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Bank of America Auf nach China

Die Bank of America beteiligt sich für drei Milliarden Dollar an der China Construction Bank und steigt damit zum größten ausländischen Einzelinvestor im chinesischen Bankensektor auf. Das Geschäft soll der US-Bank nicht nur den Zugang zum expandierenden Privatkundengeschäft in China ermöglichen, sondern auch eine gute Startposition für den für 2005 geplanten Börsengang des chinesischen Staatsinstituts sichern.

Wie die in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina ansässige Bank of America mitteilte, übernimmt das Institut neun Prozent der China Construction Bank. Dieser Anteil könne in den kommenden fünfeinhalb Jahren auf die gesetzlich festgelegte Höchstgrenze von 19,9 Prozent aufgestockt werden. Von dem jetzt vereinbarten Kaufpreis würden 2,5 Milliarden Dollar unmittelbar gezahlt, während die verbleibenden 500 Millionen Dollar beim Börsengang fällig würden. Die China Construction Bank soll noch in diesem Jahr an der Hongkonger Börse gelistet werden. Das Emissionsvolumen wird auf fünf Milliarden Dollar geschätzt.

Die Bank of America ist das zweitgrößte Kreditinstitut der USA, die China Construction Bank gehört zu den vier großen Staatsbanken Chinas. Die Bank of America hat Bankenkreisen zufolge mit dem jetzt vereinbarten Milliardengeschäft die weltgrößte Bank Citigroup ausgestochen, die als Favorit für eine Beteiligung an der Construction Bank galt. Doch den Kreisen zufolge war deren Angebot zu spät und zu niedrig.

Für ausländische Investoren ist der chinesische Bankensektor mit einem privaten Sparvolumen von 1,5 Billionen Dollar attraktiv, weil trotz wachsenden Wohlstands erst wenige Chinesen Kredite oder Kreditkarten haben. Die Construction Bank betreibt in China 14.500 Bankfilialen. Die Bank of America hat in den USA 5800 Filialen und den höchsten zulässigen Marktanteil von zehn Prozent erreicht. Die Bank of America will den Kreisen zufolge 50 Mitarbeiter als Berater zur Construction Bank entsenden, eigene Filialen sollen aber nicht in China eröffnet werden.

Für die chinesische Bank ist der Einstieg des US-Instituts Analysten zufolge interessant, weil die US-Management-Expertise dem Ansehen der bisher staatlich gelenkten Bank dienen kann. Bei der ausgehandelten Beteiligung ließ sich die Bank of America von der HSBC beraten, die bisher der größte Einzelinvestor in China war. Im Jahr 2006 will die Bank of China ebenfalls an die Börse gehen und sucht dafür bereits nach ausländischen Investoren. Als Kandidatin gilt unter anderem auch die Deutsche Bank.

Quelle: n-tv.de