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"Und täglich grüßt das Allzeithoch" Weitere Rekorde im Dax erwartet

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Die Stimmung ist prima.

(Foto: REUTERS)

Die Rekordjagd im Dax dürfte sich auch in der neuen Woche fortsetzen. "Die Börsenampeln stehen weiter auf Grün", lautet das Motto. Die Skepsis einiger Analysten findet in diesem optimistischen Umfeld kaum Gehör.

Für vorweihnachtliche Besinnlichkeit wird Börsianern in den kommenden Tagen wohl die Ruhe fehlen. Vielmehr dürfte sie die Rekordjagd am Aktienmarkt weiter auf Trab halten. Davon sind zumindest die meisten Aktienstrategen überzeugt. "Es geht weiter nach oben", bringt es Carsten Klude von MM Warburg auf den Punkt. Dass die Börsenrally inzwischen seit Monaten anhält, beunruhigt ihn nicht. Er verweist stattdessen darauf, dass viele hiesige Anleger nach wie vor nicht investiert seien und auf günstige Einstiegsgelegenheiten hofften. "Das dürfte zumindest ein Grund dafür sein, dass es weiter nach oben geht", sagt Klude.

In der zu Ende gehenden Woche hatte der Dax deutlich zugelegt und die Marke von 9400 Punkten überwunden. "Und täglich grüßt das Allzeithoch", kommentieren die Aktienstrategen der Landesbank Berlin (LBB). Allerdings teilen sie den Optimismus anderer Börsianer nicht. Sie weisen stattdessen darauf hin, dass am Aktienmarkt positive Faktoren - wie die von den Notenbanken großzügig zur Verfügung gestellte Liquidität - längst eingepreist seien. Auch seien bereits Vorschusslorbeeren für die Konjunktur und das Abarbeiten der Schuldenkrise verteilt worden. Die LBB hält deshalb eine Korrektur in den kommenden Wochen für wahrscheinlich. "Die Luft wird langsam dünner", schreiben die Analysten.

Das sieht die Landesbank Baden-Württemberg anders. Deutsche Aktien sind laut Investmentanalyst Berndt Fernow zwar "kein Sonderangebot" mehr, "die Börsenampeln stehen aber zumindest bis Jahresende aus marktpsychologischen Gründen weiter auf Grün". Die Rally sei intakt, und bis Ende Dezember seien 9800 Punkte im Dax durchaus drin.

Was macht die EZB?

Den Ton am Markt dürften in der kommenden Woche wieder einmal die Notenbanken angeben. Am Donnerstag tagt der Zentralbankrat der EZB. Die jüngste Zinssenkung auf rekordniedrige 0,25 Prozent hat für Aufregung gesorgt, und in den vergangenen Tagen haben etliche Zentralbanker potenzielle weitere Lockerungen durchdiskutiert. Besonders spannend für Investoren ist die Frage, ob die EZB einen negativen Einlagezins wagen wird. "Während eine Zinssenkung nach dem jüngsten Schritt eher Aktionismus signalisieren würde, scheint eins sicher: Tabus kennt die EZB keine mehr", sagt Kapitalmarktstratege Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Ebenfalls am Donnerstag gibt die Bank of England ihren Zinsentscheid bekannt.

Richtungsweisend für das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed könnten die amerikanischen Arbeitsmarktdaten werden, die am Donnerstag und am Freitag veröffentlicht werden. Die Fed will ihre milliardenschweren Anleihekäufe erst dann zurückfahren, wenn sich der Arbeitsmarkt signifikant erholt hat. Überraschend starke Daten könnten an den Börsen vor diesem Hintergrund für einen Rücksetzer sorgen. Denn die Liquiditätsspritzen der Notenbank gelten als ein wichtiger Grund für die jüngste Börsenrally.

ThyssenKrupp im Fokus

Von Unternehmensseite wird es rund um ThyssenKrupp spannend. Am Montag will der angeschlagene Stahlkonzern seine verschobene Jahresbilanz vorlegen. Die Aktionäre sind darauf vorbereitet, das dritte Jahr in Folge einen Verlust präsentiert zu bekommen. Doch zumindest das verlustreiche Werk in Alabama hat das Management endlich verkaufen können. Für Gesprächsstoff wird zudem die angekündigte Kapitalerhöhung sorgen.

Am Mittwoch überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung der Aktienmarktindizes. Experten erwarten lediglich im Kleinwertesegment SDax eine Änderung: den Aufstieg des schwäbischen Autozulieferers SHW. Als Abstiegskandidaten sehen sie Air Berlin, den Chemiekonzern H&R oder MVV Energie. Die Änderungen werden zum 23. Dezember in Kraft treten.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa

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