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Schmiergelder in Nahost ABB informiert US-Behörden

Der Elektrotechnik- und Automationskonzern ABB hat den US-Behörden mögliche Schmiergeldzahlungen gemeldet. Es habe "verdächtige Zahlungen" in einem Land "im Mittleren Osten" gegeben, teilte der Konzern am Mittwoch in Zürich mit.

Das sei bei einer Innenrevision festgestellt worden. Über diese Vorfälle seien das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC informiert worden. Diese Transaktionen sowie "einige andere Zahlungen seitens Tochtergesellschaften von ABB in verschiedenen Ländern" seien freiwillig mitgeteilt worden.

Laut ABB könnten sie gegen den Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) oder andere Gesetze verstoßen. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, bei den "verdächtigen" Zahlungen könnte es sich darum handeln, dass Vermittler dafür bezahlt worden seien, Aufträge zu beschaffen.

Finanzielle Folgen

Falls entschieden werde, dass die getätigten Zahlungen gegen den Foreign Corrupt Practices Act oder andere Gesetze verstoße, wäre dies für die ABB mit finanziellen Folgen verbunden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es aber noch zu früh, allfällige Kosten zu schätzen, sagte der Sprecher. In welchem Zeitrahmen mit einem Entscheid gerechnet werden könne, sei derzeit ebenfalls noch nicht abschätzbar. ABB habe interne Untersuchungen begonnen. Disziplinarische Ermittlungen gegen Mitarbeiter seien eingeleitet, bislang sei es jedoch noch zu keinen Entlassungen gekommen.

ABB arbeitet nach eigenen Angaben in der Sache mit den zuständigen Behörden zusammen. ABB-Chef Fred Kindle sprach von einer "Null-Toleranz-Politik", die ABB bei der Ahndung von Verstößen gegen Gesetze und Richtlinien verfolge, und bezeichnet die Vorfälle als "bedauerlich".

Quelle: ntv.de