Marktberichte

Übernahmen geben den Takt vor Wall Street sucht den Kaufrausch

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Wall Street: Der Optimismus verzieht sich - und der Zweifel gewinnt.

(Foto: REUTERS)

Die US-Börsen beginnen zurückhaltend, steigern sich dann aber etwas. Das Augenmerk liegt im Bereich M&A. Da gibt es Großübernahmen und zerplatzte Milliarden-Deals.

Die Wall Street ist mit Kursgewinnen in die Woche gestartet. Internet- und Biotech-Aktien verhalfen am Montag vor allem der technologielastigen Nasdaq ins Plus. Außerdem stützten relativ niedrige Renditen am Anleihenmarkt die Aktienbörsen. Anleger engagierten sich hier weiterhin mangels attraktiver Alternativen. "Das verhindert vielleicht einen Rückgang, der am Aktienmarkt schon etwas überfällig ist", sagte Stephen Massocca von Wedbush Equity Management.

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Allerdings bleiben viele Anleger vorsichtig. Denn die Stärke der Konjunkturerholung ist ungewiss. "Wir bekommen weiter gemischte Hinweise auf die Wirtschaftsentwicklung", sagte Anlagestratege Tim Ghriskey von Solaris Group. Noch fehle der eindeutige Beleg dafür, dass das Wachstum so kräftig anziehe, wie der Markt bereits vorweggenommen habe, ergänzte Kollege Mark Luschini von Janney Montgomery Scott.  

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent auf knapp 16.512 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 16.442 und 16.526 Stellen gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,4 Prozent vor auf 1885 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq legte 0,9 Prozent auf fast 4126 Stellen zu. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent fester aus dem Handel auf 9659,39 Punkten.

Kein Pfizer-Deal

An der Wall Street sorgten Neuigkeiten zu Übernahmevorhaben für kräftige Kursbewegungen. Die in den USA gehandelten Aktien der britischen AstraZeneca brachen um 12 Prozent ein. Der Arzneimittelhersteller lehnte auch das auf über 117 Milliarden Dollar aufgestockte Angebot des US-Rivalen Pfizer ab. Damit steht die größte Fusion in der Geschichte der Pharma-Branche womöglich vor dem Aus. Pfizer-Papiere verteuerten sich dagegen um 0,5 Prozent.

Auf der Verkaufsliste standen Anteilsscheine von AT&T, die 0,8 Prozent abrutschten. Der US-Mobilfunker übernimmt für knapp 50 Milliarden Dollar den führenden US-Bezahlfernsehsender DirecTV. Dessen Kurs gab 1,4 Prozent nach.

Um 2,3 Prozent abwärts ging mit den Aktien von Campbell Soup. Der weltgrößte Suppenhersteller senkte seine Umsatzerwartung für das laufende Geschäftsjahr.

Techwerte und Apple

Die Google-Aktie legte um 2,0 Prozent zu. Der Betreiber der gleichnamigen Internetsuchmaschine übernimmt das Start-up Divide, das auf die Verwaltung mobiler Geräte spezialisiert ist. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Überdies spricht Google laut Insidern über eine mögliche Übernahme von Twitch, einem Anbieter von Live-Video-Streams. Nach Angaben von zwei Personen, die von der Sache wissen, stehen die Verhandlungen noch am Anfang; von einem Abschluss des Geschäfts sei Google weit entfernt. Der mögliche Kaufpreis war auch in diesem Fall nicht in Erfahrung zu bringen.

Ebenfalls im Technologiesektor stieg der Kurs von Apple über die Marke von 600 Dollar. Die Titel gingen um 1,2 Prozent höher bei 604,59 Dollar aus dem Handel. Charttechnisch orientierte Analysten sehen nunmehr Potenzial bis zum nächsten Widerstand bei 650 Dollar. Seit der Vorlage der Quartalszahlen im April hat die Apple-Aktie schon rund 15 Prozent gewonnen.

Zahlreiche Chipwerte profitierten von einer Hochstufung durch RBC Capital. RBC-Analyst Doug Freedman ist überzeugt, dass die Branche weniger in den Ausbau von Kapazitäten investiert und dafür mehr Barmittel generiert. Die Papiere von Micron, Nvidia, Texas Instruments und Broadcom legten zwischen 1,2 und 3,5 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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