Marktberichte

Verbrauchervertrauen gestiegen Wall Street unbeeindruckt

Unbeeindruckt von der Vorlage einer Reihe recht positiver Konjunkturdaten haben die US-Aktienmärkte am Dienstag leicht im Minus tendiert. Der anfängliche Optimismus auf dem Parkett wegen eines absehbaren Endes der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank wurde durch fallende Kurse bei Energieunternehmen gedämpft.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab im Nachmittagshandel leicht um fast 0,3 Prozent auf 11.120 Zähler nach. Die US-Technologiebörse Nasdaq notierte ebenfalls um fast 0,3 Prozent leichter auf 2.335 Stellen.

"Am letzten Tag des Quartals erwarten viele, dass noch etwas passiert. Aber unglücklicherweise gibt es nicht genügend Neues, das den Märkten helfen könnte", sagte John Caldwell von der McDonald Financial Group.

Die am Freitag vorgelegten Konjunkturdaten wirkten sich nicht entscheidend auf die Märkte aus - obwohl das Verbrauchervertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung der USA im März nach endgültigen Berechnungen der Universität Michigan sogar stärker als erwartet gestiegen war. Die US-Industrie verzeichnete zudem nach einem starken Rückgang im Vormonat im Februar zwar wieder einen leichten Auftragsanstieg. Dieser lag allerdings deutlich unter den Markterwartungen.

Der Ölpreis war am Freitag gefallen, nachdem der Iran angekündigt hatte, sein Öl nicht als Waffe im Atomstreit mit dem Westen einsetzen zu wollen. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent fiel bis zum Abend um 0,54 Dollar auf 65,92 Dollar. US-Leichtöl verbilligte sich um 1,10 Dollar auf 66,05 Dollar. Der Ölpreis war wegen des internationalen Streits um das Atomprogramm des Iran zuletzt nach oben geklettert.

Wegen des fallenden Ölpreises gaben Exxon Mobil leicht um 0,5 Prozent auf 60,84 Dollar nach. Auch andere Energieunternehmen wie ConocoPhillips wurden in Mitleidenschaft gezogen und verloren 2,3 Prozent auf 62,99 Dollar.

Unter besonderer Beobachtung von Aktienhändlern standen der Autobauer General Motors. Der GM-Hauptzulieferer Delphi kündigte an, einige unrentable Verträge mit dem angeschlagenen Autobauer zu kündigen. GM gaben um 0,9 Prozent auf 20,88 Dollar nach. Delphi stiegen nach der Ankündigung radikaler Einschnitte zur Sanierung, die auch die Entlassung von bis zu 8.500 Mitarbeitern vorsieht, deutlich um 14,55 Prozent auf 0,63 Dollar.

Zu den Gewinnern gehörten Microsoft, die um 0,22 Prozent auf 27,29 Dollar zulegten.

Konjunkturindex stärker gestiegen

Der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago ist im März stärker als erwartet gestiegen. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Index legte auf 60,4 Punkte von 54,9 Zählern im Februar zu, wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 57,0 Punkte erwartet. Das Barometer gilt als wichtiger Vorlaufindikator für den landesweiten Einkaufsmanagerindex, der kommende Woche veröffentlicht werden soll.

Der Beschäftigungsindex kletterte auf 55,6 von 54,9 Zählern im Vormonat. Die Neuaufträge erhöhten sich auf 62,2 von 54,9 Punkten. Der Preisindex rutschte auf 71,1 von 71,6 Zählern ab.

Die Ausgaben der US-Verbraucher sind im Februar nur gering gestiegen. Das Handelsministerium in Washington teilt mit, der Anstieg habe 0,1 Prozent betragen nach plus 0,8 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten einen unveränderten Wert erwartet. Real, also bereinigt um die Inflation, lag der Zuwachs ebenfalls bei 0,1 Prozent. Die Einkommen kletterten um 0,3 Prozent nach plus 0,7 Prozent im Vormonat.


Die Inflation verlangsamte sich im Februar. Die Preise auf Basis der Konsumausgaben stagnierten im Monatsvergleich nach einem Anstieg um 0,5 Prozent im Januar. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Energie-und Nahrungsmittelpreise ergab sich ein leichter Anstieg von 0,1 Prozent. Diese Zahl gilt als wichtiger Inflationsindikator für die US-Notenbank.


US-Industrieaufträge im Februar weniger als erwartet gestiegen


Die US-Industrie hat nach dem starken Rückgang im Vormonat im Februar wieder einen leichten Auftragsanstieg verzeichnet, der aber deutlich unter den Markterwartungen lag.


Die Zahl der eingegangenen Bestellungen sei zum Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen nach einem revidierten Minus von 3,9 Prozent im Vormonat, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Analysten hatten mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gerechnet.

Ohne die Aufträge im Transportgewerbe war es jedoch ein Rückgang um 2,0 Prozent - der stärkste seit April 2003.

Deutliche Zuwächse bei den Aufträgen verzeichnete die Transportindustrie mit 13,6 Prozent. Dahinter stehen vor allem Aufträge für Zivilflugzeuge, die um 52,4 Prozent stiegen. Im Rüstungsbereich stiegen die Aufträge sogar um 97,4 Prozent.

Die Aufträge bei langlebigen Gütern mit einer Nutzungszeit von mindestens drei Jahren kletterten um 2,7 Prozent. Im Maschinenbau ergab sich dagegen Rückgang von 6,7 Prozent.

Stellenabbau bei Delphi

Der insolvente US-Autozulieferer Delphi will im Rahmen seiner Sanierung bis zu 8.500 Stellen abbauen und einige unrentabel Verträge mit der früheren Mutter GM kündigen.

Weltweit solle bis 2008 zudem ein Drittel der Werke geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. Dabei wolle sich Delphi auf rentable Bereiche wie Elektronik, Navigation und Sicherheit konzentrieren. In den USA gehörten lediglich acht Betriebe zu diesem Kerngeschäft. Darüber hinaus sollten bis zu 40 Prozent der Corporate-Officer-Stellen gestrichen werden. Diese Pläne sollten noch am Freitag offiziell bei den Behörden eingereicht werden. GM äußerte sich enttäuscht.

Delphi hatte im Oktober Konkurs nach US-Recht angemeldet und kann damit unter Gläubigerschutz weiterarbeiten. Es ist das größte Insolvenzverfahren in der Geschichte der US-Automobilindustrie. Die angekündigten Maßnahmen sind ein zentraler Teil eines Sparpakets, mit dem Delphi-Chef Steve Miller das Unternehmen wieder aus dem Gläubigerschutz führen will.

Quelle: ntv.de