Marktberichte

Ukraine vs Fusionsfantasie Wall Street setzt auf Übernahmen

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Ungeachtet der Ukraine-Ängste strebt der Markt nach oben.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Sorge um die Ukraine-Krise hält die US-Anleger auch in der neuen Woche gefangen. Dennoch ziehen die anstehenden Mega-Fusionen das Interesse auf sich. Der Markt entscheidet sich für ein Plus - obwohl einige Schwergewichte Federn lassen.

Nach heftigem Auf und Ab ging es an den meisten US-Börsen am Montag aufwärts. Angetrieben von milliardenschweren Übernahmeplänen in der Pharmabranche kletterten die Kurse, obwohl kräftige Kursabschläge bei Finanzwerten und Amazon sie zwischenzeitlich ins Minus gedrückt hatten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,5 Prozent zu auf 16.448,74 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 1869,43 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss dagegen kaum verändert bei 4074,40 Punkten.

Die Anleger ermutigten die Pläne des US-Pharmagiganten Pfizer, der die größte Übernahme in der Geschichte der Branche plant und den britischen Rivalen AstraZeneca für rund 100 Milliarden Dollar kaufen will. Pfizer führte die Liste der Gewinner im Dow-Jones-Index mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent an. Der britische Pharmakonzern ist unterdessen mit dem Gebot nicht zufrieden. Die Offerte bewerte das Unternehmen und sein Potenzial nicht ausreichend, hieß es von AstraZeneca.

Das Übernahmekarussell in der Pharmabranche dreht sich auch in der zweiten Reihe immer schneller. Der US-Konzern Forest Laboratories kündigte den Kauf von Furiex Pharmaceuticals für bis rund 1,5 Milliarden Dollar an. Furiex-Aktien sprangen rund 28,6 Prozent in die Höhe. Der deutsche Bayer-Konzern mischt im Bieterwettbewerb um Geschäftsbereiche des US-Giganten Merck & Co mit und will Insidern zufolge dafür 13,5 Milliarden Dollar zahlen. Die Merck-Aktie gab rund 1,0Prozent nach.

Amazon muss Gewinneinbruch verkraften

Ein Gewinnrückgang im ersten Quartal machte Amazon zu schaffen. Die Aktien fielen um rund 2,4 Prozent auf ein Acht-Monats-Tief. Damit büßten sie binnen zwei Handelstagen knapp 15 Prozent ein.

Unter Druck standen auch die Titel der Bank of America. Sie verloren 6,3 Prozent, nachdem die Bank einen geplanten vier Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf auf Eis gelegt hatte. Grund ist ein peinlicher Rechenfehler: Die Bank hat ihre Eigenkapitalquoten nach dem Kauf des Konkurrenten Merrill Lynch 2009 falsch taxiert, weil sie komplexe Derivate falsch bewertet hat. Die Bank muss nun auf Geheiß der Fed ihre Kapitalpläne aussetzen und binnen 30 Tagen neu einreichen. Goldman Sachs brachen 1,1 Prozent ein, Citigroup 1,0 Prozent.

Newmont hat seine Übernahmegespräche mit dem Minen-Rivalen Barrick nach Tagen der Gerüchte um einen möglichen Deal vorerst beendet. Die Aktie, die in der vergangenen 12 Prozent zugelegt hatte, fiel um 6,7 Prozent, Barrick um 3,1 Prozent. Die Gerüchte waren nach Einschätzung von Händlern wahrscheinlich von Barrick in die Welt gesetzt worden, um den Druck auf Newmont zu erhöhen, einem "Buyout" zuzustimmen. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit, so Händler, dürfte aber noch nicht gesprochen sein.

Quelle: ntv.de, sla/DJ

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