Marktberichte

Gemischte Gefühle Wall Street verliert

Steigende Ölpreise, ein schwacher Gewinnausblick des weltgrößten Autokonzerns General Motors und starke Kursverluste des Telekom-Konzerns Verizon Communications haben der Wall Street am Donnerstag kräftige Kursverluste beschert. Damit wurden die positiven Impulse des fast verfünffachten Gewinns des Computerkonzerns Apple zunichte gemacht. Der Dow-Jones-Index und der Nasdaq sackten um mehr als ein Prozent ab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 1,05 Prozent niedriger mit rund 10.505 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10.618 und einem Tief von 10.485 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,86 Prozent auf etwa 1177 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um ebenfalls 1,05 Prozent auf rund 2070 Punkte.

"Ich hatte nach den Apple-Zahlen einen stärkeren Markt erwartet, aber die Ölpreise nähern sich einem Niveau, auf dem sie ein Problem darstellen können", sagte Evan Olsen von der Stevens Inc. Die Apple-Aktien legten gut 6,6 Prozent auf 69,80 Dollar zu. Der Computerkonzern hatte mit einem am Vorabend nach Börsenschluss vorgelegten fast verfünffachten Gewinn im Weihnachtsquartal selbst die optimistischsten Erwartungen der Analysten übertroffen.

"Ein Quartalsergebnis macht noch keinen Markt", sagte Bryan Piskorowski von Wachovia Securities LLC. Vorausschauend lasse sich sagen, dass die Saison der Quartalsberichte wohl anständig verlaufen und die Wirtschaft gut wachsen werde. Die Zinssituation, eine mögliche weitere Erhöhung der US-Leitzinsen durch die US-Notenbank (Fed) belaste jedoch den Markt, sagte er.

Die Fed hatte ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld Mitte Dezember zum fünften Mal im Jahr 2004 um 25 Basispunkte auf zuletzt 2,25 Prozent angehoben und weitere moderate Erhöhungen signalisiert. Händler rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im Februar um wiederum 25 Basispunkte auf dann 2,5 Prozent.

Mit dem in der zweiten Sitzungshälfte vorgelegten schwachen Ausblick veranlasste GM die Anleger zu weiteren Verkäufen, die nicht nur die Aktien des Konzerns selbst, sondern den gesamten Markt weiter ins Minus drückten. GM hatte erklärt, 2005 angesichts eines voraussichtlich schwächeren Ergebnisses der Finanztochter GMAC einen niedrigeren Gewinn zu erwarten. Die Papiere des Autokonzerns sackten daraufhin um fast 2,8 Prozent auf 37,32 Dollar ab.

Händlern zufolge trüben die nunmehr am dritten Tag in Folge steigenden Ölpreise die Stimmung der Anleger mehr und mehr ein. Knappere Erdgasvorräte der USA trieben die Ölpreise beiderseits des Atlantiks um mehr als 1,50 Dollar in die Höhe und damit auf das höchste Niveau seit sechs Wochen.

Angesichts niedrigerer Gewinnschätzungen einiger Analysten für den US-Telekomkonzern Verizon Communications verkauften die Anleger die Papiere des Unternehmens. Diese sackten um knapp drei Prozent auf 37,10 Dollar ab und belasteten damit auch den Dow.

An der New York Stock Exchange wechselten 1,51 Milliarden Aktien den Besitzer. 1514 Werte legten zu, 1803 gaben nach und 164 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,09 Milliarden Aktien 1124 Werte im Plus, 1963 im Minus und 131 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 15/32 auf 100-18/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,177 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 1-1/32 auf 110-1/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,703 Prozent.

Quelle: ntv.de