauers zurück. Die Papiere des Konkurrenten Ford büßten 0,24 Prozent auf 8,31 Dollar ein, nachdem der Konzern für das kommende Jahr die Erwartung eines etwas geringeren US-Marktanteils bekannt gab. Als Grund nannte das Unternehmen rückläufige Verkäufe an Großabnehmer wie Mietwagenfirmen.

Zu den Gewinnern zählten die Anleger des Internetkonzerns Google, die sich über einen Kursanstieg von 2,11 Prozent auf 420,50 Dollar freuen konnten. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge will Google die führende Video-Website YouTube für rund 1,6 Milliarden Dollar kaufen. Die Gespräche dazu befänden sich derzeit allerdings in einer kritischen Phase und könnten auch noch abgebrochen werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Quelle: ntv.de